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Neuheiten auf der IFAT: Wasser- und Abwasserbranche präsentiert sich ideenreich

Trinkwassergewinnung und Abwasserbehandlung sowie die dazugehörigen Transport-, Management- und Überwachungsaufgaben zählen zu den zentralen Ausstellungsthemen der weltweit führenden Umwelttechnologiemesse IFAT. Vom 5. bis 9. Mai 2014 wird die Branche auf dem Münchner Messegelände erneut zeigen, dass bei allen Teilaspekten der Wasser- und Abwasserwirtschaft noch immer Raum für Innovationen ist. Hier einige Beispiele, die Aussteller im Vorfeld auf dem Medien Dialog am 7. und 8. Januar präsentierten.

Wie der Wasserkreislauf selbst, so ist auch die Wasser- und Abwasserbranche in ständiger Bewegung. Innovative Produkte ersetzen Vorgängerlösungen, während sich Firmen und Märkte in neuen Konstellationen ordnen. Beispielsweise hat Siemens im November letzten Jahres seine Geschäftseinheit „Water Technologies“, die Systeme zur Behandlung von Wasser und Abwasser entwickelt und vermarktet hatte, verkauft. Die im Mai dieses Jahres anstehende, internationale Umwelttechnologiemesse IFAT ist für den Weltkonzern die Gelegenheit, dem Markt zu zeigen, dass sich Siemens im Wassergeschäft jetzt auf Automatisierungs-, Steuerungs- und Antriebslösungen für Industrie und Kommunen konzentriert. Auf der Messe präsentiert Siemens unter anderem die modulare Wasser-Managementsoftware Siwa. Mit ihr lässt sich die Betriebsführung in komplexen Wasser- und Abwassernetzen computergestützt simulieren und optimieren. Mit dem Modul „Leak“ können nach Firmenangaben außerdem Leckagen in Wassertransportsystemen erkannt und geortet werden.

Die einen verkaufen, die anderen kaufen: Durch den Erwerb des US-amerikanischen Unternehmens Ashbrook Simon-Hartley im Jahr 2012 hat Alfa Laval sein Produktspektrum für die industrielle und kommunale Abwasserbehandlung abgerundet. Eines der Ergebnisse dieser Verbindung ist der von Alfa Laval neu auf den Markt gebrachte Scheibenfilter Iso-Disc, der auf bewährten Technologien des eingekauften Know-hows basiert. Sein Einsatzbereich umfasst unter anderem die tertiäre Filtration, die Behandlung von Prozessströmen und die Oberflächenwasseraufbereitung. Die quadratischen oder rechteckigen Iso-Disc-Filterplatten passen laut Angaben von Alfa Laval problemlos in bestehende Filtertanks und Becken. Sie eignen sich deshalb auch zur Nachrüstung und erfordern als treibende Kraft nur eine 30 cm hohe Wassersäule.

Die Rotamat-Rechen und -Siebanlagen des Herstellers Huber SE sind weltweit bereits tausendfach in der Abwasserreinigung installiert. Als Neuentwicklung in dieser Produktfamilie wird auf der IFAT die Siebanlage RPPS Star ausgestellt. Nach Firmenangabe ermöglicht sie mit ihrer sternförmigen Siebtrommel einen großen Durchsatz bei hoher Abscheideleistung. Ebenfalls neu im Rotamat-Segment ist die Feinstsiebanlage RoMem Liquid. Aufgrund ihrer großen Siebfläche können mit ihr Algen, Trübstoffe und Haare energiesparend aus dem Abwasserstrom entfernt werden. Zudem steigert RoMem Liquid laut den Huber-Experten die Betriebsstabilität von Membranbelebungsanlagen.

