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BAUHOF-PORTRÄT Achim bei Bremen: neue Konzepte für Kommunalorange

Ein Betrieb im Umbau – So könnte der Bauhof Achim auch beschrieben werden. Hier arbeiten Betriebsleiter Daniel von Salzen und seine Mitarbeiter eifrig daran, das Maschinen- und Geräteportfolio der Einrichtung immer auf dem neuesten Stand der Technik zu halten.

Lesedauer: min | Bildquelle: Tim Knott
Von: Tim Knott

Wir sind sozusagen die zweite Feuerwehr. Wir sind zwar nicht fürs Feuer zuständig, dafür für alles andere, was anfällt. Und wenn jemand nicht mehr weiterweiß, dann ruft er hier an“, fasst Betriebsleiter Daniel von Salzen die Funktion des Bauhofs Achim zusammen. Gemeinsam mit 51 Mitarbeitern kümmert er sich Tag für Tag um die Belange der niedersächsischen Stadt bei Bremen und ohne Teamwork geht hier nichts. Denn neben der alltäglichen Arbeitsbelastung stehen aktuell auch die Planungen für neue Betriebsgebäude im Fokus. Höchste Zeit, wie von Salzen ausführt. „Wir sind jetzt seit Anfang 2000 in diesen Räumlichkeiten. Damals waren wir allerdings auch nur die Hälfte der aktuellen Belegschaft“. Deswegen hat der umtriebige Bauhofleiter bereits einige Neubauten für die Fahrzeuge des Betriebes bauen lassen. „Dadurch haben wir unsere Lagerfläche fast verdreifacht. Das war mir wichtig, denn Maschinen trocken zu halten ist auch eine Wertesicherung.“ Sonst sind diese wesentlich reparaturanfälliger. Doch die Lagerflächen sollen nicht das Ende der Fahnenstange sein, auch ein größeres Verwaltungsgebäude mit Sozialbereich ist geplant. „Da sind wir gerade in der Machbarkeitsstudie, der Bau soll dann Mitte 2026 fertig sein.“ Eine Erneuerung von Salzlager und Streusalzsilo war ebenfalls Teil der Neubauten. Letzteres verfügt nun über eine Lagerkapazität von 90 Tonnen, so von Salzen: „Damit haben unsere Winterdienstler jetzt 25 Tonnen mehr Spielraum als vorher, um auf Eis und Schnee zu reagieren.“ Eine 6.000-Liter-Soleanlage komplettiert die Einrichtung. Also alles bereit für den Achimer Winter?

„Im vergangenen Jahr gab es zwei größere Winterdienst-Einsätze, aber da sind wir mit allen Mann raus, haben klar Schiff gemacht und dann war es auch gut.“

-Daniel von Salzen, Bauhofleiter in Achim

„Welcher Winter?“, fragt der Betriebsleiter lachend. Zwar müssten die Bauhof-Experten immer auf alles vorbereitet sein, doch vom „klassischen“ Winter habe sich Norddeutschland etwas entfernt. „Die letzten zwei Jahre waren relativ ruhig. Sonst hatten wir immer circa zehn bis zwölf Tage, die sich im Winterdienst bemerkbar gemacht hatten.“ Auch Eis hielte sich eher zurück, sodass die Bauhof-Experten auf wenig Probleme stoßen würden. Nur ab und zu ist dann doch mal ein Großeinsatz angebracht: „Im vergangenen Jahr gab es zwei größere Ereignisse, aber da sind wir mit allen Mann raus, haben klar Schiff gemacht und dann war es auch gut.“

Wenn es dann aber doch mit dem Schnee losgeht, setzt das Winterdienst-Team von Achim auf einen 14-Tonner-Lkw mit Räumschild und Schmidt-Streuaufbau. Alternativ sind Kleintraktoren von John Deere und Iseki vorhanden, die Reinigungsaufgaben, Schneebeseitigung und das Streuen auf Großflächen übernehmen. Diese verfügen über Stensballe-Frontkehrbesen sowie UKS 120 Kastenstreuer von Rauch. Bei den Streumitteln kommt FS30 für den Straßenbereich und Trockensalz für Gefahrstellen zum Einsatz. Abgesehen davon ist Splitt Mittel der Wahl, Erfahrungen mit Blähton werden aber gerade gesammelt.

Baumpflegeteam – immer im Einsatz

Parallel läuft wie im ganzen Jahr der Baum-, Hecken- sowie Verkehrssicherungsschnitt. Dazu haben die Achimer ein ganzjährig agierendes Baumpflegeteam gebildet, das sich um den Lichtraumprofilschnitt und die Verkehrssicherungsmaßnahmen kümmert. Dies wird im Winter von den anderen Grünpflegeteams unterstützt. „Meistens sind meine Mitarbeiter um Weihnachten mit dem Laub fertig, sodass wir dann im Januar/Februar die Rückschnitte haben.“ Um die Baumarbeiter zu entlasten, wurden die vorhandenen Stihl-Kettensägen für die Korbarbeiten gegen Akkumodelle ausgewechselt. Das geringere Gewicht sei hier weniger ausschlaggebend gewesen als das niedrigere Motorengeräusch, wie von Salzen berichtet. So habe das Geräusch der Zweitakter oftmals die Funk-Kommunikation zwischen den Arbeitern im Baum und denen am Boden erschwert.

