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KAPPLER UMWELT-SERVICE GMBH Automatisierung statt Manpower – Kommunaldienstleister aus Oberschwaben setzt auf Innovation

Ein bisweilen gar unlauterer Preiskampf tobt im Bereich der Sinkkastenreinigung. Schließlich vergeben zahlreiche Kommunen derlei Aufgaben immer noch an Dienstleister, die diese – um es moderat auszudrücken – in äußerst divergierender Qualität ausführen. Dagegen setzt die Kappler Umwelt-Service GmbH aus Baindt-Schachen bei Ravensburg auf Arbeitsqualität, -sicherheit, -ergonomie sowie Datentransparenz.

Lesedauer: min | Bildquelle: Kappler Umwelt Service GmbH
Von: Michael Loskarn

Kaum Sitz Kappler-Geschäftsführer Manuel Werner am Besprechungstisch, wird er emotional und thematisiert energisch, was die Branche derzeit wohl am meisten beschäftigt. In Sachen Dieselpreisentwicklung spricht er gar von Spritpreis-Explosion und davon, dass „keiner in der Lage ist, einen Preisanstieg in Höhe von 80 Prozent einfach wegzuschlucken“. Verständlich, denn immerhin hat der Kommunaldienstleister circa 40 Fahrzeuge im Einsatz: sechs Saugfahrzeuge, sechs große Kehrmaschinen, vier kleine (davon zwei inklusive Sinkkastenreinigungsanlage), eine Kompaktkehrmaschine, zahlreiche Sprinter, Fahrzeuge für die Rohrreinigung, Kanaltechnik sowie -sanierung und TV-Inspektionsfahrzeuge. Da kommt einiges an Sprit zusammen. „Und wir bezahlen Tankstellenpreise“, präzisiert der 33-Jährige. Zwar befasse er sich mit Gedanken zu einer Betriebstankstelle, allerdings befänden sich die meisten Einsatzfahrzeuge im Kundengebiet und seien in vielen Fällen gezwungen, auch dort zu tanken. Dramatisch wirke sich die Spritpreis-Explosion bei den kleinen Kehrmaschinen und Sinkkastenreinigungs-Fahrzeugen aus, die mit ihren 60-Liter-Tanks „nicht lange autark“ arbeiteten.

„Generell bewegen sich Dienstleister unseres Metiers auf einem extrem hohen Kosten-Niveau“, ist sich Werner bewusst. Daher sei es weitaus sinnvoller, „mal zehn Minuten darüber nachzudenken, was effizienter gestaltet werden kann, als zwei Stunden stupide zu schaffen“. Und genau diesen „modernen Weg“ verfolgt der Oberschwabe zusammen mit seinem „gut ausgebildeten“ 60-köpfigen Team. Insbesondere im Bereich Straßen- und Flächenreinigung – ein eigenes Standbein, das rund 30 Prozent des Geschäftsvolumens des breit aufgestellten Unternehmens ausmacht – werden bereits innovative Systeme eingesetzt: In Sachen Wildkrautbekämpfung bauen die Baindter auf Heißwasser und Dampftechnik des vorarlbergischen Herstellers KECKEX. Was die Sinkkastenreinigung betrifft, so sind bereits zwei Aebi-Schmidt-Fahrzeuge mit Anbaugerät der Firma AllroundMaster ausgestattet. Ein drittes sollte hinzukommen. Aufgrund des derzeitigen Energiepreis-Wahnsinns wurde der Anschaffungsprozess jedoch auf Eis gelegt.

