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TiefbauLIVE 2019: Zehn Fundstücke der „orangen Technik“

Rund 8.500 Besucher kamen in diesem Jahr nach Karlsruhe, um die Doppelmesse TiefbauLIVE und RecyclingAKTIV zu besuchen. Galabau und Kommunen machten dabei 20 Prozent aus. Denn an vielen Stellen gibt es Produktüberscheidungen.

Von: Jessica Gsell

Zum zweiten Mal fand in diesem Jahr die Doppelmesse TiefbauLIVE und RecyclingAKTIV am neuen Standort auf der Messe Karlsruhe statt. Und die Zahlen sprechen wieder einmal für sich: 238 Aussteller – darunter 48 aus dem Ausland – präsentierten auf dem 80.000 Quadratmeter großen Freigelände sowie im 6.500 Quadratmeter großen Hallenbereich ihre Maschinen und Anlagen. Knapp 30 Prozent von ihnen ließen es sich nicht nehmen, das Können ihrer Produkte auch live zu demonstrieren. Platz dafür gab es entweder am eigenen Stand oder auf einer der vier Aktionsflächen. Im Atrium der Messe hatte zudem 14 Hersteller von Höhenzugangstechnik ihre Arbeitsgeräte positioniert. Die Sonderschau sollte schon einmal einen kleinen Vorgeschmack aufs kommende Jahr geben. Denn 2020 feiert die Fachmesse Platformers' Days ihr 20. Jubiläum – Veranstaltungsort wird dabei zum ersten Mal Karlsruhe sein.

Rund 8.500 Besucher – etwa 1.000 mehr als 2017 – kamen an den drei Messetagen in die zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs, um sich über die verschiedensten Produkte aus den Bereichen Tiefbau und Recycling zu informieren. Wie es der Name des Messe-Duos bereits andeutet, liegt der Schwerpunkt in Karlsruhe verstärkt auf Arbeitsbereichen wie beispielsweise Straßen-, Wege- und Kanalbau sowie Materialumschlag oder Abbruch. Doch auch Vertreter von Bauhöfen und Galabau-Betrieben kommen bei der Fachmesse auf ihre Kosten. Denn an vielen Stellen gibt es Produktüberscheidungen zwischen dem Tiefbau und „orangen“ Branche. „20 Prozent der TiefbauLIVE-Fachbesucher kamen 2019 aus dem Garten- und Landschaftsbau und den Kommunen. Dieser Anteil konnte im Vergleich zur Veranstaltung 2017 stabil gehalten werden“, heißt es auf Nachfrage bei der Messe Karlsruhe. Aus diesem Grund haben wir im Nachfolgenden eine kleine Auswahl an Maschinen und Geräte zusammengestellt (natürlich stellvertretend für die zahlreichen weiteren Produkte, die auf der Doppelmesse in Karlsruhe gezeigt wurden und die im kommunalen Umfeld ebenfalls ihre Anwendung finden) die veranschaulichen soll, warum die TiefbauLIVE auch für Bauhöfe, Galabauer und Co. eine Reise wert ist:

Ordnung ist die halbe Miete: Pritschenaufbau von bott

Mit seinen bottTainern bietet der gleichnamige Hersteller einen Aufbau, der explizit für Transporter mit offener Ladefläche gedacht ist. Sowohl mit der Transport-Box, als auch mit dem Pritschenkasten lässt sich das täglich benötigte Equipment von Bauhofmitarbeitern und Co. sicher und perfekt geordnet zu jedem Einsatz schaffen. Da das Unternehmen großen Wert auf Stabilität legt, besteht der bottTainer aus einer robusten Rahmenkonstruktion. Zudem sind die Seitenteile sowie der Boden der Werkzeugbox aus verzinktem Stahlblech gefertigt. Das Ganze wird fest und sicher auf der Pritsche verschraubt. Der bottTainer lässt sich zudem ohne großen Aufwand von der Pritsche herunterheben, wenn diese für den Transport von anderen Landungen gebraucht wird.   