Für die Pflege der Wildgehölzhecken des Gebietes kommen der Frontausleger Dücker UNA 500 sowie die Ast- und Wallheckenschere AWS 22 zum Einsatz. „Bei Großmaßnahmen schicken wir dann unseren Zeppelin ZM110 mit Sortiergreifer mit, damit er als Arbeitserleichterung eingesetzt werden kann“, erklärt der Bauhofleiter. Die Bagger-Wahl ist Resultat einer Ausschreibung und gleichzeitig ein Bonus für die Mitarbeiter, immerhin grenzt das Bauhofgelände an den Maschinenpark der Zeppelin Baumaschinen GmbH Bremen. „Sowas bietet durchaus Vorteile, muss man ganz ehrlich sagen“, gibt von Salzen lachend zu. Unterstützt wird der Bagger bei größeren Einsätzen durch einen Hakenliftanhänger mit Container sowie einen Greenmech EVO 165DT-Raupenhäcksler.

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Mehr Müll durch Corona

Deutlich unvorteilhafter ist allerdings die Müllsituation der niedersächsischen Stadt. „Vom Taschentuch bis zur illegalen Müllablagerung haben wir ein gestiegenes Abfall-Aufkommen zu verzeichnen.“ Wahrscheinlicher Grund ist hierbei die Corona-Pandemie, in der der Anstieg von Take-Away-Gerichten für eine höhere Müllmenge gesorgt hat. Damals entsorgten viele Bürger ihren zusätzlichen Hausmüll in öffentlichen Abfallbehältern und diese Praxis scheint auch in den Alltag nach der Pandemie Einzug gehalten zu haben. 2019 habe er noch 1,5 Kräfte für die Müllbeseitigung einplanen müssen, erzählt von Salzen. Mittlerweile sei die Zahl auf vier angestiegen. Als weitere Maßnahme neben dem gesteigerten Mülltourenplan haben die Mitarbeiter des Bauhofleiters die Abfalleimer Achims nun übrigens auch mit Pfandbändern ausgestattet. Darin können Pfandflaschen gesammelt werden, damit diese wenigstens keinen Stauraum im Mülleimer verbrauchen.

Doch neben den Menschen ist es auch die Tierwelt, die die Achimer beschäftigt hält, genauer gesagt das Aufkommen eines Insekts, das in der Vergangenheit schon in anderen Kommunen für Probleme gesorgt hat – dem Eichenprozessionsspinner. „Da hatten wir in diesem Jahr unseren ersten Fall. Glücklicherweise war es nur eine kleine Gruppe, weswegen unsere Mitarbeiter das Vorkommen schnell eindämmen konnten“, erinnert sich von Salzen. „Wir sehen dann im Frühling, wie es weitergeht.“

Trotz der Probleme ist der Bauhofleiter zufrieden. „Von den Fahrzeugen her sind wir gut aufgestellt. Wir hatten in den letzten Jahren immer wieder die Gelegenheit, den Stand der Technik zu halten, sodass wir aktuell einen stabilen Fuhr- und Gerätepark vorhalten können.“ Jetzt gelte es nur, die geplanten Bauvorhaben anzugehen und offen für neue Techniken zu bleiben. „Wir möchten keine Rückschritte machen und zukunftsorientiert bleiben, damit wir den Mitarbeitern weiter ein qualitatives, sicheres Arbeitsumfeld garantieren können.“

 

Fakten zum Bauhof Achim

Leitung des Bauhofes: Daniel von Salzen

Anzahl der Mitarbeiter: 51

Aufgabenbereiche: Grünflächenpflege, Baum- und Heckenschnitt, Winterdienst, Müllentsorgung, Wildkrautbeseitigung, Sportplatzpflege, Mäharbeiten

Ausstattung des Fuhrparks: MAN-14t-Lkw (Winterdienstausstattung: Schmidt Cirron-Schild und Stratos-Aufbaustreuer), div. 7,5t-Lkw, 2xSteyr-Kommunalschlepper (Typ 4110, 4130), Zeppelin ZM 110-Bagger, CAT 906-Radlader, 2xCAT 908-Radlader, 3xIseki-Kleintraktor, John Deere-Kleintraktor (Winterdienstausstattung der Kleintraktoren: Schneeschild oder Frontkehrbesen von Stensballe, Rauch UKS 120 Kastenstreuer), 2x Amazone-Mähcontainer, Multihog mit Empas-Aufbau für die Unkrautbeseitigung, Goupil G6 E, Küpper Weisser S2, Greenmech EVO 165 DT-Häcksler

Verantwortung: 255 km Straße, 170 Hektar Grünflächen

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