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Mission Impossible? – Nicht für die ferngesteuerten Großflächenmäher

Besonders im unwegsamen Gelände von Kommunen zeigen ferngesteuerte Großflächenmäher ihr ganzes Können

 

Von: Jessica Gsell


Sonne, Regen, Sonne, Regen – Die wechselhaften Wetterbedingungen der vergangenen Wochen freuen vor allem Mutter Natur. Die Folge: Sämtliche Gräser wachsen und gedeihen in einem rasenden Tempo. Für die Mitarbeiter der Bauhöfe bedeutet das eine Menge Arbeit. Denn innerhalb kürzester Zeit muss schon wieder gemäht werden. Auf ebenen Flächen ist das meist reine Routine. Anders sieht es da im unwegsamen Gelände aus. Egal ob Böschungen an Hanglage, an Straßen und Eisenbahngleisen oder auch an Wassergraben – hier können Mäharbeiten mitunter gefährlich werden. Zwar lässt sich hohes Gras mit einem Aufsitzmäher in Hanglage schon recht komfortabel schneiden. Irgendwann stoßen aber auch diese Maschinen an ihre Grenzen. Natürlich können solche Flächen ebenso mit handgeführten Einachsern bearbeitet werden. Doch das dauert seine Zeit.

Deshalb bieten immer mehr Hersteller ferngesteuerte Großflächenmäher an. Ihr Einsatz ist vor allem dann gefragt, wenn das Gelände nicht nur aus einer ebenen Grasfläche besteht, sondern einige Besonderheiten aufweist. Aufgrund ihrer oftmals geringen Höhe sowie Wendigkeit eignen sich die ferngesteuerten Großflächenmäher beispielsweise für Solarfelder oder auch gepflegte Parkanlagen. Doch den größten Vorteil bieten sie an unebenem Terrain wie Hängen, da die Maschinen – im Gegensatz zu Aufsitzmähern – so konzipiert sind, dass sie auch bei einer starken Neigung nicht abrutschen oder umfallen. Gleichzeitig bieten die ferngesteuerten Geräte eine Menge Vorteile für den Bediener. Da dieser nicht selbst in Hanglage arbeiten muss, verringert sich die Unfallgefahr. Denn durch die Fernbedienung kann beim Mähen ein Sicherheitsabstand eingehalten werden. Und auch die körperliche Belastung nimmt ab. Der Bediener der Maschine ist nun weder den Vibrationen des Gerätes noch dem Abgasausstoß sowie hohem Geräuschpegel beim Mähen stundenlang ausgesetzt.

Unter den verschiedensten Namen bieten folgende Hersteller ferngesteuerte Großflächenmäher an. Die Liste ist alphabetisch geordnet:

Agria: Mit einem Hybrid-Antriebskonzept, bestehend aus einem Elektroantrieb sowie einem Verbrennungsmotor, ist der ferngesteuerte Hochgras-Sichelmulcher agria 9600 ausgestattet. Kunden haben die Auswahl zwischen einem kleineren und einem größeren Modell. Beide sind für Hangmäharbeiten bis zu einer Neigung von 50 Grad geeignet und lassen sich auf eine Schnitthöhe zwischen 5 und 20 Zentimetern einstellen. Während der agria 9600-80 bei einer Schnittbreite von 80 Zentimeter rund 3600 Quadratmeter Fläche in der Stunde mäht, schafft der agria 9600-112 rund 5000 Quadratmeter. Durch seinen tieferen Schwerpunkt und das Raupenfahrwerk kann der Hochgras-Sichelmulcher auch auf Problemflächen eingesetzt werden. Die Fernbedienung hat dabei eine Reichweite von 300 Meter.

agria 9600-80: Gewicht 408 kg; Maße 142/120/77 cm
agria 9600-112: Gewicht 453 kg; Maße 142/150/77 cm