Packt kräftig mit an: Abbruch- & Sortiergreifer von bsg

Mit einem Gewicht von 165 kg lässt sich der Abbruch- und Sortiergreifer PRG1-70 von bsg, einem Unternehmen der HS-Schoch Gruppe, bequem mit einem Kompaktbagger von bis zu vier Tonnen bedienen. Die Schalen des Anbaugerätes sind dabei aus hochwertigem HARDOX® gefertigt. Bei einer Schalenbreite von 400 mm sowie einer Öffnungsweite von 900 mm ist der PRG1-70 auch perfekt für den kommunalen Bereich geeignet, beispielswiese für das Verladen von Astwerk, weiß Niederlassungsleiter Stephan Fundel. Bis zu 70 Liter an Material können vom Abbruch- und Sortiergreifer in einem Arbeitsschritt gegriffen werden. Die Unterschraubmesser lassen sich dabei problemlos auswechseln. Der PRG1-70 ist sowohl mit als auch ohne Rotor lieferbar.

Eine saubere Sache: Staubbindemaschine von EmiControls®

V12S Dust – so heißt die neueste Staubbindemaschine des italienischen Herstellers EmiControls®, die von der Paal Baugeräte GmbH vertrieben wird. Das Modell ist nicht nur kleiner und kompakter als das Vorgängergerät. Die V12S Dust lässt sich zudem um ein Vielfaches schneller schwenken. Mit seinem speziell gefertigten Motor kann sowohl mit 3 als auch 11 kW gearbeitet werden, was einer Reichweite des feinen Wassernebels von 25 bis zu 65 Meter entspricht – und das bei einem Wasserdurchfluss von 16 bis 100 l/min. Ein weiterer Pluspunkt ist die Geräuschemission, wie Irene Paal berichtet. Die speziell entwickelte Turbine ist mit einer Lautstärke von 60 dB(a) innerhalb eines Radius von 20 Metern besonders leise. So eignet sich die Staubbindemaschine perfekt für Einsätze beispielsweise in Stadtzentren oder auf Mülldeponien.

Die Mischung machts: Mischmeister von Fliegl

Für einen reibungslosen Mischvorgang, der auch noch Zeit einspart, sorgt der Mischmeister Duplex 300 DK von Fliegl, der am Radlader betrieben wird. In der kleinsten Ausführung des Mischers finden rund 300 Liter an Material Platz. Der Mischvorgang ist dabei ganz simpel: Der Anwender muss dafür nur mit der Schaufel in das aufzunehmende Material einfahren, die Schaufel schließen und zuletzt noch die nötigen Zusatzkomponenten hinzufügen. Während der Fahrt zum Einsatzort wird daraufhin alles mithilfe eines Rührarms gründlich durchgemischt. Füllen, Mischen und Entleeren erfolgt somit in nur einem Arbeitsschritt, erklärt Vertriebsmitarbeiter Matthias Hojbjan. Das Mischgut lässt sich anschließend in beliebiger Höhe verteilen. Auch eine schnelle Entleerung über eine Auslaufrutsche ist möglich.    

Klein, aber fein: Minibagger von Hitachi

Wenn nicht unbedingt viel Platz auf einer Baustelle vorhanden ist – Situationen, die Bauhofmitarbeiter und Galabauer nur zu gut kennen – schlägt für den ZX38U-6 von Hitachi die große Stunde. Der Minibagger ist mit einem 18,8 kW-leistungsstarken Stufe-V-Motor ausgestattet. Trotz seiner kompakten Maße und einem Betriebsgewicht von unter vier Tonnen, besitzt die Baumaschine eine Reihe an robusten Ausstattungsmöglichkeiten, wie beispielsweise verstärkte Lagerungen an der Front sowie einen massiven D-Rahmen. Durch die Kombination aus ECO-Modus, automatischer Drehzahlabsenkung und isochroner Drehzahlregelung, verspricht der Hersteller einen geringeren Kraftstoffverbrauch, aber auch die Reduzierung der Lärm- und Schadstoffemissionen. Die Kiesel GmbH ist hierbei Exklusivimporteur von Baumaschinen der Marke Hitachi in Deutschland, Österreich und Polen.


