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NACHGEHAKT BEI STEYR Hormann: „Der Bedarf, speziell die Nachfrage nach alternativen Produkten, ist durchaus stark“

Die Firma STEYR – CNH Industrial Deutschland GmbH – mit Sitz in Heilbronn hat sich folgende Maxime auf die Fahnen geheftet: „Was braucht der Kunde an Lösungen für seine aufkommenden Probleme.“ Seit bereits 76 Jahren arbeitet das Unternehmen dementsprechend lösungsorientiert. In den 1960er-Jahren folgte mit der allradgetriebenen Ausführung des 190ers der Startschuss zur Produktion der Sondermaschinen. Sowohl Kommunal- als auch Forsttraktoren vertiefen seither das Sortiment.

Lesedauer: min | Bildquelle: CNH Deutschland GmbH
Von: Alisa Creutzmann
Von: Michael Loskarn

Im Gespräch mit Key-Account-Manager Jona Hormann hat Bauhof-online.de unter anderem erfahren, ob sich der 6280 Absolut CVT zwischenzeitlich am Markt etabliert hat, welchen Vorteil das elektrische Fronthubwerk im Winterdienst mit sich bringt und was die Zukunft hinsichtlich vollautonomer Traktoren zu bieten hat.

 

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Herr Hormann, bereits in den 1960er-Jahren entwickelte STEYR eine allradgetriebene Ausführung des 190er. Sicherlich ergaben sich dadurch neue Bereiche der Fahrzeugnutzung. War dies der Beginn von STEYR Traktoren im Winterdienst?

Jona Hormann: Dies ist tatsächlich der Beginn gewesen. Dieser Startschuss prägte die gesamte STEYR-Produktpalette und ebnete den Weg in den Bereich der Sondermaschinen – Kommunal- sowie Forsttraktoren. Bis heute wird bei STEYR-Traktoren immer wieder die Frage in den Raum geworfen: Was braucht der Kunde an Lösungen für seine aufkommenden Probleme? Wir versuchen mit unserem Handel am Ohr des Kunden zu sein, mit ihm Lösungen zu finden sowie eine aufrichtige Kommunikation zu führen. So hat sich STEYR mit den Sonderlösungen bei Kunden immer und immer wieder hervorgehoben.

 

Unter dem STEYR-Konzept versteht sich ein Hybrid-Elektro-Antrieb, bestehend aus einem Verbrennungsmotor, einem Generator sowie mehreren Elektromotoren, mit dem eine Null-Emission-Fahrt möglich ist – sowohl in Bezug auf Abgas - als auch auf Lärmbelastung. Auf welche Resonanz stößt dieses System bei Kommunen?

Hormann: Dieses Thema ist aktuell sehr spannend und wird sehr gerne kommuniziert. Da wir häufig mit Kunden am Tisch sitzen, werden wir auch selbstverständlich häufig darauf angesprochen. Viele Themeninhalte sind, wurden und werden weiterverfolgt, um dieses Konzept für den Kunden funktionell anbieten zu können. Durch Bedürfnisse und örtliche Gegebenheiten ist es zum momentanen Zeitpunkt noch sehr unterschiedlich, dass jedoch keine generelle Fragestellung vom Kunden definiert wird. Der Bedarf, speziell die Nachfrage nach alternativen Produkten, ist aber durchaus stark.

Das elektronische Fronthubwerk (EFH) ist ein System mit batteriebetriebener Frontgeräteentlastung. Inwiefern profitieren Kommunen in Sachen Winterdienst von dieser Technik?

Hormann: Die EFH mit Bodendruckentlastung ist definitiv ein Vorteil im Winterdienst. Wenn der Schneeschild voll auf dem Boden aufliegt, reduziert dies das Gewicht auf der Vorderachse, da der Salzstreuer im Heck die Vorderräder anhebt. Das Ganze ist vergleichbar mit einer Wippe. Mit der Bodenauflage-Druckregelung kann eingestellt werden, dass der Schneeschild beispielweise mit nur 100 kg auf der Straße aufliegt und der Rest des Gewichtes in der Vorderachse hängt. Somit wird die Schürfleiste des Schneeräumschildes geschont und hat eine geringere Abnutzung. Im Kommunalbereich ist die Kommunalplatte mit DIN-Norm das Maß und in tatsächlichen Kommunaldiensten der Standard. Denn mit oder ohne EFH hat die Fronthydraulik für den Kommunaldienst nicht besonders viele Vorteile. Dagegen bietet der von STEYR entwickelte EURO-III-System-Adapter mit Unterzug diverse Vorteile für den Sommer- als auch für den Winterdienst. Wir sprechen bei diesem System von einer zertifizierten und freigegebenen Lösung durch uns als Hersteller. Diese sowie weitere Lösungen kommen mit dem Fahrzeug ab Werk und werden unseren Kunden und auch dem STEYR-Vertriebspartner entsprechend angeboten.

Im November vergangenen Jahres präsentierte Ihre Firma den 6280 Absolut CVT. Wie hat sich dieser bis jetzt am Markt etabliert?

