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NACHGEHAKT BEI SANY Vom Prototyp in Orange bis zum barrierefreien Minibagger – SANY steht für Diversität

Seit Ende der 1980er-Jahre – in erster Linie auf Schweißtechnik spezialisiert, dann jedoch auf Schwermaschinen substituiert – vertreibt die SANY Europe GmbH Baumaschinen. Jüngst wurde der erste behindertengerechte Bagger ausgeliefert.

Lesedauer: min | Bildquelle: SANY Europe GmbH
Von: Alisa Creutzmann
Von: Michael Loskarn

Im Gespräch mit European Marketing Manager Timm Hein hat Bauhof-online.de unter anderem erfahren, wie sich der vollelektrische Minibagger SY19e auf dem Markt etabliert hat und wie praktikabel sich dieser zeigt sowie welches Bagger-Modell einen Prototyp in Orange darstellt. Außerdem verriet Hein, dass das Unternehmen in die Nutzfahrzeugbranche einsteigen wird.

Vom Schweißbetrieb zu einem der größten Schwermaschinen-Hersteller weltweit – Herr Hein, weshalb entschied sich die Firma damals ausgerechnet dafür, Hafenmaschinen und später dann Baumaschinen zu produzieren und zu vertreiben?

Timm Hein: 1993 fiel die Entscheidung, Baumaschinen zu entwickeln, da diverse Infrastrukturprojekte in China geplant waren. Hier hat man die Zeichen der Zeit erkannt und konnte dieses Wachstum auch zum rapiden Aufbau der noch jungen Firma nutzen. Die Expansion nach Europa begann mit dem Börsengang im Jahr 2003, wo es die Leitentscheidung gab, von nun an internationale Märkte zu erschließen. Neben Bedburg als Zentrale für Europa wurden auch Gesellschaften in Indien, USA und Brasilien gegründet, um somit vor Ort auf die Bedürfnisse der Kunden besser eingehen zu können. Das beinhaltet neben den Bereichen Produktion auch den Vertrieb, Service sowie die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen. 

Im Jahre 2008 wurde Sany Germany, heute Sany Europe, im nordrhein-westfälischen Bedburg gegründet. Angesichts welcher Kriterien entschied sich das internationale Unternehmen bei seinem ersten europäischen Standort für eine kleine Stadt in nicht unmittelbarer Hafennähe?

Hein: Bedburg konnte sich damals als zentraler Standort in Europa durchsetzen. Der Grund für den mit 14 Hektar recht großen Firmensitz ist die Infrastruktur. Diese ist hier gut ausgebaut, und somit ist die Logistik in alle wichtigen Länder in Europa sehr gut abzubilden. Zudem konnte Nordrhein-Westfalen mit qualifizierten Arbeitskräften bei angemessenen Kosten punkten.

2012 übernimmt die baden-württembergische Holding GmbH Putzmeister die Märkte für Betonmaschinen außerhalb Chinas und sorgt dafür, dass die Produktion in Deutschland konsolidiert. Nur ein Jahr später wurden die ersten im Inland produzierten Maschinen ausgeliefert. Konnte ein monetärer Unterschied aufgrund des Siegels „Made in Germany“ festgestellt werden?

Hein: Die hohe Geschwindigkeit in der Umsetzung diverser Projekte ist bis heute eine absolute Stärke von SANY. Dieser wichtige Schritt ermöglichte es nun, die Vorteile der enormen Schlagkraft und Größe mit dem der deutschen Ingenieurskunst und Akribie zu vereinen. Seit dieser Entwicklung haben sich sowohl die Marke SANY als auch Putzmeister hervorragend entwickelt. Der „Service vor Ort“ ist hierbei ein wichtiger Aspekt, den unsere Kunden seitdem sehr schätzen.


Seit 2015 sind auch Minibagger fester Bestand des Produktportfolios. Somit wurde der Hersteller auch für die Kommunalbranche interessant. Wenn es einen SANY-Prototyp in Orange gäbe – für welches Modell würden Sie sich entscheiden?

