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Innovationen auf der GaLaBau 2016, die begeistern

Eine Reihe von Neuheiten gab es für die Messebesucher auch in diesem Jahr in Nürnberg. Die Bauhof-online-Redaktion hat sich selbst umgesehen und ihre Favoriten gesammelt.

Sie ist bereits eine feste Größe im Terminkalender von Garten- und Landschaftsbauern: die GaLaBau in Nürnberg. Auch in diesem Jahr kamen wieder mehr als 64.000 Besucher, um sich über die aktuellsten Trends zu informieren. In 13 Messehallen stellten 1.320 internationale Unternehmen ihre Produkte aus. Wer die angenehm klimatisierten Hallen verließ, der konnte auf der angrenzenden Aktionsfläche bei strahlendem Sonnenschein die Maschinen und Geräte selbst einmal ausprobieren. Neben Altbewährtem fanden sich auch wieder interessante Neuheiten. Dabei fällt auf, dass die Unternehmen bei der Entwicklung ihrer Produkte stets die Verbesserung der Arbeitsqualität, die Leistungssteigerung sowie die Umwelt im Blick haben. 15 von ihnen wurden dafür sogar mit der Innovations-Medaille ausgezeichnet. Auch die Bauhof-online-Redaktion hat ihre Runden auf der GaLaBau gedreht. Neben den Preisträgern haben wir aber auch noch die ein oder andere Innovation entdeckt, die uns ebenfalls begeistert hat.

Autonomes und umweltschonendes Fahren bei Aebi Schmidt

Gleich zwei Neuheiten hatte das Unternehmen Aebi Schmidt mit im Gepäck. Bis zur letzten Minute wurde am neuen Aebi EC170 entwickelt und getestet, damit er auf der GaLaBau auch seine Premiere feiern konnte. Der wendige Aufsitzgeräteträger soll zu 100 Prozent elektrisch funktionieren und deshalb sehr umweltschonend sein. Angetrieben wird er dabei von einem Lithium-Ionen-Akku sowie über zwei Elektro-Scheibenläufermotoren. Auch die Betriebskosten sind laut Hersteller mit rund zwei Euro pro Stunde mehr als überschaubar. Der Fahrer soll die Maschine bequem aus seinem ergonomischen Schalensitz heraus, gesichert mit einem 4-Punkt-Gurt, über einen Joystick steuern können. Über ein Farbdisplay in der Armlehne können zudem sämtliche Funktionen überwacht werden. Wird es dem Fahrer bei Arbeiten in Hanglage zu ungemütlich, kann der Aebi EC170 mit Raupenlaufwerk optional auch über eine Fernbedienung gesteuert werden. Laut Hersteller ist es außerdem möglich, ungebremste Anhänger mit einem Gewicht bis zu 300 kg sowie gebremste mit bis zu 500 kg anzuhängen. Das Multitalent sei zudem der erste rein elektrische Geräteträger, der eine Zulassung für alle europäischen Straßen hat. Eine weitere Neuheit aus dem Hause Aebi Schmidt betrifft den Aebi TT. Diesen soll es ab sofort auch mit der Option „autonomes Fahren“ geben. Mithilfe von GPS soll der Zweiachs-Geräteträger in der Lage sein, selbstständig und fahrerlos zu arbeiten. Die Route innerhalb eines vordefinierten Arbeitsfeldes wird dafür automatisch geplant. Zudem sei der Aebi TT aus der Distanz heraus über eine Fernsteuerung lenkbar. Und auch der bemannte Einsatz im Fahrerhaus sei weiterhin möglich. Neben einer Arbeitsentlastung sieht der Hersteller in der neuen Option auch eine Zeitersparnis. Denn während der Aebi TT seine Bahnen fährt, kann der Fahrer parallel dazu andere Aufgaben vor Ort erledigen.

