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Nachhaltiges Vorgehen bei Rodungen: Interview mit Hr. Michael Gatzke (Geschäftsführer Universal-Bau GmbH)

Die Firma Universal-Bau GmbH, Perleberg, hat für Rodungsarbeiten seit einiger Zeit eine Wurzelratte im Einsatz. Geschäftsführer Michael Gatzke erklärt im Gespräch, welche Vorteile er damit realisiert und warum er dankbar ist, wenn solche sinnvollen Erfindungen auf dem Markt zugänglich sind.

Hintergrundinformation: Die Wurzelratte ist ein speziell für die Rodung von Wurzelstubben entwickeltes Rodungsmesser. Die Idee und die Entwicklung entstanden im praktischen Alltag eines Garten- und Landschaftsbau-Unternehmers. Dieses extrem solide Baggeranbauwerkzeug ermöglicht die einfache und schnelle Rodung des gesamten Wurzelstockes, inklusive der Seitenwurzeln – und zwar in einem Arbeitsgang. Das Fräsverfahren, als bisheriges Standardverfahren, kann dies nicht leisten und erfordert immer Nacharbeiten sowie Schutzvorkehrungen. Auch beim Einsatz schwerer Bagger ist das übliche Ausgraben und Aufreißen von Wurzelstöcken zeitintensiv und mit dem Risiko behaftet, dass es zu Beschädigungen kommen kann. Denn die dann unzerkleinerten Wurzelstöcke sind unhandlich, groß und schwer, der Transport, die Entsorgung oder die Weiterverarbeitung somit teuer. Durch den Einsatz des Rodungsmessers Wurzelratte wird die Rodungszeit verkürzt und der Wurzelstubben automatisch grob zerkleinert. Das spart Arbeitszeit sowie Transport- und Entsorgungskosten. Die Wurzelratte trägt zu einem nachhaltigen Arbeitsprozess bei Wurzelrodungen bei.

Herr Gatzke, wie sind Sie auf die Wurzelratte aufmerksam geworden?
Bei einer Baustellenbesichtigung hatte jemand eine Wurzelratte am Bagger angebaut und im Einsatz. Das Gerät an sich sieht ja eher unscheinbar aus, aber als wir live gesehen haben, wie einfach damit Wurzeln aus dem Boden befördert und zerkleinert werden können, haben wir sofort beschlossen, uns dieses Anbaugerät anzuschaffen. Jetzt haben wir eine Wurzelratte W30 für den Anbau an unsere 20- bis 30-Tonnen-Bagger.

Was genau hat Sie an der Wurzelratte überzeugt?
Dass Rodungsarbeiten damit erheblich einfacher durchgeführt werden können als bisher. Für uns liegt einer der größten Vorteile darin, dass wir kein Problem mehr mit Wurzelstöcken haben, die mit ihrer Größe eine bestimmte Dimension überschreiten. Teilweise sind diese wohnzimmergroß, was einen entsprechenden logistischen Aufwand für den Abtransport mit sich bringt. Da Entsorgungscontainer auch nur bestimmte Abmaße haben, mussten wir bisher Teile dieser Riesenwurzeln vor dem Verladen mit einem Großgerät aufspalten. Da steckt ein immenser Arbeitsaufwand dahinter, ganz abgesehen davon, dass das alles Geld kostet.
Wenn nun die Wurzelratte zum Einsatz kommt, entfällt ein Großteil dieses Logistikaufwands, weil das Wurzelmaterial so kleinteilig ist, dass wir es wunderbar mit dem Tieflöffel auf einen Drei- oder Vierachser aufladen und verfahren können. Gegebenenfalls kommt auch die Nutzung als Industrieholz für die Energiegewinnung infrage, das ist hier bei uns ein großes Thema: Energie wird immer teurer und die Zulieferer sind ganz heiß auf saubere Wurzelholzstücke.

Bei welchen Projekten setzen Sie das Gerät konkret ein?
Beispielsweise bei Gewässerrenaturierungen, die wir in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg durchführen. Dabei muss auf dem Gelände, das beispielsweise wieder als Flussaue dienen  bzw. in den alten Flussverlauf umverlegt werden soll, zuerst der Wildwuchs entfernt werden, der sich dort teils jahrzehntelang ausbreiten konnte. Nach dem Abschneiden von Sträuchern und dem Fällen der Bäume verbleiben die Wurzeln im Boden. Wir entfernen diese  Baumstubben anschließend mit der Wurzelratte. Das sind eher großflächige Arbeiten.
Wir haben das Gerät aber auch an einer alten Ortsdurchfahrt eingesetzt, wo wir fast schon filigran arbeiten mussten: Links und rechts der Straße standen Bäume und unterirdisch war alles komplett verwurzelt und verwachsen – auch mit Wasser- und Gasleitungen. Mit der Wurzelratte konnten wir gut an diese Leitungen heranarbeiten und mit den vier Schneiden Wurzeln seitlich abtrennen, ohne dass wir riskierten, etwas zu beschädigen.

Wie schätzen Sie die Qualität der Wurzelratte ein?
Die Qualität ist einwandfrei. Wir haben seit der Anschaffung im Frühjahr 2011 unzählige Wurzeln gerodet, ohne auch nur einmal nachschleifen zu müssen. Das Gerät ist durchdacht sowie solide konstruiert und gebaut. Wir haben selbst  eine firmeneigene Werkstatt mit etwa acht Mitarbeitern. Dort wird jeden Tag darüber nachgedacht, wie man Prozesse, Technologien, Arbeitsabläufe oder arbeitsvorbereitende Maßnahmen besser gestalten könnte. Deshalb wissen wir Dinge, die echte Verbesserungen bringen, sehr zu schätzen. Grundsätzlich bin ich froh, dass sich Wurotec als kleiner Erfinder und Hersteller in Deutschland auf dem Markt stark gemacht hat, sodass auch wir Zugang zu diesem Gerät haben. Für ein Renaturierungsprojekt schaffen wir uns jetzt sogar noch eine zweite, kleinere Wurzelratte W6 für 1,5- bis 6-Tonnen-Bagger an – und das, obwohl ich früher immer gesagt habe: Solche Spielzeuggeräte brauchen wir nicht.

Eine Anschaffung für ein bestimmtes Projekt – rechnet sich das denn?
Natürlich schafft man sich nicht für eine einzelne Wurzelrodung ein Gerät an. Aber hier handelt es sich um eine Gewässerrenaturierung in einem vorhandenen Baumbestand. Darin verläuft ein Graben, der komplett zugewachsen ist. Ausschließlich die Bäume innerhalb des Grabens dürfen gefällt werden und wir dürfen nur mit einem kleinen Minibagger ausschachten. Mit diesem Projekt amortisiert sich die Anschaffung der zweiten Wurzelratte – mal ganz abgesehen davon, dass wir die Wurzeln und Baumstubben mit dem Minibagger ohne Wurzelratte gar nicht herausbekommen würden.

Wir danken Ihnen für das Gespräch, Herr Gatzke.

www.wurzelratte.de

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