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RECYCLINGAKTIV & TIEFBAULIVE 2022 Neun Highlights der Karlsruher Doppel-Messe

Nach drei Jahren Corona-bedingter Abstinenz kehrt die RecyclingAKTIV & TiefbauLIVE zurück. Und das mit zahlreichen Highlights in Sachen E-Technik, Anbaugeräten und Werkzeug-Optimierungen – ein Überblick.

Lesedauer: min | Bildquelle: Tim Knott
Von: Tim Knott

Von Sonnenschein fehlt jede Spur: Der erste Eindruck der RecyclingAKTIV & TiefbauLIVE besteht vorrangig aus jeder Menge Regenschirmen. Kein Wunder, denn das Wetter am ersten Messetag veranlasst nicht wirklich zu Freudensprüngen. Dem Enthusiasmus der Besucher tut das allerdings keinen Abbruch. Regenjacken werden ausgepackt, und auch die Aussteller teilen die schon erwähnten Regenschirme als Messe-Geschenke aus, sodass selbst gestandene Technik-Journalisten mit einer kleinen Firmenwerbung auf dem Kopf durch den Wolkenbruch eilen. Die Grundstimmung unter Besuchern und Ausstellern ist positiv: Endlich wieder Messe. Egal, ob es nun regnet oder nicht.

Diese Einstellung schlägt sich auch in den Zahlen nieder. Insgesamt werden im Verlauf der drei Messetage rund 9.500 Besucher das Gelände in Karlsruhe aufsuchen, um sich bei den mehr als 210 Austellern über neue Produkte zu informieren. Laut Angaben des Veranstalters hat die Doppelmesse damit ihren vorherigen Termin im Jahr 2019 zahlenmäßig übertroffen. Seither hat die Messe nicht mehr stattgefunden, denn 2021 machten die Corona-Bestimmungen den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung. Umso besser also, dass der regnerische Ersteindruck nicht bleibt, denn schon am zweiten Messetag kann der Regenschirm zu Hause bleiben.


Bergmann, Avant und JCB: drei Hersteller voll elektrisch

Neben den zahlreichen Ausstellern ist auf dem großen Gelände auch ein weit gefächertes Rahmenprogramm eingeplant. So sind Musterbaustellen für Kanalbau, Spezialtiefbau und – besonders interessant – Elektromobilität angelegt. Um herauszufinden, ob es auch wirkliche Neuerungen gibt, brechen wir auf einen kleinen Rundgang auf.

Erster Halt ist die Avant Tecno Deutschland GmbH. Zwar befinde sich eine neue Maschine in Entwicklung, wie Geschäftsführer Jörg Majoli betont, diese sei aber nicht rechtzeitig zur Messe fertiggestellt worden. Stattdessen wird das Gerät voraussichtlich auf der diesjährigen Bauma zu sehen sein (ähnliche Aussagen gibt es auch bei zahlreichen anderen Herstellern zu hören). Für die Messe haben die Vertriebler des finnischen Herstellers dagegen die E-Maschine Avant E6 dabei. Mit dieser ist es möglich, Gewichte von bis zu 760 kg zu stemmen und das bei einer Hubhöhe von 2,80 Metern. Anwender können mit einer vollen Batterie zwar nur zwischen zwei und vier Stunden arbeiten, dafür ist die Ladezeit ebenfalls sehr kurz: Laut Herstellerangaben ist der Akku innerhalb einer Mittagspause wieder aufgeladen. In Sachen Anbaugeräte kann die Maschine jedoch einiges aufweisen. Immerhin sind mittlerweile 220 entsprechende Werkzeuge für die E-Maschine verfügbar.

Weiter geht es bei der JCB Deutschland GmbH. Allerdings lassen sich am Stand des Herstellers kaum entsprechende Maschinen finden. Nur ein einziger HDT 5E-Dumpster steht verloren zwischen den zahlreichen Verbrennern herum. Alle E-Produkte sind auf der mittlerweile stark frequentierten Musterbaustelle im Einsatz: Neben einem weiteren Dumper und einem 525-60-E-Teleskoplader ist hier auch ein 19C-1E-Minibagger vorhanden, dessen Vorzüge demonstriert werden. Bei einem Betriebsgewicht von 1.902 kg und einer maximalen Grabtiefe von 2,819 Metern ist die Maschine gut für beengte Einsätze im urbanen Umfeld geeignet. Besonders, wenn Ruhezeiten beachtet werden müssen, punktet der Minibagger mit seinen niedrigen Arbeitsgeräuschen. Laut Hersteller betreiben die vier Lithium-Ionen-Batterien die Maschine einen ganzen Tag lang. Ebenfalls ist eine Schnell-Ladung möglich.

Bei der Bergmann Maschinenbau GmbH & Co. KG ist der Messe-Fokus auf E-Fahrzeugen jedoch gut zu beobachten: Demonstrativ vorne steht der vollelektrische Allrad-Transporter M804e. Das M im Namen steht für „Muncipality Line“, also kommunale Ausführung, und diesem Fokus wird die die Maschine durch die Anbaumöglichkeit zahlreicher Geräte gerecht. So lassen sich z.B. Bewässerungs-, Reinigungs-, Landschafts- oder Winterdienstarbeiten mit dem M804e erledigen. Zusätzlich dazu bietet die Maschine die Möglichkeit, bis 4.250 kg zu befördern. Trotz der hohen Last wird lediglich die Führerscheinklasse B benötigt. Durch den drehbaren Fahrersitz lassen sich zahlreiche Einsatzmöglichkeiten realisieren.