Hein: Generell könnten hier alle unsere Minibagger durch ihre umfangreiche Standardausstattung punkten. Im kommunalen Umfeld würden wir allerdings einen unserer jüngsten Zugänge sehen, den SY19e, einen elektrischen Minibagger, der nahezu geräuschlos aber mit voller Kraft seine Arbeit verrichten kann und somit perfekt ins kommunale Umfeld passt. Und was die Sonderlackierung angeht – so brauchen Sie lediglich einen Haken in der Preisliste im Bereich „Sonderlackierung“ setzen. Hier liefern wir regelmäßig Maschinen aus, die der Wunschfarbe des Auftraggebers entsprechen.

Von Seiten SANY Europe gab es diesen Mai mehrere Neuigkeiten. Das Unternehmen präsentierte den vollelektrischen Minibagger SY19E in einem auffälligen Hellblau auf der demopark in Eisenach. Gab es seither schon erste Verkäufe? Und welches Feedback erhalten Sie von den Anwendern bezüglich der Leistung?

Hein: Der 19E ist in der Tat gerade sowohl in der Miete als auch in verschiedenen Tests unterwegs, und die ersten Maschinen warten beim Händler auf ihre neuen Besitzer. Dabei sind die Kunden von der Leistungsfähigkeit und der modernen Haptik der Maschine beeindruckt. Auch kommt häufig die Frage nach der Laufzeit und der Praktikabilität. Diese wurden von allen Testern bisher mit „Ja, damit kommst du gut durch den Tag“ beantwortet und „Laden? – Geht überall“, da hier dank des mitgelieferten Adapterkabels und des integrierten Ladegerätes – vom Schuko-Stecker bis hin zur Schnellladesäule – die gesamte Breite der bestehenden Infrastruktur genutzt werden kann.

Ebenfalls im zweiten Quartal dieses Jahres hat der Händler Klarmann Bau- und Landmaschinen GmbH erstmals einen SY26U-Minibagger behindertengerecht umgebaut. Möglicherweise ist das eine Antwort auf die Frage, wie dem aktuellen Fachkräftemangel entgegengewirkt werden kann. Wäre ein barrierefreier Bagger ab Werk in naher Zukunft denkbar?

Hein: Wir sind dankbar, dass wir mit Klarmann einen Händler haben, der es versteht, auf die individuellen Anforderungen der Kunden einzugehen und hier entsprechende Lösungen geschaffen hat. Allerdings sehen wir unsere Stärke eher im Vertrieb eines sehr gut ausgestatteten Massenprodukts, als in der Individualisierung. So können wir als Hersteller günstig qualitativ sehr hochwertige Produkte anbieten und haben gleichzeitig mit unseren Händlern Partner, die hier bei Bedarf noch individuell das Produkt an die jeweilige Anwendung anpassen können.

Welche weiteren Neuigkeiten erwarten die SANY-Fans in den kommenden zwei bis drei Jahren?

Hein: SANY ist wahnsinnig schnell im Bereich der Produktentwicklung. Dies liegt zum einen an der Größe des Konzerns, aber auch an einem ungewöhnlich hohen Anteil an der Reinvestition. Dabei werden fünf bis sieben Prozent des Umsatzes in die Entwicklung von Produkten zurückgeführt. So wird aktuell neben dem Ausbau der Baumaschinensparte auch der Bereich der Straßenbaumaschinen in Europa aufgesetzt und natürlich die Elektrifizierung maßgeblich vorangetrieben. Neben weiteren Baggern und Hafenmaschinen arbeiten wir aktuell an der Einführung der SANY-E-Trucks, welche batteriebetrieben und völlig emissionsarm in Europa unterwegs sein werden. Diese können dann über Ladesäulen geladen werden, die den Strom aus SANY-Windkraftanlagen gewonnen haben – und somit schließen wir den gesamten Kreislauf.


Fakten zur SANY EUROPE GmbH:

Anzahl der Mitarbeiter: 130

Geschäftsführer: Nan Jiang / Christoph Kaml

Sitz: Bedburg (Nähe Köln)

Gründung: 2008 als SANY Germany – 2011 Einweihung des Industrieparks in Bedburg

Produktions-/Verkaufsflächen: 14 Hektar Areal – circa 1/3 bebaut

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