Hormann: Der STEYR Absolut CVT punktet mit einer PS-Klasse, auf die viele Kunden schon lange gewartet haben. Und das Warten hat sich gelohnt. Denn bei diesem neu aufgebauten Modell sind erstmalig diverse Featrues an Bord, um zukünftig eine tragende Säule im Bereich der Traktorenklassen zu schaffen. Die Kabine ist eine Klasse für sich, bei der der Fahrer in die Produktveränderungen miteinbezogen wurde: angefangen beim Einstieg in eine neue extrem leise Kabine mit 66 dB(A) Geräuschpegel und einem Innenraum mit acht Prozent mehr Platz. Zusätzlich ist die Kabine mit Klimaanlage sowie mit Sensoren für die Innenbeleuchtung ausgestattet. Außerdem bietet das Fahrerhaus erhöhten Komfort durch ein fortschrittliches Federungssystem, bei dem Vorderachse, Kabine und die Schwingungstilgung des Heckhubwerks aufeinander abgestimmt sind. All das ist sowohl für den kommunalen als auch forstwirtschaftlichen Bereich eine hervorragende Ergänzung, um bei unterschiedlichsten Einsatzzwecken genau das aus der Maschine rauszuholen, was benötigt wird. In erster Linie spielt die Maschine in Sachen Effizienz hier ihre Stärken aus. Die neue Modellserie des Absolut hat sich in jedem Einsatzbereich sehr positiv etabliert. Gesamtkonzept dieser Maschinengröße sowie die für Kunden neu entwickelten Features bieten einen riesigen Mehrwert. Sowohl diese Entwicklungen als auch Ergänzungen habe sich absolut gelohnt. Auch unsere Kunden aus unterschiedlichsten Einsatzbereichen melden uns dies zurück. Übrigens, für den Kommunalbereich liefern wir alle nennenswerten Lösungen, wie den EURO-III-Adapter, Rückfahreinrichtungen oder Forstschutz nach ISO 8083 sowie ISO 8084.
 

Längst entlastet S-Tech den Fahrer. Unter anderem ermöglicht es mit dem S-Turn ein automatisches Wenden. Wird es in Zukunft vollautonome Traktoren von STEYR geben, beziehungsweise kann ein Fahrer komplett ersetzt werden, ohne dass die Qualität der Arbeit darunter leidet?

Hormann: Konzepte gibt es vonseiten STEYR-Traktoren, jedoch stand die Autonomie bisher nicht an erster oder zweiter Stelle. Heutzutage wäre und ist es möglich, Voll-Autonomie im Bereich der Traktoren zu integrieren. Die normalen Szenarien auf dem Feld des Landwirtes sind ja bereits alle in die Arbeitsabläufe der Nutzer eingeflossen. Bei unserem neuen System gibt es aber noch weit mehr als nur das parallelgeführte Fahren. Dennoch muss und wird die Qualität der Arbeit darunter nicht leiden. Im Gegenteil: Sie wird genauer und auch effizienter ausgeführt. Hierbei gibt es diverse Helfer an Bord einer solchen Maschine. Auch die Farmintelligenz von Maschinen wird zukünftig eine größere Rolle spielen. Zusätzlich halten Lösungen OverTheAir mehr und mehr Einzug in das System.


 

Nutzen derzeit Kommunen das traktorbasierte AGXTEND XPU zur herbizidfreien Unkrautbekämpfung?

Hormann: Es handelt sich hier um ein neuartiges Konzept, Unkräuter nachhaltig zu bekämpfen, etwas bisher nie Dagewesenes, das wir auf Messen präsentieren und bereits in der Praxis eingesetzt wird. Insbesondere kommunale, aber auch Kunden aus dem Garten- und Landschaftsbau finden diese Art von Lösung zur Unkrautbekämpfung höchst interessant. Das System bietet eine schnelle und wirksame Bekämpfung auf umweltfreundliche Weise – und dies auch bei invasiven Pflanzen und chemikalienresistenten Unkräutern. Immer mehr Kommunen verkünden ihr Interesse, einen XPU im Frontanbau oder als XPA am Ausleger einzusetzen. Um dies zu ermöglichen, bieten wir zum Beispiel über die STEYR-Vertriebspartner spezielle Mietlösungen für unsere Kunden an. Des Weiteren arbeiten wir intern kontinuierlich daran, die Produktpalette für andere Einsatzbereiche zu erweitern, sodass unser Angebot die Bereiche von Bordsteinkanten und Wegen bis hin zur Behandlung großer Flächen abdeckt.
 

Gibt es in naher Zukunft Neuheiten aus dem Hause STEYER in Zusammenarbeit mit FPT Industrial in Sachen Hybridmotoren?

Hormann: Zu diesem Thema würden wir Ihnen sehr gerne mehr erzählen, jedoch sind dies leider Themeninhalte, zu denen ich aktuell nichts sagen kann. Freuen Sie sich auf die kommenden Messen.

 

Auf welche Highlights dürfen sich STEYR-Fans in den kommenden zwei bis drei Jahren freuen?

Hormann: Rund um die kundenspezifischen Wünsche und Anforderungen werden und haben wir uns wieder fokussiert. Hierbei wird sich jede Kundengruppe freuen, von uns zu hören und die Ergebnisse auf den Messen sehen zu können. Versprochen: Auch weiterhin spielen die Kundengruppen Kommunal sowie Forst bei STEYR-Traktoren eine sehr große Rolle.

 

Fakten zu STEYR – CNH Industrial Deutschland GmbH:

Anzahl der Mitarbeiter: ca. 200          

Geschäftsführer: Marc-Peter Bormann (mit Sitz in Heilbronn)

Sitz: Heilbronn Deutschland // St. Valentin Österreich mit einer Produktionsstätte (die umfangreichste von den STEYR Traktorenmodellen)

Gründung: 1947 in Österreich / St. Valentin

Produktions-/Verkaufsflächen: Vertrieb durch regionale Vertriebspartner

 

 

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