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BAUHOF-PORTRÄT ETTLINGEN „Flexibilität ist die Existenzgarantie für kommunale Betriebe“

Südlich von Karlsruhe liegt die beschauliche Stadt Ettlingen. Wichtige Attraktionen: die malerische Altstadt mit ihren Parks, Zierbrunnen und Denkmälern sowie die zahlreichen Stadtfeste. Wichtige Instanz für die Pflege des Stadtgeschehens: der Bauhof.

Lesedauer: min | Bildquelle: Tim Knott
Von: Tim Knott

Charakteristisch für kommunale Betriebe ist, dass sie schon von weitem zu erkennen sind. Der Bauhof Ettlingen ist hier keine Ausnahme. Neben den charakteristisch orangen Fahrzeugen ist es vor allem die Reihe gewaltiger Streusalz-Silos, die zwischen Lager- und Fahrzeughalle sowie einigen Werkstätten in die Höhe ragen. Gemeinsam mit seinen 78 Mitarbeitern sorgt Bauhofleiter Norbert Ruml hier dafür, dass alles in der badischen Stadt funktioniert. Und der Aufgabenbereich ist groß: Abgesehen von kommunalen Klassikern wie Winterdienst oder der Grünflächenpflege sind die Kommunalexperten auch in Spielplatzkontrolle, Straßenunterhaltung oder der Pflege von Ettlingens zahlreichen Zierbrunnen tätig.

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Um den verschiedenen Aufträgen Herr zu werden, beginnt jeder Morgen mit einer kurzen Vorarbeitersitzung – „vor allem, um Synergieeffekte zu nutzen“, erklärt Ruml. So ließen sich z.B. Streckensperrungen nutzen, um mit Baumschnitt und Straßenwartung gleichzeitig voranzukommen. „Die Existenzgarantie für Bauhöfe ist die Flexibilität“, betont er, und diese Flexibilität gibt er auch an die Mitarbeiter weiter. Denn die einzelnen Kolonnen können ihre Arbeitszeit je nach Anforderung verlängern, um Baustellen noch am selben Tag fertigzustellen. Wobei es hier manchmal zu unvorhergesehenen Nebeneffekten kommt: „Meine Mitarbeiter bauen schon viele Stunden über das Jahr auf, wollen die aber im Winter nicht hergeben“, schmunzelt Ruml. Logisch, Überstunden im Sommer abzubauen, ist weitaus attraktiver.

Grünflächen und Stadtfeste

Apropos Sommer: Damit es ab Frühling schön bunt in der Stadt ist, sind die Kommunalexperten mit der Auswahl der richtigen Pflanzen beauftragt. Schwerpunkt des Bauhofes liegt auf der Insektenfreundlichkeit sowie dem Anlegen heimischer Wildpflanzen. Beim Straßenbegleitgrün wird mit Wildkräuter-Ansaaten gearbeitet, teilweise auch mit gebietseigenem Saatgut. Diese Maßnahmen sollen eine geeignete Umgebung für Insekten schaffen. Deswegen sind für diese Flächen lediglich zwei bis drei Mähvorgänge im Jahr vorgesehen.

Des Weiteren sind die Bauhof-Experten das ganze Jahr über für die Pflege der sieben Friedhöfe der badischen Stadt verantwortlich, und auch der Baumschnitt wird ganzjährlich ausgeführt. Dabei kommen Maschinen zahlreicher Hersteller wie Stihl, Husqvarna oder Pellenc zum Einsatz, denn „bei der Markenwahl haben meine Vorarbeiter die freie Hand“, betont Ruml. Es komme vor allem auf das Ergebnis an.

Doch Grünflächen sind nicht das Einzige, das die Mitarbeiter in der warmen Jahreszeit auf Trab hält, denn in Ettlingen kommen auch die Stadtfeste nicht zu kurz. Egal ob Weihnachtsmarkt, Kinderfest oder alles dazwischen – hier organisiert der Bauhof gemeinsam mit dem Kultur- und Sportamt und übernimmt zahlreiche Aufgaben wie Transporte oder den Bühnenbau. Klingt wie eine riesige Mehrbelastung für den normalen Betrieb, Ruml winkt aber ab. „Mittlerweile machen wir das so lange, dass sich eine gewisse Routine gebildet hat.“


 

Fachkräftemangel: Das Problem mit dem Tarif

Wie viele Betriebe haben auch die Ettlinger mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen. Gerade Facharbeiter für die Grünpflege zu finden, sei eine Herausforderung. Zwar bildet der Bauhof selbst aus, aber oftmals ist es schwierig, die ausgelernten Mitarbeiter zu halten. „Die, die gut sind, wollen nicht in den Grünpflegebereich. Die wollen Mauern bauen oder Gartenteiche anlegen, aber keine Lichtraumprofile schneiden oder Unkraut rupfen“, so der Bauhofleiter.

Ein Problem, das dieses Thema befeuere, sei die tarifliche Bezahlung. „Da sind einfach viele undurchdachte Dinge drin“, sagt Ruml. Diese machten es schwierig, Facharbeiter mit besonderen Kenntnissen im Vergleich mit ihren weniger qualifizierten Kollegen entsprechend zu entlohnen. Aufgrund dessen würden einige unzufrieden sein und manchmal sogar den Sprung in private Unternehmen wagen. „Im Gegensatz zur freien Wirtschaft ist es im öffentlichen Dienst leider nicht möglich, besonders fleißige Mitarbeiter mit Privilegien auszustatten. Es müssen alle gleich behandelt werden“, erklärt er weiter.

Dem Fachkräftemangel zum Trotz scheinen die Kommunal-Experten einen guten Job zu machen, denn die Rückmeldungen der Bevölkerung sind laut Ruml fast alle positiv: „Im Großen und Ganzen haben wir mehr Anerkennung als Kritik“, resümiert er zufrieden. „Ich glaube, die Leute verstehen langsam, welche Mühe hinter unserem Beruf steckt.“

 

Fakten zum Bauhof Ettlingen:

Leitung des Bauhofes: Norbert Ruml

Anzahl der Mitarbeiter: 78 (sechs in der Verwaltung, 67 gewerbliche Mitarbeiter, fünf Azubis)

Aufgabenbereich des Bauhofes: Streckenkontrolle, Spielplatzkontrolle, Mülleimerentleerung, Grünpflege, Brunnen, Events, Beflaggung, Straßenunterhaltung, Markierungsarbeiten, Schlosserei, Schreinerei, Malerei, Kfz-Werkstatt

Ausstattung des Fuhrparks: 1x Lkw Actros, 1x MAN-FAUN Kehrmaschine, 1x Hako Citymaster, 2x Unimog, 2x Holder, 1x Hansa, 1x Hubsteiger MAN, 7x Piaggio, 1x Multicar, 1x Schmitz Minikipper, 1x Citroen Jumper, 1x Fiat Doblo, 2x Fiat Ducato, 5x MB Sprinter, 3x VW Pritschen, 4x Iveco Pritschen, 2x John Deere Großflächenmäher, 1x Dynajet, 1x Jensen Häcksler, 1x Billy Goat Laubverlader

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