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Hygiene-Tipps von fiorentini-cfc: Sandreinigung ist sinnvoll

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: fiorentini-cfc

Allgemeine Grundsätze zur Sicherung eines Kinderspielplatzes sind meist in der Bauordnung des Landes geregelt. Vorgaben oder Hinweise zur Spielplatzhygiene oder bezüglich der Wechselhäufigkeit von Spielsand auf Spielplätzen finden sich dort meist jedoch nicht. Diese und andere gesundheitsorientierte Fragen zum öffentlichen Spielplatzbetrieb, die immer wieder an Landesgesundheitsämter (LGA) gerichtet werden, sollen im nachfolgenden beantwortet werden. Für Kinderkrippen, -gärten, -tagesstätten, -horte finden sich meist Spielplatzhinweise im Rahmen-Hygieneplan für Kindereinrichtungen auf der Homepage des LGA unter „Kigahygieneplan“.

Biologische Faktoren – Bakterien

In der Umwelt des Menschen sind nahezu alle Oberflächen bakteriell besiedelt. Dies gilt auch für Spielsand. Untersuchungen zeigen, dass in frisch eingebrachtem Spielsand nach kürzester Zeit eine ähnliche Keimzahldichte und -verteilung zu finden ist, wie in älterem Spielsand.

Biologische Faktoren – Parasiten

Bestimmte Parasiten (z.B. Katzen- und Hundespulwurm) bzw. ihre Dauerformen sind gegenüber Umwelteinflüssen vergleichsweise resistent und können sich daher – von Tieren ausgeschieden – mit der Zeit im Spielsand anreichern. Bei Untersuchungen in Hannover fanden sich in vielen Fällen der beprobten öffentlichen Spielplätze Parasitenformen, die sich im Zwischen- bzw. Endwirt Mensch weiterentwickeln könnten.

Biologisches Risiko von Spielsand

Auch wenn humanpathogene Bakterien nachgewiesen werden, ist das bakterielle Infektionsrisiko bei Spielsand aufgrund von diffusen Verunreinigungen (zum Beispiel mit Hunde-, Katzen- und Vogelkot) im Allgemeinen nicht als hoch einzuschätzen. Eine Anreicherung von Parasiteneiern kann aber ein Infektionsrisiko darstellen. Bei offensichtlicher, deutlich erkennbarer Verunreinigung zum Beispiel mit Kot, kann daher eine Infektionsgefahr nicht ausgeschlossen werden. Derartige Verschmutzungen sind unverzüglich zu entfernen.


Untersuchungen sind Momentaufnahmen

Biologische Untersuchungen von Spielsand stellen Momentaufnahmen dar und haben daher nur eine begrenzte Aussagekraft. Sobald zum Beispiel ein Hund oder eine Katze einen Kothaufen hinterlässt, wären unmittelbar vorher erhobene Daten nicht mehr für eine Einschätzung verwendbar. Daher sind diese Untersuchungen als Basis für die Beurteilung der Spielsandhygiene wenig geeignet.

Chemische Faktoren

Auf dem Luftweg können Schadstoffe wie Verbrennungsabgase oder Schwermetalle aus Verkehr und Industrie eingetragen werden, wie der Nachweis der Akkumulation in mehrjährig nicht ausgetauschtem Spielsand in Berlin belegen konnte.

Sonstige Faktoren

Gegenstände auf Spielflächen wie Glasscherben, Blechbüchsen, Zigarettenkippen, Lebensmittelreste aber auch blutbehaftete Spritzen entstammen einer nicht bestimmungsgemäßen Nutzung. Auch natürliche Einträge organischen Materials wie Laub oder Pflanzensamen sind unerwünscht. Sie sind mechanisch in der Regel gut entfernbar, wodurch eine Anreicherung im Sand unterbunden werden kann. Hierzu ist eine regelmäßige Kontrolle während der Nutzungsphase erforderlich, je nach Beanspruchung oder Gefährdung – z. B. als Folge von Vandalismus – eventuell sogar täglich.

Reinigungsmaßnahmen

Eine regelmäßige Überprügung der Spielflächen sowie notwendigenfalls eine mechanische Reinigung des Spielsandes zur Entfernung organischen und anorganischen Materials und die Beseitigung entsprechender Abfälle im Umfeld der Spielflächen ist erforderlich. Die gelegentliche Lockerung zur Durchlüftung und Austrocknung des Sandes verbessert zudem die Spieleigenschaften und verschlechtert die Lebensbedingungen für mögliche Krankheitserreger. Thermische Desinfektionsmaßnahmen des Sandes halten die meisten LGA nicht für sinnvoll, unter anderem weil auf diese Weise nur eine kurzfristige Reduktion der Bakterienzahl erfolgt. Das Einbringen bakterizider oder anderer Wirkstoffe in Spielsand für Kleinkinder zum Zwecke der Desinfektion ist aus umweltmedizinischer Sicht abzulehnen.