Ohne Pumpen ist eine moderne Wasserwirtschaft undenkbar. Entsprechend vielfältig ist der Markt und entsprechend groß ist die Zahl der hierzu auf der IFAT ausstellenden Unternehmen. Bei zu fördernden Medien mit hohem Trockensubstanzgehalt, beispielsweise entwässerte Schlämme oder Gülle, Silage und Bioabfälle für die Biogas-Vergärung, haben sich Exzenterschneckenpumpen in der Praxis bewährt. Ihr Förderprinzip basiert auf einem Rotor, der sich oszillierend in einem feststehenden Stator dreht. Gerade die Gestaltung des Stators bietet immer noch Optimierungsansätze. So präsentiert der Hersteller Netzsch einen neuen Stator, der die Instandhaltung vereinfacht. Da bei dem iFD-Stator 2.0 das Elastomer nicht im Stator einvulkanisiert ist, sondern nur formschlüssig eingespannt, kann er laut Netzsch bei Abnutzung einfach herausgenommen und als sortenreiner Abfall entsorgt werden. Ebenso schnell ist ein neuer Stator eingesetzt und fixiert. Zudem verringert die Konstruktion die nötigen Drehmomente für Start und Betrieb und reduziert so die Energiekosten.

Einen neuen Werkstoff für die Statoren seiner Exzenterpumpen hat der Pumpenhersteller Allweiler im Programm: Alldur wurde speziell zur Förderung von abrasiven Abwässern entwickelt. Die Rezeptur des Elastomers ist darauf abgestimmt, sehr hohen Widerstand gegen mechanische Einwirkungen zu leisten. Dies erhöht die Standzeit des Stators und damit der gesamten Pumpe.

Bei der Aufbereitung von Trink-, Prozess- und Abwasser geht es darum, unerwünschte Substanzen möglichst effizient und gründlich zu entfernen. Die Blücher Gruppe fertigt dazu Hochleistungsadsorbenzien in Form von 0,2 bis 0,7 mm großen Kügelchen, deren mechanische und adsorptive Fähigkeiten individuell bestimmt werden können. Um die Leistungsfähigkeit des unter dem Namen Saratech etablierten Produkts noch besser zu entfalten, arbeitet das Unternehmen derzeit an einem Kontinuierlichen Gegenstrom-Adsorber (KGA). Das neue System führt die Adsorbenzien in einem Reaktor in Gegenrichtung durch den Wasserstrom. Eine angeschlossene Regenerationstechnik reinigt anschließend die mit den Verunreinigungen beladenen Kugeln vor Ort, so dass ein geschlossener Adsorbenzienkreislauf entsteht. Die Vorteile des Verfahrens sind nach Firmenangabe unter anderem eine hohe Filtergeschwindigkeit, ein vergleichsweise niedriger Platzbedarf und ein geringer Adsorbenzieneinsatz ohne Massenverlust. So lassen sich im Lauf des Lebenszyklus‘ die Kosten reduzieren. Blücher stellt auf IFAT den KGA, der sich momentan in der Pilotphase befindet, erstmals der breiten Fachöffentlichkeit vor.

BASF führt mit Zetag Ultra derzeit ein neues Flockungshilfsmittel zur verbesserten Fest-Flüssigtrennung in der Abwasserreinigung ein. Das ultra-hochmolekulare Pulver verspricht über sein hohes Bindungsvermögen eine verbesserte Flockenstabilität und damit eine stärkere Entwässerungsleistung. Nach Angaben des Chemie-Konzerns beweisen Anwendungstests weltweit, dass mit dem neuen Produkt der Feststoffgehalt im entwässerten Schlamm um durchschnittlich 15 Prozent ansteigt. Der höhere Feststoffanteil im Austrag der Kläranlage spart Energie bei Transport, Entsorgung und Verbrennung.

Zum Markt der Wasser- und Abwasserwirtschaft gehört auch das weite Feld der Messtechnik. Hier lässt sich unter anderem die Benutzerfreundlichkeit noch erhöhen. Smartphones und Tablets standen bei der intuitiven Benutzerführung und dem Icon-basierten Menüaufbau des neuen Spektralphotometers Nanocolor UV/VIS II des Herstellers Macherey-Nagel Pate. Nach eigenen Angaben können damit auch Laien Wasseranalysen im UV-Bereich problemlos durchführen. Aufgrund der integrierten Farbmessung und Trübungsmessfunktion sowie einem Küvettentestprogramm ist das Gerät für viele Überwachungsaufgaben im Trink- und Abwasserbereich einsetzbar.

Weitere Informationen gibt es unter www.ifat.de

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