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Holder-Chef Häusermann: „Die Marke Kärcher ist dominant. Kärcher fungiert als Dachmarke“

Noch Ende November 2019 steht für das Kärcher-Top-Management fest: Holder bleibt als starke Marke bestehen. Ein gutes Jahr später folgt zum 01. Januar dieses Jahres die Gründung der Kärcher Municipal GmbH, unter deren Dach auch zukünftig Holder firmiert. Zwischenzeitlich ist klar: Kärcher ist die Dachmarke – Kärcher ist dominant.

Von: Michael Loskarn

Ein Paukenschlag folgt bei der Kärcher-Gruppe auf den nächsten: Mit der Holder-Übernahme hatte der Reinigungsgerätehersteller aus dem schwäbischen Winnenden im September 2019 für mächtig Wirbel in der Branche gesorgt. Als „die Marke“ bei kommunalen Multifunktionsmaschinen bezeichnet der damals neue Holder-Chef und Kärcher-Vorstandsmitglied, Michael Häusermann, das Traditionsunternehmen mit Sitz in Reutlingen in jenen Tagen. Heute postuliert der Ex-Bucher-CEO im Gespräch mit Bauhof-online.de: „Die Marke Kärcher ist dominant. Kärcher fungiert als Dachmarke, als Fimenbrand.“ Zwar blieben bei den Geräteträgern sowie bei den Kehrmaschinen weiterhin die beiden Marken Holder bzw. Kärcher unter dem Dach der Municipal-Mutter bestehen. Ob es jedoch zu Anpassung des Produktportfolios kommen könnte, beispielsweise beim Holder X 45i und dem Kärcher-Geräteträger MIC 42 oder bei der B-/C-Reihe aus Reutlingen und der MIC 70 in gelb, wollte der Schweizer nicht verraten.

Was dagegen die strategischen Ziele von Holder betrifft, zeigt sich der 60-Jährige redseliger. Ziel sei es, sich bei den knickgelenkten Geräteträgern weiter als Marktführer zu behaupten, bzw. durch „kombinierte Aktivitäten“ zwischen Holder und Kärcher die Marktführerschaft weiter auszubauen. Denn, Holder als „Brand aufzugeben, wäre fatal“. Schließlich nehme Häusermann die große „Holder-Fangemeinde“ sehr ernst. Doch trotz aller Positiv-Statements in Richtung Traditionsmarke in orange verbleibt ein bittersüßer Beigeschmack, wenn der Kommunalbranchen-Experte nachschiebt: „Wir müssen dennoch in die Zukunft schauen, sind nach vorne getrieben und müssen das Unternehmen für eine langfristige Zukunft fit machen.“

„Wir werden in den nächsten Jahren der führende Anbieter bei Geräteträgern bleiben und einer der führenden bei Kehrmaschinen werden sowie mittelfristig eine maßgebliche Rolle spielen“, sagt Kärcher-Vorstandsmitglied und Holder-Chef, Michael Häusermann.

Wie dieses „fit machen“ in Zahlen und Fakten aussehen soll, dazu lässt sich Häusermann nicht in die Karten schauen. Lediglich zu „wir sind auf Kurs“ oder „der Business Case geht auf“, lässt er sich hinreißen. Auf das Stichwort Unternehmensvisionen liefert er dann doch Konkreteres: „Wir werden in den nächsten Jahren der führende Anbieter bei Geräteträgern bleiben und einer der führenden bei Kehrmaschinen werden sowie mittelfristig eine maßgebliche Rolle spielen.“ In diesem Zusammenhang spiele auch der Standort Reutlingen eine maßgebliche Rolle, in den entsprechend investiert und der als Kompetenzzentrum für Geräteträger sowie als eigenständiges Unternehmen weiter ausgebaut werde. Beispielsweise liefen künftig sowohl die Ersatzteilbeschaffung bzw. das Aftersales sowie der Im- und Export zentral über Reutlingen. In Sachen Engineering fahre Kärcher Municipal dagegen eine Splitting-Strategie: je nach Marke einerseits in Reutlingen bzw. andererseits in Schwaikheim. Des Weiteren verbleibe auch das Kompetenzzentrum für Kehrtechnik bei Kärcher.

Auch in Sachen Neuordnung der Holder- bzw. Kärcher-Vertriebsstruktur bleibe derzeit alles, wie Ende 2019 geplant. Und, „bestehende Verträge wie beispielsweise mit der BayWa halten wir ein“, konstatiert der Top-Manager. Generell werde der Vertrieb von Kärcher- bzw. Holder-Produkten unter dem Dach der Municipal-Mutter Schritt für Schritt zusammengelegt. „Derzeit gibt es nur noch wenige Ausnahmen.“

Apropos Ausnahmen: Erstaunlich ist, dass bei Kärcher Municipal die Wasserstoff-Brennstoffzelle gar keine Rolle spielt. Kurz und knapp sagt Häusermann hierzu: „An diesem Thema arbeiten wir im Moment nicht.“ Dagegen erfahre der Elektro-Antrieb derzeit erhöhte Aufmerksamkeit. Zwar habe sich das Unternehmen in gelb in diesem Bereich gegenüber den Mitbewerbern etwas „verspätet“, dennoch werde sehr intensiv daran gearbeitet. „Wir sind in unmittelbarer Nähe“, verrät Häusermann. Schließlich ist Kärcher die Dachmarke, und Kärcher ist dominant.

(Bilder: Kärcher)


 

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