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Einsatz einer Maschine verlängert Sandaustauschintervall

Sandreinigungsmaschinen können die Sandqualität durch Entfernung anorganischer und organischer Einträge, sofern es nicht zur Zerkleinerung von Kotballen im Sand kommt, sowie vorübergehend auch eine mikrobiologische Verbesserung der Sandqualität erreichen. Diese ist aufgrund der zuvor genannten Gründe jedoch nur von begrenzter Wirksamkeit. Ob die Sandreinigung auch zur Reduzierung von Wurmeiern führt, ist nicht bekannt. Auf partikelgebundene Umweltschadstoffe wie Abgasbestandteile oder Schwermetalle hat die Nutzung einer Sandreinigungsmaschine keinen Einfluss.

Die Empfehlung einiger Landesgesundheitsämter (LGA): Buddelsand – Austausch mindestens alle zwei Jahre, Kleinkinder sollen auf den für sie ausdrücklich zum Spielen vorgesehen Flächen ausreichend vor Infektionsgefahren, Schadstoffbelastungen und sonstigen Verletzungsrisiken geschützt sein. Zur Aufrechterhaltung einer hygienisch befriedigenden Spielsandqualität sind kostenträchtige aber zeitlich nur sehr begrenzt wirksame Desinfektionsmaßnahmen ungeeignet. Mikrobiologische oder parasitologische Untersuchungen geben eine nur für den Untersuchungszeitpunkt gültige Aussage und sind deshalb ebenfalls nicht zu empfehlen. Grundsätzlich ist die Kombination aus geeigneter Planung, zutrittswehrenden Einrichtungen gegen Tiere, erläuternden Hinweisschilder gegen Verunreinigungen, regelmäßiger mechanischer Reinigung und Sandaustausch erforderlich. Auch bei regelmäßiger Kontrolle und Sandpflege ist eine Anreicherung von partikelgebundenen Umweltschadstoffen und Wurmeiern im Sand nicht zu vermeiden. Je nach Umfang der zuvor genannten Maßnahmen, unterstützt durch regelmäßige Kontrolle, ist ein Spielsandaustausch alle ein bis zwei Jahre zu empfehlen.

Fallschutzbereiche

Zum vorbeugenden Verletzungsschutz bei Stürzen kommen verschiedene Bodenmaterialien, unter anderem Sand, Kies oder Rindenmulch zum Einsatz. Rindenmulch ist wegen der Verrottung sowie der damit verbunden natürlichen Belastung mit Schimmelpilzen als Fallschutzbelag auf Spielplätzen wenig geeignet. Aufgrund der inhomogenen Materialgrößen ist eine einfache mechanische Reinigung z.B. durch Harken kaum möglich. Als Fallschutz bei der Ausstattung von Kinderspielflächen sollte aus umwelthygienischer Sicht bevorzugt Fallschutzkies oder -sand verwendet werden. Bei der Benutzung von Schaukeln, Rutschen oder Klettergerüsten findet kein so intensiver Kontakt mit dem Bodenmaterial statt, wie in den Buddelbereichen. Zudem sind die hier spielenden Kinder älter, sodass ein geringerer Hand-zu-Mund-Kontakt besteht. Solange Fallsandbereiche klar von Sandkästen oder Buddelbereichen abgetrennt sind und auch tatsächlich nicht zum Buddeln verwendet werden, erscheinen längere Austauschintervalle als in Spielsandkisten vertretbar.

Fazit zum Einsatz einer Sandreinigungsmaschine

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bei richtiger Anlage des Sandspielplatzes durchaus der Einsatz einer Sandreinigungsmaschine die hygienische Qualität des Spielsands und des eingebrachten Fallschutzkieses verbessert, was folgerichtig auch zu einer Verbesserung der allgemeinen Sauberkeit und Sicherheit auf diesen Spielflächen sowie zu einer verlängerten Nutzungsdauer des vorhandenen Spielsandes/Fallschutzkieses führt. Die Verlängerung der Sandaustauschintervalle darf somit als Folgerichtige Entscheidung betrachtet werden. Was die maschinelle Sandreinigung auf Spielplätzen mit hohem Anteil organischen Materials wie Laub oder Pflanzensamen angeht, ist sogar ein erhöhtes maschinelles Reinigungsintervall anzuraten. Bereits viele Bauhöfe kommen zu derselben Schlussfolgerung und haben ihren Maschinenpark um Sandreinigungsmaschinen erweitert, was eine schnelle Reaktion zum Erhalt sicherer und sauberer Spielflächen ermöglicht.

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