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Schwergewichte der Branche zum Anfassen – Roadshow von Bucher, Daimler, Henne und Mulag

Corona zum Trotz: vier starke Partner fangen gemeinsam Messe-Absagen auf

Von: Michael Loskarn

Gewichtiges in Sachen Winterdienst, Mäh- sowie Fahrzeugtechnik haben Bucher Municipal, die Daimler Truck AG, Henne Nutzfahrzeuge GmbH und Mulag jüngst bei ihrer gemeinsamen Roadshow 2020 im oberbayerischen Maxlrain vorgestellt. Ob intelligente, Flora und Fauna schonende Mähwerke, clevere Solesprüher oder neueste Unimog-Technik: Was Organisator Henne zusammen mit den drei Schwergewichten der Kommunalbranche für seine rund 100 geladenen Gästen auf dem Gelände der Schlosswirtschaft „aufgefahren“ hatte, konnte sich mehr als sehen lassen. Ein gelungenes Beispiel spontaner Kooperation, um die aufgrund des Corona-Virus ausgefallenen Messen aufzufangen und nah am Kunden zu sein.

„Lass` uns `was machen, lass` uns zu den Kunden gehen“, hatte Victoria Rasoulkhani, Geschäftsführerin von Bucher Municipal, zu Peter Hofmann, Mulag-Gebietsvertriebsleiter für Bayern, Österreich und Tschechien, spontan gesagt, als klar war, dass eine Messe nach der anderen aufgrund des Corona-Virus gestrichen wird. Und, weil Anbaugeräte-Hersteller selbstredend nur an einem stattlichen Trägerfahrzeug so richtig zu Geltung kommen, holte Rasoulkhani schnurstracks die Daimler Truck AG ins Boot. Eine straffe Anti-Corona-Kur verordneten sich die Partner: deutschlandweit sechs Roadshow-Termine – fünf davon mit Mulag an der Seite. Im oberbayerischen Maxlrain hatte die Unimog-Generalvertretung (UGV) Henne Nutzfahrzeuge die Organisation des Events übernommen und rund 100 Gäste und Interessenten auf das Gelände der dortigen Schlossbrauerei geladen – unter strengster Einhaltung der Hygienevorschriften, versteht sich. „Es war die richtige Entscheidung, Präsenz zu zeigen“, zog die Bucher-Geschäftsführerin Bilanz. Einigen UGV, die gerne mit ins Veranstalter-Boot gesprungen wären, habe sie gar eine Absage erteilen müssen, so groß war das Interesse an diesen kleinen aber feinen Ersatz-Messen. Zwischenzeitlich sei Rasoulkhani ein „Freund dieser kleinen, speziellen Veranstaltungen“. „Es lässt sich hier einfach sehr gut auf die jeweiligen regionalen Bedürfnisse eingehen“, verriet sie. Was die Managerin noch verriet: „Aufgrund von Corona hatten zwar einige unserer Lieferanten Engpässe, bei der Auftragslage haben wir jedoch nichts gemerkt.“ Vielmehr konnte auf dem deutschen Markt ein Umsatzplus verbucht werden.

Positives auf der Habenseite

Apropos verbuchen: Äußerst Positives in Bezug auf die Roadshow kontierte auch Thorsten Heinzelmann, Regionalleiter Vertrieb der Daimler Truck AG, auf seiner Habenseite. „Es ist wichtig, dass wir uns präsentieren, wir müssen den Unimog zeigen und vorführen. Schließlich lebt der Unimog von den Anbaugeräten“, zeigte er sich zufrieden. Mehr noch: „Ich bin froh und dankbar, dass solch eine Veranstaltung ins Leben gerufen wurde.“ Alles habe „gut funktioniert“. Nur der Vollständigkeit halber – auch Henne-Geschäftsführer, Thomas Rieger, sowie Mulag-Urgestein, Peter Hofmann, stießen ins selbe Horn und sprachen unisono von gelungen Veranstaltungen.

Gelungen war die Show auch aus Sicht der Besucher, denn die Hersteller hatten die ein oder andere Neuheit mit ins Rosenheimer Land gebracht. Neben dem brandaktuellen Thema Öko-Mähen mit dem Grünpflegekopf ECO 1200 plus, der Zusatzmähscheibe ZMS 400 zum Ausmähen zwischen Leitplanken bzw. -pfosten, präsentierte Mulag auch den Prototypen des Heckausleger-Mähgeräts MHU 900 mit mehr als neun Metern Reichweite, 22 Grad Vorschwenkung für beste Sicht, Dreh-Tilt-Einrichtung, elektronisch-automatisierter Winkelnachführung des Messerkopfes sowie – last not least – Rechtslenkung. Natürlich fehlte auf dem Hof der Schlossbrauerei auch der wuchtige sowie komplett fernsteuerbare Mähgutanhänger MHT 1700 nicht.