Lindner setzt auch im Kommunalbereich auf Stufenlos-Technologie

Mit dem Unitrac 112 LDrive stellte das österreichische Familienunternehmen seinen ersten stufenlosen Transporter für den Kommunaleinsatz vor. Mit einem 4-Zylinder-VM-Turbo-Dieselmotor sowie dem SCR-Partikelfilter entspricht der neue Unitrac der Euro-6-Abgasnorm, so der Hersteller. Mit dem VM-Motor sowie dem Stufenlos-Getriebe sollen sowohl der Spritverbrauch als auch die Abgaswerte reduziert werden. Mit einer maximalen Geschwindigkeit von 50 km/h könne der Transporter außerdem ohne Behinderung im innerstädtischen Verkehr mitfahren. Alle Einstellungen beim Unitrac 112 LDrive werden über die LDrive-Armlehne gesteuert. Noch mehr Unterstützung für den Fahrer soll das TracLink-System bieten, das Lindner serienmäßig beim neuen Unitrac mit einer dreijährigen Garantie anbietet. Wird eines der rund 150 verschiedenen Anbaugeräte am Transporter montiert, soll es das System erkennen und dem Fahrer erst einmal eine Bedienungsanleitung geben können. Zudem sei es mit TracLink möglich, sämtliche Einsatzfahrten zu dokumentieren. Aufgrund seines Gesamtgewichts von 9,5 Tonnen musste laut Lindner die Bremsanlage verstärkt werden. Die Serienproduktion des Unitrac 112 LDrive sei für April 2017 geplant.   

Richtiges Einstellen von Kehrmaschinen mit der Kontrolleinheit von Kersten

Beim Einsatz von Kehrmaschinen kennen Bauhofmitarbeiter und Straßenreiniger ein gemeinsames Ärgernis: Herkömmliche Geräte lassen sich nur manuell einstellen. Oft werden die Bürsten dabei zu weit nach unten gestellt. Die Folgen sind ein hoher Verschleiß und uneffektives Arbeiten. Um dem entgegenzuwirken hat die Firma Kersten Arealmaschinen die Kontrolleinheit „KM Control“ entwickelt – und hierfür die Innovations-Medaille der GaLaBau 2016 erhalten. Die Kontrolleinheit könne optional an den neuen Kehrmaschinen der großen Baureihen angebracht werden. Der Fahrer kann per Knopfdruck angeben, ob es sich um eine leichte oder starke Verschmutzung handelt. Daraufhin stellt sich die Kehrwalze automatisch zum Untergrund ein. Über eine Sensorik wird laut Kersten der hydraulische Druck am Antriebsmotor der Kehrwalze erfasst. Während der Reinigungsarbeiten werden die Messwerte ständig von einem Mikroprozessor ausgewertet. Wenn nötig wird die Höheneinstellung automatisch nachreguliert, so der Hersteller. Das Bedienelement dafür befindet sich in der Fahrerkabine – ein wichtiger Punkt in Sachen Unfallvermeidung. So müssen die Fahrer nicht mehr aussteigen, um die Kehrwalze nachzustellen.

Der „Profi“ unter den Kommunalmaschinen bei Steyr

Dass der Firma Steyr der Kommunalbereich, vor allem bei den Sondermaschinen sehr wichtig ist, zeigte sich auch auf der GaLaBau wieder. Dort stellte das österreichische Unternehmen erstmals den neuen Profi CVT 4135 in der kompletten Kommunalausrüstung vor. Laut dem Unternehmen zählen zu den Highlights der Maschine neben der Kabine, die eine optimale Rundumsicht bietet, auch die Dachluke zum Arbeiten mit einem Frontlader sowie das LED-Scheinwerfer-Paket und die praktische Multicontroller-Armlehne. Noch mehr Leistung soll der Steyr Profi CVT 4135 durch den, gemeinsam mit Hydrac entwickelten, neuen Kommunalrahmen 2.0 bringen. Wie gewohnt werden auch hier sämtliche Kräfte auf die Vorder- und Hinterachse abgeleitet. Beim neuen Steyr Profi CVT 4135 wurde der Kommunalrahmen 2.0 zudem durch eine modulare Kommunalplatte mit EURO III System Adapter optimiert. Der Vorteil dabei: Der neue Kommunalrahmen soll verlässlich dafür sorgen, dass die auftretenden Schubkräfte auch sicher und materialschonend abgeleitet werden. Besonders stolz ist Steyr auf das neue Design der Profibaureihe, das an den Terrus CVT angelehnt ist. Besonders auffällig ist hierbei die markante Front. Die komplette Maschine bietet Steyr für den Endnutzer in der Kommune ab Werk an.