AS Motor: Mit dem AS 940 Sherpa 4WD RC brachte das Unternehmen im Mai 2016 eine Weltneuheit auf den Markt. Der Clou dabei: Dieser Aufsitz-Allmäher lässt sich auch bis 300 Meter per Fernsteuerung bedienen. Während sich der Sherpa im Aufsitzbetrieb bis zu einer Hangneigung von 21 Grad eignet, erreicht er ferngesteuert seine Kippgrenze bei 39 Grad. Der permanente Allradantrieb, die Agrarbereifung sowie die schaltbare Differentialsperre an der Hinterachse sorgen für eine kräftige Traktion bei Arbeiten in Hanglage. Bei einer Schnittbreite von 90 Zentimeter gelingt dem Sherpa in einer Stunde eine Fläche von 5500 Quadratmetern. Dabei ist es möglich, eine Schnitthöhe zwischen 80 und 135 Millimeter zu wählen. Der Schlegelmäher AS 750 RC dagegen funktioniert nur per Fernsteuerung und schafft dabei selbst hohen Wuchs bis rund 120 Zentimeter in steilstem Gelände, verspricht der Hersteller. Der Mäher besitzt einen tieferen Schwerpunkt sowie einen Raupenantrieb, bei dem sich beide Raupen unabhängig voneinander bewegen. Der Vorteil: Auf diese Weise behält die Maschine stets den Bodenkontakt, auch in unwegsamen Gelände. Der AS 750 RC ist zudem mit einem stufenlosen Hydrostat-Antrieb ausgestattet, durch den eine Anpassung der Geschwindigkeit möglich ist. Zugleich kann zwischen einer Schnitthöhe von 10 und 100 Millimetern variiert werden. In einer Stunde schafft der Schlegelmäher so eine Fläche von 4500 Quadratmetern und das bei einer Schnittbreite von 75 Zentimetern.

AS 940 Sherpa 4WD RC: Gewicht 310 kg; Maße 194/104/103 cm
AS 750 RC: Gewicht 330 kg; Maße 186/88/60 cm

JJ Dabekausen: Der weltweit am meisten verkaufte ferngesteuerte Träger für Anbaugeräte des niederländischen Unternehmens ist der Robocut von McConnel. Ausgestattet mit Gummilaufketten sowie Spikes ist die Maschine in der Lage, Steigungen sowie Gefälle von bis zu 55 Grad (wie auch die Modelle Robomoz und Robomax) problemlos zu meistern. Ein integriertes negatives Bremssystem verhindern zudem das der Robocut in unebenem Gelände wegrutscht. Für dieses Modell ist außerdem ein breites Sortiment an Anbaugeräten lieferbar. Eine vereinfachte Variante des Robocut stellt dagegen der Robomoz dar. Für ihn gibt es sechs verschiedene Anbaugeräte. Der Robozero ist der erste kommerziell einsetzbare Nullwendekreismäher mit Fernbedienung. Dafür ist er nur für Arbeiten an Hängen mit einer Neigung von 35 Grad geeignet. Einiges mehr an Leistung bietet der Robomax. Die Gummilaufketten und Metall-Spikes, der niedrige Schwerpunkt sowie das integrierte negative Bremssystem verhindern das Wegrutschen der Maschine und gewährleisten so eine optimale Sicherheit. Auch hier werden die Ketten, wie bei den anderen Modellen, hydraulisch über Kolbenpumpen angetrieben. Zur neuen Generation der unbemannten Traktoren zählt der Robopower. Er verfügt sowohl über ein Front- als auch Heckhubwerk sowie eine Zapfwelle. Bis zu einer Neigung von 45 Grad kann er problemlos eingesetzt werden. Bei allen fünf Modellen liegt die Flächenleistung zwischen 2000 und 3000 Quadratmetern. Der Robomax kann unter optimalen Bedingungen sogar 4000 Quadratmeter schaffen. Während die Schnitthöhe bei den Modellen Robomoz und Robocut zwischen 20 und 85 Millimetern liegt, kann sie bei den anderen Modellen, je nach Werkzeug, variieren. Dasselbe gilt auch für die Schnittbreite, die bei den Modellen Robomoz und Robocut bei 1300 Millimetern liegt. Arbeitet der Robozero mit einem Sichelmäher, erweitert sich die Breite auf 1500 Millimeter. Die Fernbedienung aller Modelle hat eine Reichweite von bis zu 150 Metern.

McConnel Robocut: Gewicht 1040 kg; Maße 1540/1310/1150 mm
McConnel Robomoz: Gewicht 940 kg; Maße 1540/1310/1150 mm
McConnel Robozero: Gewicht 875 kg; Maße 2670/1500/1150 mm
McConnel Robomax: Gewicht 1800 kg; Maße 2655/154/1300 mm
McConnel Robopower: Gewicht 4620 kg; Maße 2750/1900/1620 mm