Jeder Leerungsvorgang wird digital festgehalten

„Bei der Sinkkastenreinigung haben wir früh auf ein Pferd gesetzt“, erinnert sich Werner, der sich selbst als „Pragmat aus der Praxis“ bezeichnet. Bereits 2018 kam die erste Maschine ins Schussental. Vorteil: Die Anlage wird komplett aus dem Führerhaus gesteuert, und es ist auch lediglich der Fahrer nötig, um die Gullys via teleskopierbarem Saug- und Spülrohr entsprechend zu reinigen. Über Magnettechnik wird der Schachtdeckel angehoben und nach der Reinigung wieder zurückgesetzt. Jeder Leervorgang wird digital gezählt und es besteht die Möglichkeit, vorhandene Schächte über GPS auszuwerten. Hartnäckige Verschmutzungen lassen sich mittels Wasserdruck lösen. Zusätzlich werden Schmutzkorb sowie Deckeleinsatz in einem Arbeitsgang mitgereinigt. Eingesetztes Spülwasser nimmt das System wieder auf, reinigt und verwendet es erneut, um das Nachtanken von Frischwasser auf ein Minimum zu reduzieren. „In entsprechenden Städten, in denen ein Straßenzug mal 70 Deckel auf einmal hat, sind an guten Tagen bis zu 500 Sinkkästen möglich“, erläutert der passionierte Jäger und Hundeführer.


 

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Weiterer Vorteil: Aufgrund der GPS-Lösung verfügen die kommunalen Kunden häufig zum ersten Mal über eine korrekte und einfach nachzuprüfende Anzahl der Sinkkästen im jeweiligen Gebiet und sind somit in der Lage, Abläufe zu optimieren, tätigkeitsbezogen abzurechnen bzw. bei kritischen Rückfragen alle Vorgänge mit Datum, Uhrzeit und Standort exakt zu belegen. Denn nirgends sorge der Niedrigpreiskampf für so viel „Beschiss“ wie bei den handgeführten Gully-Listen. Zusätzlich ermöglicht die Kartenfunktion, alle gereinigten Schächte übersichtlich dazustellen. Und kann ein Deckel mal nicht geöffnet werden oder ist er defekt oder marode, so ist der Fahrer in der Lage, einen entsprechenden Hinweis im System zu setzen. Mehr als 120.000 Sinkkästen reinigen die Kappler-Experten pro Jahr – Tendenz steigend. 2017 lag diese Anzahl noch unter 10.000.

„Ich bin das Bindeglied zwischen Fahrern und Büro-Disposition“,
sagt Bereichsleiter Kehrmaschinen Klaus Geldermann.

Kapplers Einsatzbereich erstreckt sich einerseits auf einen Radius von rund 60 km um die Firmenzentrale in Baindt-Schachen. Andererseits – bei Kehrtechnik und Sinkkastenreinigung – auf „ganz Baden-Württemberg sowie Bayern an der Isar entlang“, wie Bereichsleiter Kehrtechnik Klaus Geldermann aufklärt. 50 Prozent seiner Arbeitszeit sitzt der 55-Jährige hinter dem Schreibtisch, die andere Hälfte hinter dem Steuerrad. „Ich bin das Bindeglied zwischen Fahrern und Büro-Disposition“, sagt er. Seit 2015 ist der aus dem Gebäude-Management kommende Fachmann im Unternehmen. Dabei genießt bei ihm eine Maxime höchste Priorität: „die optimale Betreuung der Kunden“. Denn letztlich sollen die Kommunen auch digital-belegt den Mehrwert einer sauberen, transparenten Dienstleistung erfahren und unseriöse Anbieter mit fraglichen Arbeitsbedingungen aussteuern.

 

Fakten zur Kappler Umwelt-Service GmbH:

Geschäftsführung: Rüdiger und Manuel Werner
Anzahl der Mitarbeiter: ca. 60
Hauptsitz: Baienfurter Straße 3, 88255 Baindt-Schachen
Weitere Niederlassungen: in Esslingen, Villingen-Schwenningen und Reutlingen
Aufgabenbereiche des Unternehmens: Kanaltechnik, Straßen- und Flächenreinigung, Abscheider-Service und Transport sowie 24-Stunden-Notdienst
Ausstattung des Fuhr- und Geräteparks: rund 40 Fahrzeuge, davon 6 Saugfahrzeuge, 6 große Kehrmaschinen, 4 kleine (davon zwei inklusive Sinkkastenreinigungsanlage), 1 Kompaktkehrmaschine, zahlreiche Sprinter, Fahrzeuge für die Rohrreinigung, Kanaltechnik sowie -sanierung und TV-Inspektionsfahrzeuge
Wirkungsbereich: Baden-Württemberg sowie Teile Bayerns

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