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Straßenreinigung und Winterdienst auf der IFAT

Effizienter, sauberer, wirtschaftlicher

Bei Winterdienst und Straßenreinigung geht es darum, eine hohe Sauberkeit, Sicherheit und Leistungsfähigkeit zu gewährleisten, ohne dabei die Wirtschaftlichkeit aus den Augen zu verlieren. Die Anbieter von Geräten, Systemen und Dienstleistungen unterstützen diese Ziele mit neuen Lösungen. Einen umfassenden Marktüberblick gibt es auf der Umwelttechnologiemesse IFAT vom 5. bis 9. Mai 2014 in München.
 
Wenn Taumittel auf die Straßen aufgebracht werden, dann immer unter den gleichen Prämissen: So viel wie nötig, um unter den aktuellen Wetterbedingungen die Sicherheit des Straßenverkehrs zu gewährleisten ‑ so wenig wie möglich, um Umwelteinflüsse und Kosten gering zu halten. Frank Diedrich vom Herstellerverband EUnited Municipal Equipment weiß, dass „es deshalb ein gemeinsames Interesse von Herstellern und Anwendern ist, die Winterdienststreuer so einzustellen, dass das Streumaterial über die vorgewählte Streubreite möglichst gleichmäßig verteilt wird“. Um die typenspezifische Verteilqualität zu ermitteln, gab es bislang europaweit viele verschiedene Testmethoden. EUnited hat nun einen Streuertest entwickelt, der für ganz Europa gelten kann. Das Besondere dabei ist, dass die Geräte in einer Halle getestet werden. „So ist es möglich, das Streubild ohne Einfluss von Wind und Wetter zu beurteilen und die Streubilder verschiedener Streuertypen zu vergleichen“, erläutert Diedrich.
 
Bisher wurden die Testreihen nur mit festen Streustoffen durchgeführt. Bei den Kommunen jedoch hoch im Kurs stehen Kombilösungen mit flüssigen Komponenten: Wenn massive Eisbildung oder hohes Schneeaufkommen es erfordern, bringen die Streufahrzeuge das stark wirksame Feuchtsalz aus, während sie ansonsten die kostengünstigere Sole versprühen. Laut Diedrich soll es bis zur nächsten IFAT auch möglich sein, die Verteilqualität von flüssigen Taumitteln zu beurteilen.
 
Laut dem Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) ist die Solestreuung gerade zur Glatteisvorbeugung hocheffizient. Bei ihr sei ein Verwehen und Verdrängen von Salzkörnern durch Fahrzeuge oder Wind ausgeschlossen. Dadurch könne mit weniger Salz ein ähnlich guter Tau-Effekt erzielt werden.
Ein anderer Beitrag zur Effizienzsteigerung im Winterdienst sind die zunehmend standardmäßig in den Streufahrzeugen eingebauten Thermomate. Sie messen die Temperatur der Fahrbahnoberfläche exakt und helfen so dem Bediener, die Menge an auszubringendem Streumittel genau nach Bedarf zu dosieren.
Außerdem nutzen immer mehr Kommunen professionelle Straßenwetterinformationssysteme. „Die zusätzlichen Kosten für detaillierte, aktuelle Messungen und zuverlässige Vorhersagen amortisieren sich meist schnell. Schließlich können die begrenzten Ressourcen an Personal, Maschinen und Material auf dieser Basis noch gezielter eingesetzt werden“, schildert ein VKU-Fachmann.
 
Speziell in den deutschen Großstädten ist zu beobachten, dass sich immer weniger Fahrradfahrer durch winterliche Straßenverhältnisse von der Nutzung ihres Drahtesels abhalten lassen. Entsprechend stark ist die Nachfrage nach gut geräumten Radwegen. Diesem Bedarf kommen Neuentwicklungen der Branche nach, bei denen durch einfaches Umrüsten kompakte Fahrzeuge sowohl Kehr-, als auch Räum- und Streuarbeiten verrichten können. Neben der geforderten schmalen Bauweise ist der Knackpunkt dabei das Gewicht: Laut der deutschen Straßenverkehrsordnung dürfen Bürgersteige und Radwege nur mit Fahrzeugen unter 3,5 Tonnen Gesamtgewicht befahren werden. Die neuen Multifunktionsfahrzeuge meistern diese Herausforderung.
 
Um Abgasemissionen und Lärm möglichst zu vermeiden, greifen Kommunen und Stadtreiniger zunehmend auf erdgasgetriebene, elektrische oder mit Hybridantrieb ausgestattete Fahrzeuge und Maschinen zurück. Waren in der Vergangenheit bei den elektrisch angetriebenen Einheiten die Reichweite oder die Laufzeiten der limitierende Faktor, so sind laut VKU heute Batterien und Akkus soweit ausgereift, dass rein elektrisch betriebene Straßenreinigungsfahrzeuge einen ganzen Arbeitstag ohne erneutes Aufladen durchstehen. Ähnlich sieht es bei den als Krachmacher verschrienen, handgeführten Laubbläsern aus: Mit immer längeren Akkulaufzeiten haben sich Elektrogeräte hier mittlerweile neben der benzingetriebenen Konkurrenz eine feste Marktposition erobert.
 
Auf dem Weg zum Standard in Straßenreinigung und Winterdienst ist die digitale On-Board-Tourenaufzeichnung. Mit ihr gelingt zum Beispiel eine exakte Nachweisführung bei der Winterdienstpflicht, die in Problemfällen auch gerichtsfeste Daten liefert.
 
Nachdem Qualitätssicherung in vielen Wirtschaftsbereichen bereits Gang und Gäbe ist, hält sie seit einiger Zeit auch verstärkt Einzug bei Straßenreinigung, Winterdienst und anderen kommunalen Dienstleistungsbereichen. Rüdiger Reuter vom Institut für Abfall, Abwasser und Infrastruktur-Management (INFA) meint hierzu: „Ziel dabei ist es, nachvollziehbare und aussagekräftige Ergebnisse für die betriebliche Steuerung zu gewinnen. Außerdem können das Qualitätsbewusstsein der Mitarbeiter, die Reinigungsqualität und damit die Kundenzufriedenheit verbessert werden.“ Zudem sei es möglich, diese wichtigen Daten für die Versachlichung des Themas Qualität in der Öffentlichkeit und der Politik zu nutzen. Für eine kontinuierliche, standardisierte und systematisierte Erfassung von Sauberkeits-, Bearbeitungs- oder Pflegezuständen kommt eine komfortable Software auf PC und mobilen Geräten (Personal Digital Assistant, PDA) zum Einsatz.
 
Auf der kommenden IFAT wird der Bereich für Straßenreinigung und Winterdienst rund 15.000 Quadratmeter in den Hallen C3 und C4 sowie im Freigelände belegen.
 
Weitere Informationen gibt es unter Opens external link in new windowwww.ifat.de

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