Partner

DIGITALISIERUNG Kommunale Datenwerke – Daten sicher austauschen

Um den Datenzugang im kommunalen Umfeld zu erleichtern, läuft in Mainz gerade das Projekt „(Inter-)Kommunale Datenwerke – KDW“. Ziel der Entwicklung ist ein kommunales Shared Data-Portal. Dies könnte auch für Bauhöfe von großem Nutzen sein.

Lesedauer: min | Bildquelle: Pexels/Brett Sayles
Von: Tim Knott

Bei Arbeiten im kommunalen Rahmen spielen Informationen eine große Rolle. Oftmals müssen sich kommunale Akteure mit vielen anderen Einrichtungen der eigenen Stadt vernetzen, um Baustellen oder ähnliche Projekte möglichst störungsfrei bearbeiten und realisieren zu können. Der Informationsaustausch gestaltet sich bisweilen jedoch etwas mühselig, manchmal kommt er gar nicht zustande. Das geschieht z.B. wenn es um restriktive KRITIS-Daten (Daten der kritischen Infrastruktur) geht, oder Verantwortliche aufgrund einer unklaren Rechtslage durch eine Informationsweitergabe Verstöße gegen die DSGVO befürchten.

Um eine sichere und einfache Grundlage für den Datenaustausch zu schaffen, ist Anfang des vergangenen Jahres das Projekt „(Inter-)Kommunale Datenwerke – KDW“ gestartet worden. Projektpartner sind das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS, die Datenkompetenzzentrum Städte und Regionen DKSR GmbH sowie die Mainzer Stadtwerke AG. „Wir haben in Projekten mit den Mainzer Stadtwerken seit über drei Jahren festgestellt, dass wir in der kommunalen Daseinsvorsorge die Daten von vielen kommunalen Akteuren brauchen, um etwas zu optimieren“, berichtet Tim Cleffmann, Chief Business Development Officer der DKSR GmbH.

Ein Beispiel für eine solche Optimierung ist der städtische Ausbau von E-Ladesäulen, für den eine Vielzahl an Informationen gebraucht wird – von Stromleitungen über die Summe der E-Fahrzeuge der Stadt bis zu verfügbaren freien Flächen. Allerdings liegen all diese Informationen in verschiedenen Behörden oder Betrieben und stehen zudem nicht immer frei zur Verfügung. „Deswegen haben wir uns entschieden, das kommunale Datenwerk zu bauen, einen Datenraum, wo die kommunalen Akteure innerhalb einer Stadt sicher untereinander genau diese Daten teilen können, damit wir am Ende eine effizientere kommunale Daseinsvorsorge auf einer breiteren Datenbasis ermöglichen können.“


Eine Chance für Bauhöfe

Und hier kommen die Bauhöfe ins Spiel. Denn neben stadtplanerischen Vorteilen wie dem E-Säulen-Ausbau lassen sich auch die diversen Einsätze, die die Kommunalexperten während eines Jahres fahren, durch einen optimierten Informationsfluss besser auf die Umgebung abstimmen. So kann eine Plattform wie KDW hilfreich sein, die Effizienz zu steigern, etablierte Prozesse im Bauhof zu optimieren und letztlich Kosten zu reduzieren.

Um hier möglichst anwendungsbezogen zu programmieren, hat das Projektteam im Laufe der vergangenen Monate zahlreiche Betriebsleiter interviewt und zu ihren Anforderungen an die Software befragt. Neben einer breiten Vernetzung mit kommunalen Unternehmen, anderen Städten und Firmen stehen die KDW-Koordinatoren auch in ständigem Austausch mit einer Anwaltskanzlei. So wird gewährleistet, dass alle Maßnahmen juristisch abgesichert sind. „Es gibt beim Umgang mit Daten nichts Schlimmeres, als wenn kein Vertrauen in die Rechtssicherheit da ist“, so Cleffmann. Die DSGVO zu beachten sei hierbei allerdings kein Problem, da sehr selten personenbezogene Daten gebraucht würden. Vielmehr liege die Schwierigkeit in der Wahrnehmung der Akteure, die Sorge vor Konsequenzen durch die Nichtbeachtung der DSGVO hätten. Diese Angst wollen Cleffmann und seine Kollegen ausräumen.

Noch haben die Experten nicht alle offenen Fragen der sicheren kommunalen Informationsweitergabe geklärt, allerdings läuft das Projekt noch bis August und auch für die Zeit danach bestehen schon Pläne: „Wenn wir die Software gebaut haben, wünschen wir uns natürlich, dass sie auch in anderen Städten genutzt werden kann“, so Cleffmann. „In welcher Form das dann stattfindet, bleibt zu prüfen, aber die Software ist Open Source, sodass sich mehrere Städte dieses Themas annehmen können.“

Partner
[37]