Atlas Weyhausen präsentiert erste Start-Stopp-Funktion in einem Kompaktlader

Befindet sich ein moderner Dieselmotor in einem Kompaktlader im Leerlauf, benötigt dieser dennoch zwischen 2,0 und 2,2 Liter Kraftstoff pro Betriebsstunde. Deshalb hat die Firma Atlas Weyhausen als erste ein hydraulisches Start-Stopp-System entwickelt, wie man es bereits aus Pkws kennt. Damit lassen sich, laut Aussage des Unternehmens, zum einen die Gesamtbetriebskosten und zum anderen die Emissionen um bis zu 45 Prozent senken. Aus diesem Grund hat die Erfindung in diesem Jahr auch eine der begehrten Innovations-Medaillen erhalten. Und so soll es funktionieren: Befindet sich der Weycor-Radlader weder im Fahr- noch im Arbeitsmodus, dann schaltet sich der Motor ab. Das könne allerdings erst dann geschehen, wenn die für den Neustart erforderlichen – zusätzlich verbauten – Druckspeicher befüllt sind. Werden daraufhin Pedal oder Lenkrad bewegt, startet die Maschine den Motor wieder neu. Durch den hydraulischen Überschussspeicher erreicht der Radlader, nach Angaben des Herstellers, in gerade einmal 0,2 Sekunden oder 1,5 Umdrehungen seine Nenndrehzahl. Durch die Start-Stopp-Funktion würden sich weitere Vorteile ergeben: eine geringere Lärmbelästigung, weniger Verschleiß sowie ein höherer Wiederverkaufswert. 

Aus zwei mach eins: Kiefer kombiniert Geräteträger mit Transporter

Das Arbeiten auf Baustellen wird immer schwieriger. Oftmals ist kaum genügend Platz für große Maschinen. Kompaktbagger sind dann zwar eine gute Alternative. Doch wie sieht es mit dem Transport aus? Hier hat sich die Kiefer GmbH mit dem BOKI 1152T etwas einfallen lassen. Das Fahrzeug ist sozusagen zwei in einem: ein leistungsstarker Geräteträger kombiniert mit einem vollwertigen Transporter. Mit einer Breite von gerade einmal 1,70 Metern sowie einer liftbaren und lenkbaren Hinterachse ist der BOKI 1152T so wendig wie kaum ein anderes Fahrzeug in seiner Klasse, heißt es vonseiten des Herstellers. Bei einem Gesamtzuggewicht von bis zu 7.490 kg besitzt die Maschine – je nach Ausstattung – bis zu vier Tonnen Nutzlast. Der Dreiachser verfügt zudem über leistungsfähige Hydraulikvarianten. Auf dem Markt gibt es eine große Menge an Anbaugeräten für das Nutzfahrzeug. Der Wechsel soll dabei innerhalb weniger Minuten in Einmannbedienung möglich sein. Das Ladevolumen des BOKI 1152T soll sich außerdem durch eine Ladepritsche oder einen Kippaufbau erweitern lassen. Das Trägerfahrzeug sei ein Multitalent und ebenfalls für Grünflächenpflege, Schwarzdeckenbau, Winterdienst oder auch als Kehrmaschine einsetzbar.

ParkLand stellt Mähcontainer mit neuem Fassungsvermögen vor

9,5 Kubikmeter – so viel Fassungsvermögen hat der neue Mähcontainer Typ CT 9518, den die Firma ParkLand brandaktuell auf der Messe vorstellte. Sein gesamter Aufbau sei noch stabiler, heißt es vonseiten des Herstellers. Als Schlegelmäher verwendet, soll sich das Gerät nicht nur für Grasmäharbeiten, sondern auch für das Vertikutieren und die Laubaufnahme eignen. Das Besondere an dem Mähcontainer, der sich auf einem Fahrgestell befindet: die Entleerung erfolgt hier über den Boden. Die Schlegelmäherausführung gibt es laut ParkLand in den drei Arbeitsbreiten 1,5, 1,8 und 2,1 Meter. Je nach Ausführung kann bereits ein Zugfahrzeug mit nur 60 PS ausreichen. Das Modell mit einer Arbeitsbreite von 1,8 Metern hat ein Gewicht von rund 2.600 kg. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt hierbei 6.000 kg. Angetrieben wird der neue Mähcontainer über eine Normzapfwelle mit 540 U/min. Über die Nachlaufwalze am Schlegelmäher lässt sich die Schnitthöhe einstellen. Zudem ist der Anbau über die Zugdeichsel mechanisch höhenverstellbar. Zur Ausstattung des neuen Mähcontainers Typ CT 9518 gehören außerdem eine Gelenkwelle mit Weitwinkel sowie eine, für den Straßenverkehr zugelassene, Beleuchtung. 

Schon mal vormerken: Die nächste GaLaBau findet vom 12. bis 15. September 2018 wieder im Messezentrum Nürnberg statt.

Text: Jessica Gsell – Redaktion Bauhof-online.de
Bilder: Bauhof-online.de/ParkLand

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