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Bauhof Lingen: Mit heißem Wasser gegen das Wildkraut

Sommerzeit ist Wildkrautzeit: Durch die warmen Temperaturen sprießt das Grün zwischen den Fugen von Gehwegplatten oder am Rand von Straßen und Feldern. Eine unschöne Beeinträchtigung des Stadtbildes. Bei jedem kommunalen Bauhof ist die Beseitigung von Wildkraut im Sommer daher eine Hauptaufgabe der Grünpflege. So auch in der Stadt Lingen.

„Rund die Hälfte unserer Mitarbeiter sind im Sommer mit der Grünpflege beschäftigt“, erklärt Christian Schulte, Leiter des Bauhofs Lingen. Zudem seien wie in den vergangenen Jahren fünf zusätzliche Saisonkräfte für diese Aufgabe eingestellt. „Insgesamt haben wir 110 Hektar an Grünflächen zu pflegen.“ Die Grünflächen verteilen sich auf das Gebiet der niedersächsischen Stadt und die etwas weiter gestreuten Ortsteile.

Die Entfernung des Wildkrauts erfolgt in Lingen rein mechanisch. Schulte: „Es gibt seit etwa 15 Jahren einen Grundsatzbeschluss der Stadt, dass chemischen Pflanzenschutzmittel nicht mehr eingesetzt werden dürfen.“ Je nach Fläche ist ein anderer Turnus angesetzt: In Wohngebieten und entlegeneren Regionen steht ein- bis zweimal im Jahr die Pflege an, in besonders repräsentativen Bereichen sowie auf Verkehrsflächen wie Kreisverkehren liegt die Frequenz bei bis zu einmal monatlich.

Neues Equipment für mehr Effizienz

Um in Zukunft bei der Pflege des Stadtbildes noch effizienter Vorgehen zu können, erweitert der Bauhof Lingen aktuell seine technische Ausstattung. „Wir haben uns für eine thermische Lösung entschieden“, erläutert Schulte. „Auf einem unserer Schmalspurfahrzeuge werden wir dazu einen Wassertank und die entsprechenden technischen Vorrichtungen installieren, um Wildkraut mithilfe von heißem Wasser zu entfernen.“ Das Fahrzeug soll befestigte Flächen und Radwege von dem ungewünschten Bewuchs befreien.

Das Prinzip ist einfach: Die Pflanzen werden mit heißem Wasser übergossen. Die Hitze zerstört die Eiweißbausteine, die sich in dem Wildkraut befinden. Schulte: „Wird dies in einem gewissen Turnus wiederholt, sollen auch die Wurzeln der Pflanzen bekämpft werden.“ Auf diese Weise sei ein geringeres Nachwachsen des Wildkrauts zu erwarten. Die Ausschreibung für das neue Gerät ist bereits abgeschlossen, ab Herbst wird es im Fuhrpark sein und somit ab dem kommenden Jahr zur Verfügung stehen.

Spezialist für alle kommunalen Aufgaben

Der Bauhof Lingen hat insgesamt rund 65 Mitarbeiter und ist für die klassischen Aufgaben rund um die kommunale Pflege verantwortlich. Die eine Hälfte der Mitarbeiter kümmert sich als allgemeine Kolonne um die Unterhaltung der rund 250 Kilometer Straßen und Wege, die Schilderpflege und den Veranstaltungsservice. Die andere Hälfte ist mit der Grünpflege befasst. Im Winterdienst werden beide Kolonnen mit insgesamt 50 Mitarbeitern eingesetzt. Für die kommunalen Aufgaben stehen den Mitarbeitern zehn Pritschenwagen, zwei 18-Tonnen- und ein 12-Tonnen-LKW, drei Schlepper, zwei Mäher und drei Schmalspurfahrzeuge zur Verfügung. Hinzu kommen Hubsteiger für die Unterhaltung der Straßenbeleuchtung und die klassischen Geräte für die Grünpflege wie Freischneider, Blasgeräte und ähnliches. Für den Innenstadtbereich sind darunter neben den klassischen Benzinern auch einige mit Akku betriebene Geräte enthalten. Langfristig ist der Ausbau dieses Segments im Bestand denkbar, sofern die Geräte die entsprechenden Leistungsanforderungen erfüllen.

Text: Christoph Lindemann – Redaktion Bauhof-online.de
Bild: Stadt Lingen

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