Gekonnt gedeichselt: Tandem-Tieflader von Humbaur

Passend in oranger Lackierung war er ein echter Hingucker: der Tandem-Tieflader HS 106020 BS von Humbaur, der speziell für den Fräsentransport ausgelegt ist. Durch sein geringes Eigengewicht weist er eine hohe Nutzlast von rund 8.500 kg, bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 11.900 kg, auf. So können problemlos unter anderem kleine Baumaschinen an ihren Einsatzort transportiert werden. Damit Nutzer auch möglichst lange etwas von ihrem Anhänger haben, setzt Humbaur auf eine robuste Bauweise, die sich unter anderem im durchdachten Korrosionsschutz mithilfe einer Tauchbad-Feuerverzinkung sowie einem verstärkten Fahrgestellrahmen widerspiegelt. Daneben stellt das Unternehmen serienmäßig eine Vielzahl an Ladungssicherungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Hoch hinaus: Scherenbühne von Magni

Egal wie unwegsam der Untergrund auch sein mag, die geländegängige Scherenbühne DS1523RT mit Verbrennungsmotor des italienischen Herstellers Magni ist genau für solche Einsätze gemacht. Denn sie verfügt über vier hydraulische Stützen mit automatischem Niveauausgleich. Die DS1523RT ermöglich so ein bequemes Arbeiten bis zu einer Höhe von 15 Metern. Aufgrund ihrer hohen Tragkraft von 680 kg, können bis zu sieben Personen oder aber mehr als 120 kg Arbeitsmaterial mit der Plattform nach oben gebracht werden. Da diese auf 6,57 x 1,83 m erweitert wurde, steht den Nutzern nun eine größere Arbeitsfläche zur Verfügung. Um in unebenem Gelände besser fahren zu können, besitzt die Scherenbühne zudem eine Pendelachse.

Das Zünglein an der Waage: Wiegetechnik von PFREUNDT

Wer auf eine teure Fahrzeugwaage verzichten, aber dennoch genau wissen möchte, wie viel Material auf der Baustelle eines Galabauers oder anderen kommunalen Dienstleisters zum Einsatz kommt, für den hat das Unternehmen PFREUNDT die Lösung: eine Radladerwaage. Die Baumaschine wird dabei an der Front mit digitalen Druck- sowie Messbereichssensoren und einer Wiegeelektronik im Fahrerhaus ausgestattet – der Einbau ist auch nachträglich möglich, berichtet Katja Mattejat, zuständig für das Marketing bei PFREUNDT. Die Messbereichssensoren ermöglichen ein dynamisches Wiegen auch während des Arbeitsflusses. Der Einbau ist dabei in jeden Herstellertyp möglich. Die Radladerwaage ist zudem nicht nur eichfähig, sondern auch an das PFREUNDT Web Portal angebunden, so dass die aufgezeichneten Daten direkt weiterverwertet werden können.

Einer für alle Fälle: Schwenkrotator von Rototilt

Der Rototilt® R2, mit einem Schwenkwinkel von 40°, ist die Lösung für Bagger in der Gewichtsklasse von drei bis 6,5 Tonnen. Neben der hohen Durchflusskapazität sowie des großen Brechmoments, hat der Schwenkrotator zudem das intelligente Steuersystem ICS und das Schnellwechslersicherheitssystem SecureLock™ mit im Gepäck. Der Rototilt® R2 steht seinen größeren „Brüdern“ somit in nichts nach. Durch die effiziente Hydraulik und das geringe Gewicht des Schwenkrotators wird laut Hersteller der Kraftverbrauch des Baggers minimiert. Der Rototilt® R2 kann an den Baumaschinen verschiedenster Marken und mit den unterschiedlichsten Anbaugeräten – auch von Fremdherstellern – betrieben werden, berichten die Gebietsverkaufsleiter Michael Voss und René Hohlwein.  

Kompakte Lösung: Tiltrotatoren von Steelwrist

Die Tiltrotatoren X07 des schwedischen Herstellers Steelwrist wurden speziell für den Einsatz an Kompaktbaggern mit einem Gewicht zwischen fünf und sieben Tonnen entwickelt. Die wichtigsten Aspekte bei einem Tiltrotator sind Flexibilität, Bauhöhe und ein geringes Gewicht, erklärt Joachim Schier, Country Manager Deutschland. Hier kann die X07-Reihe mit einer Bauhöhe von gerade einmal 480 mm sowie einem Gewicht von 150 kg punkten. Für eine lange Haltbarkeit sind die Tiltrotatoren komplett aus Stahlguss gefertigt. Die X07-Reihe kann an den verschiedensten Kompaktbaumaschinen verwenden werden. Es ist außerdem möglich, eine Zentralschmieranlage, die an alle marktgängigen Systeme passt, ab Werk anzubauen. Zusätzlich bietet Steelwrist das eigens entwickelte Steuersystem XControl an.     

Text: Jessica Gsell – Redaktion Bauhof-online.de
Bilder: Bauhof-online.de / PFREUNDT GmbH

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