Zuschaltbares Doppelräumleisten-System

Zwar nicht ganz so wuchtig aber dennoch als beeindruckendes Komplettsystem präsentierte sich der U218 mit Unix LN30uKeil-Vario-Schneepflug und StreuautomatYeti W16 von Bucher municipal. Rund drei Meter beträgt die Breite des Pflugs, der universell als Keil, Schaufel, und Seitenräumer einsetzbar ist. Er verfügt über eine patentierte Neoprenräumleiste. Außerdem sorgt das während der Fahrt zuschaltbare Doppelräumleisten-System für aggressives Räumen, und die Komfortsteuerung ermöglicht einzeln und synchrones Bewegen der Schar (nur zwei Kreise notwendig). Auf Kugelpunkten ist der Yeti W16 aufgebaut, er wartet mit einem Doppelförderschnecken-System, Flachbauweise für eine gute Rundumsicht, einem sehr kurzen Überhang des Streuteils sowie 1,6 m³ Trockenstoffvolumen auf. An Bord befinden sich bis zu 640 Liter Sole – das System ist ausgelegt für den FS30-Betrieb. Über eine Streubreite von zwei bis acht Metern gestaltet sich der Streuteller äußerst variabel.


Bis zu zwölf Meter wird Sole dagegen beim Yeti W20omit FS100-Technologie ausgebracht, und zwar über die Sprüheinheit BrineStar. Außerdem war der in Maxlrain vorgestellte U423 mit Teleskoppflug Teplex TE90.30/40S ausgestattet. Dieser einfach-teleskopierbare Schneepflug ist in fünf verschiedenen Größen, bis hin zum doppel-teleskopierbaren mit einer Pflugbreite von bis zu sieben Metern erhältlich. Eingefahren beträgt die Gesamtpflugbreite drei Meter, ausgefahren vier. Während der Fahrt kann das Anbaugerät hydraulisch stufenlos aus- und eingefahren werden. Auch dieser Pflug weist eine für eine leise und oberflächenschonende Schwarzräumung verbaute Neoprenleiste vor, ist aber auch mit Stahl-, und Kombiräumleiste erhältlich. Ebenfalls mit Doppelförderschnecken-System ausgerüstet ist der Yeti W20o mit FS50/FS100-Technologie. Auch bei diesem Gerät wurden die Flachbauweise sowie der sehr kurze Überhang des Streuteils umgesetzt. Dagegen ist der Behälter für zwei m³ Trockenstoffvolumen und 2.000 Liter Sole für FS50- buw. FS100-Betrieb ausgelegt. Zusätzliches Plus der präsentierten Systemeinheit: ein innenliegender Zusatztank aus Edelstahl sowie die raffinierte Technik des Eco-Streuteils. Hierbei wird das Salzkorn erst kurz vor dem Auftreffen auf den Streuteller angefeuchtet, dadurch wird einer Klumpenbildung effektiv vorgebeugt. Das Ergebnis ist eine extrem gute Durchfeuchtung des Salzes sowie eine perfekte Verteilung über die gesamte Streubreite von reiner Sole bis zu acht Metern. Ist dann noch die Sprüheinheit BrineStar verbaut, kann reine Sole bis zu zwölf Meter ausgebracht werden. Übrigens: Bucher sei nach Aussagen von Geschäftsführerin Rasoulkhani derzeit der einzige Hersteller am Markt, der Streubildprüfungen für FS30, FS50 und FS100 nach aktueller Norm nachweisen kann.

Unimog-Antriebsstrang wird überarbeitet

Jedoch, was wären ein noch so modernes Schneeschild oder eine hochkomplexe Streueinheit ohne ein zugkräftiges Allround-Talent wie den Unimog? Nur im kompletten Gespann stecken die Stärken. Und zwar bis zu 299 Pferdestärken – beim U 530. Außerdem hatte Heinzelmann – zusammen mit UGV-Chef Rieger – einen U 430, einen U 423 sowie den U 218 mit zur Show gebracht. Jeweils mit unterschiedlichen Anbaugeräten von Bucher und Mulag ausgestattet. „Im Fokus stehen hier klar die Neuheiten der Anbauhersteller“, klärte der Daimler-Mann auf. Um stante pede einen kurzen Ausblick in die nahe Unimog-Zukunft zu wagen: „Im nächsten Jahr wird der Antriebsstrang überarbeitet, es gibt ein neues Bedienkonzept und die Motoren werden noch leistungsfähiger.“ Über satte 350 PS soll das neue Unimog-Flaggschiff dann verfügen. Ein Faktum, das der Tatsache geschuldet zu sein scheint, dass auch Anbaugeräte immer leistungsstärker werden. Ob alle Weiterentwicklungen bereits zum Frühsommer 2021 umgesetzt sein werden, dessen war sich Heinzelmann nicht sicher. Der 350-PS-Bolide werde aber in jedem Falle im Mai bzw. Juni zu haben sein. Wie dieser dann präsentiert wird – ob auf einer Messe oder einer Roadshow –, das steht derzeit noch in den Sternen. Eines ist jedoch so sicher wie das berühmte Amen in der Kirche: Der Unimog wird mit gewichtigen Anbaugeräten ausgestattet sein.

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