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Steelwrist und engcon: Tiltrotatoren und Schnellwechsler

Steelwrist Deutschland konstruiert schon seit langem Tiltrotatoren und Schnellwechsler, daher verwundert es nicht, dass die Vertriebler des Unternehmens nun eine Kombination von beidem vorstellen. So können alle Steelwrist-Tiltrotatoren mit der unternehmenseigenen SQ-Technologie ausgestattet werden, die einen schnellen Wechsel hydraulisch angetriebener Anbauwerkzeuge ermöglicht. Die entsprechenden Adapter basieren auf dem symmetrischen Open-S-Standard und sind daher mit den Produkten weiterer Hersteller kombinierbar.

Ebenfalls um das Schnellwechseln geht es bei der engcon Germany GmbH. So hat das Unternehmen vor Kurzem sein Schnellwechselsystem EC-Oil am Tiltrotator EC206 für Bagger von vier bis sechs Tonnen eingeführt. Neben einem neuen Drehgelenk und mehr Anschlüssen bietet das Gerät nun die Möglichkeit, eine separate Greifkassette anzuschließen. Diese erweitert den Bagger um eine weitere Funktion und kann je nach Bedarf auch schnell wieder abgenommen werden, um unnötige Lasten zu vermeiden. Außerdem können Anbaugeräte nun über die die zusätzliche Hydraulikbuchse des Baggers angeschlossen werden, was einen höheren Öldurchfluss ermöglicht.

Kemroc und Bautec: Die richtigen Maschinen für den richtigen Einsatz

Für die TiefbauLIVE haben die Experten der Kemroc Spezialmaschinen GmbH eine Neuheit dabei: die KTR 65, eine Grabenfräse für mittelharte Gesteine, geeignet für Bagger mit einem Einsatzgewicht von 18 bis 25 Tonnen. Nach der Präsentation des Geräts wird zwar schnell klar, dass der weiche Karlsruher Boden zukünftig wahrscheinlich nicht zu den Einsatzgebieten der Maschine zählt, aber immerhin lassen sich Funktionsweise und Abmessungen des angelegten Grabens gut einsehen. Die Fräsbreite liegt bei 170 bis 350 mm, außerdem erreicht die Fräse eine Tiefe von 1.000 bis 1.800 mm. Des Weiteren kann sie durch Sonderausstattungen und Zusatzmodule wie etwa Grabenräumer, Eintauch- oder Rotationsmodule auf den jeweiligen Einsatz angepasst werden.

Nicht ums Graben, sondern ums Bohren geht es bei der Bautec Machinery GmbH. Denn für die hauseigenen Digga-Bohrschnecken bietet das Unternehmen mit seinem Halo-System eine einfache Möglichkeit, um die Ausrichtung des Geräts vor dem Bohren zu verbessern. So zeigt ein Ring von LEDs, der an einen Sensor angeschlossen ist, die Position des Werkzeugs an: Steht der Bohrer lotrecht, wird dies vom Sensor registriert und alle LEDs leuchten grün auf. Sollte es aber eine Abweichung in der Vertikalen geben, geben die LEDs ein rotes Signal von sich. Zusätzlich zu den Werkseinstellungen lassen sich auch andere Winkel realisieren.

Samedia und Fliegl: Alles für den Beton

Wirklich neu ist die Betonbaustelle (BTS) der Fliegl Bau und Kommunaltechnik GmbH zwar nicht mehr, allerdings haben die Konstrukteure des Unternehmens nun ein paar neue Möglichkeiten der Zahlungsabwicklung realisiert. Wie der Name vermuten lässt, können Kunden bei der Tankstelle Beton für ihre Baustellen entnehmen. Bisher war dies jedoch nur mit vordefinierten Mengen möglich. Abhilfe sollen jetzt QR-Codes schaffen, die individuelle Abnahme-Mengen möglich machen. Außerdem können nun auch Chipkarten an Stammkunden ausgegeben werden, um diesen den Abnahmeprozess zu erleichtern. Und schließlich ist auch eine Zahlung via EC-Karte möglich.

Abschließend präsentiert sich die Samedia GmbH. Denn das Unternehmen aus Denzlingen hat eine neue Lösung für das Betonbohren entwickelt. Mit dem BST 220-Set lassen sich bis zu 30 cm Beton ohne Zuhilfenahme von Wasser bohren. Ermöglicht wird das Ganze durch die sogenannte Micro-Perkussion, einen besonders weichen Schlag des Bohrers, während entstehender Betonstaub durch eine entsprechende Anlage abgesaugt wird.

RecyclingAKTIV & TiefbauLIVE 2023

Nach dem Rundgang über die Messe bleiben gemischte Gefühle zurück. Als eine der ersten Messen 2022 macht die Karlsruher Traditionsveranstaltung eine gute Figur. Trotz einiger präsentierten Neuentwicklungen entsteht jedoch der Eindruck, dass sich viele Hersteller ihre brandaktuellen Produkte und wichtigen Ankündigungen für die diesjährige Bauma aufheben. Umso besser also, dass die nächste RecyclingAKTIV & TiefbauLIVE schon bald wieder stattfinden wird – genauer gesagt vom 27. bis 29. April 2023.

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