Irus: Der deutsche Hersteller, mit Sitz in Baden-Württemberg, ist der Pionier unter den Mähraupenherstellern. Derzeit finden sich fünf Modelle von ferngesteuerten Großflächenmähern in seinem Sortiment. Zum einen gibt es den Twin. Der funkgesteuerte Geräteträger lässt sich ganz leicht in Kombination mit einem Anbaugerät zur Mähmaschine umfunktionieren. Die Grundmaschine ist dabei mit einem komplett hydraulischen Antrieb über Axialkolbenpumpen ausgestattet. Der Twin verfügt über mehrere Anbauräume für Arbeitsgeräte. Einige von ihnen können sogar gleichzeitig genutzt werden. Die Funksteuerung funktioniert bis zu einer Weite von 300 Metern. Bei einer Schnittbreite zwischen 125 und 150 Zentimetern (bei den anderen Modellen liegt diese zwischen 105 und 125 Zentimeter) kann hier in einer Stunde eine Fläche von 10000 Quadratmetern gemäht werden. Die Schnitthöhe beläuft sich bei allen Modellen zwischen null und 80 Millimetern. Eine Besonderheit des Twin: Mit der Maschine ist auch das Arbeiten bei Dunkelheit möglich. Denn der Geräteträger verfügt über LED-Scheinwerfer. Der Deltrak 2.5 ist speziell für Arbeiten im Grünsektor entwickelt worden. Auch er wird über ein hydraulisches Raupenfahrwerk angetrieben und schafft in einer Stunde bis zu 8750 Quadratmetern Fläche. Der Quatrak bildet die Ergänzung zum Deltrak. Denn er besitzt anstelle von Ketten eine Bereifung und bewegt sich deshalb über einen hydraulischen Allradantrieb. Mit diesem schafft er eine Flächenleistung von bis zu 9600 Quadratmetern. Der Vierte im Bunde ist der Evotrak. Er schließt laut Angaben des Herstellers die Lücke zwischen den Modellen Deltrak und Quatrak. So ist er beispielsweise leichter und wendiger als der Deltrak. Den Evotrak gibt es auch als Modell Solar: Aufgrund seine geringeren Höhe ist dieser vor allem für Einsätze in Solarparks gedacht. Bei allen fünf Modellen ist ein Arbeiten in Hanglage bis zu einer Neigung von 50 Grad möglich.

Twin: Gewicht 900 kg; Maße 210/125/95 cm
Evotrak (Evotrak Solar): Gewicht 640 kg (635 kg); Maße 170/125/90 cm (170/125/70 cm)
Deltrak 2.5: Gewicht 820 kg; Maße 200/125/95 cm
Quatrak: Gewicht 420 kg; Maße 170/125/95 cm

KommTek: Das Unternehmen vertreibt gleich eine ganze „Familie“ an ferngesteuerten Großflächenmäher: die RoboFlail-Reihe. Der RoboFlail one bewegt sich auf Pendelrollen und das durch einen Raupenantrieb. Dadurch garantiert der Hersteller einen festen Halt auf allen Böden. Bei einer Schnittbreite von 122 Zentimetern schafft der RoboFlail one in einer Stunde eine Fläche von bis zu 5000 Quadratmetern (wie alle anderen Modelle auch). Je nach der Beschaffenheit des Untergrundes, stellen Hanglagen bis zu einer Neigung von 55 Quadratmetern für den Mäher keine Herausforderung dar. Das liegt an der extrem breiten Spur mit innenliegendem Mähdeck. Das Fahrwerk wird hydrostatisch über zwei Pumpen mit zwei Radmotoren angetrieben. Das Modell gibt es auch als Diesel-Varianten. Der RoboFlail one Diesel besitzt im Gegensatz zu seinem Benziner-Bruder mehr Leistung. Zur Familie gehört außerdem der RoboFlail vario. Beim Multitalent mit Zapfwelle und Dreipunktgeräteaufnahme gehört die Seitenverschiebung ebenso wie die stufenlos von der Fernbedienung einstellbare Unterlenkerentlastung zum Standard. Das Modell ist besonders für das Arbeiten mit Anbaugeräten im Gelände bis 45 Grad Hanglage geeignet. Anbaubar sind alle Geräte der Kategorie 1 bis 450 Kilogramm. Auch beim RoboFlail plus handelt es sich um einen mobilen Geräteträger. Dieselmotor und Leistungshydraulik treiben Fahrwerk sowie Arbeitsgerät an. Hier zählt die Drehrichtungsumkehr zum Standard. Durch seine geringe Maschinenbreite ist das Modell speziell für den Einsatz auf engen und verwinkelten Flächen konzipiert. In Verbindung mit dem Front- und Heckmähbalken erweitert sich die Arbeitsbreite auf bis zu 3,2 Meter. Das kleinste Modell, der RoboFlail mini, ist mit seiner Schnittbreite von gerade einmal 51 Zentimetern für den Einsatz an Steilhängen beispielsweise um Schlossanlagen gedacht. Je nach System ist bei den Modellen eine Schnitthöhe bis zu zwei Metern und höher möglich. Die Fernbedienung hat dabei jeweils eine Reichweite von bis zu 300 Metern.

RoboFlail one: Gewicht 730 kg; Maße 170/180/110 cm
RoboFlail one Diesel: Gewicht 890 kg; Maße 160/180/95 cm
RoboFlail vario: Gewicht 1200 kg; Maße 265/125/120 cm
RoboFlail plus: Gewicht 980 kg; Maße 230/110/100 cm
RoboFlail mini: Gewicht 153 kg; Maße 115/90/50 cm

Rumsauer: Spider – so taufte der Hersteller Dvorak seine funkferngesteuerten Großflächen- und Böschungsmäher, die der Importeur aus Speichersdorf vertreibt. Die Maschinen sind mit einem Allradantrieb sowie einer Vierradlenkung ausgestattet, was ebenfalls einen Einsatz in Feucht- und Naturschutzgebieten möglich macht. Gleichzeitig spart der Spiderbei den Mäharbeiten Zeit, da sich seine Räder endlos um 360 Grad drehen lassen. Den Spider gibt es in zwei Ausführungen: Das kleinere Modell, der ILD01, schafft innerhalb einer Stunde maximal 3000 Quadratmeter Fläche und das bei einer Schnittbreite von 80 Zentimeter. Dabei kann die Schnitthöhe zwischen 60 und 110 Millimeter eingestellt werden. Das größere Modell, der ILD02, mäht in derselben Zeit bis zu 7000 Quadratmeter. Hier liegt die Schnittbreite bei 123 Zentimeter. Außerdem beläuft sich der Umfang der einstellbaren Schnitthöhe zwischen 90 und 140 Millimeter. Böschungen bis zu einer Steigung von 40 Grad stellen für beide Modelle kein Problem dar. Und auch darüber hinaus kann der Spider verwendet werden. Mithilfe der optional angebotenen Seilwinde mäht er Hänge mit einer Steigung bis zu 55 Grad. Der Mäher schafft außerdem Büsche und Sträucher mit einem Durchmesser von rund 50 Millimetern. Die Fernbedienung beim Spider hat eine Reichweite von bis zu 200 Metern.

Spider ILD01: Gewicht 245 kg; Maße 1200/1356/913 mm
Spider ILD02: Gewicht 335 kg; Maße 1640/1430/920 mm

Vogt: Egal ob Arbeiten in Sumpfgebieten, Steillage oder auch an Straßenböschungen: Durch ihr verstellbares Raupenfahrwerk von rund 400 Millimeter meistern die Green Climber der Reihe LV diese Aufgaben problemlos. Sowohl die 500- als auch 400- und 300-Serie bewältigen eine Hangneigung von bis zu 60 Grad. Die Green Climber LV 500 und LV 400 sind dabei mit einer Schnittbreite von 1300 Millimetern ausgestattet, die 300-Serie mit 1150 Millimetern. Das Besondere an der grünen Mähraupe von MDB: Sie kann zudem mit verschiedenen Arbeitsgeräten ausgestattet werden. Durch einen Hydraulik-Multikuppler garantiert der Hersteller dabei einen unkomplizierten Wechsel. Die Mähraupe bewegt eine Hydraulikanlage mit vier unabhängigen Förderstrom-Kolbenpumpen. Für die Arbeitsgeräte, die Zusatzfunktionen sowie das Fahrwerk sind separate Pumpen im Einsatz. Letzteres besteht aus einem Raupenfahrwerk mit drei verschiedenen Ketten. Die Mähraupe kann dabei bis zu einem Abstand von 300 Metern ferngesteuert bedient werden. Den Green Climber gibt es auch als Mini-Ausführungen F 300 und F 250. Die kleineren Modelle, ausgestattet mit einem hydraulischen Direktantrieb sowie separaten Pumpen für das Laufwerk rechts und links, schaffen sogar das Mähen unter extremsten Bedingungen wie beispielsweise an Hängen mit einer Neigung von bis zu 70 Grad oder auch auf weniger tragfähigen Untergründen. Die Schnittbreite liegt dabei bei einem Meter. Während die Mini-Ausführungen F 300 sowie F 250 in einer Stunde eine Fläche zwischen 1000 und 4000 Quadratmetern schaffen, ist mit den großen Modellen bis zu 7000 Quadratmeter möglich.

MDB Mähraupe Green Climber LV 500 (LV 400): Gewicht 1150 kg (1130 kg); Maße 205/130-170/120 cm
MDB Mulchraupe Green Climber LV 300: Gewicht 690 kg; Maße 244/114-154/104 cm
MDB Mähraupe Green Climber F 250 (F 300): Gewicht 490 kg (580 kg); Maße 138/153/95 cm

Text: Jessica Gsell - Redaktion Bauhof-online.de
Bilder: Hersteller

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