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Besucherrekord auf 6. Hydrauliksymposium

Branchentreffpunkt gewinnt an Bedeutung

Mit einem Besucherrekord von über 200 Gästen, die meisten davon ausgewiesene Experten für Hydraulik und Instandhaltung, endete das 6. Hydrauliksymposium im niederländischen Ede. 20 internationale Referenten aus Finnland, Deutschland, der Schweiz, Belgien und den Niederlanden präsentierten Innovationen, Forschungs-ergebnisse, Praxiswissen und vieles mehr rund um das diesjährige Thema „Hydraulik in der Instandhaltung“.

Den Status der Veranstaltung als europäischer Branchentreff konnten die Veranstalter FEDA und VPH damit weiter festigen und ausbauen. Vor allem die Vorträge und die Fachdiskussion zum Symposiumsabschluss im Plenum bewiesen einmal mehr die Aktualität und Brisanz des Themas.

Anforderungen und Leistungen steigen stetig

Die zunehmende Leistungsfähigkeit der Antriebstechnik ist Segen und Herausforderung zugleich: Zum einen sind heutzutage sehr große Kraftübertragungen möglich. Dies bewies vor allem der Eröffnungsvortrag von Ton Merks eindrucksvoll. Merks ist Technischer Leiter Instandhaltung des Freizeit- und Themenparks Walibi in Holland, hat in seiner Berufslaufbahn aber auch schon zahlreiche andere Freizeitparks kennengelernt. Er brachte Fotos und Informationen mit von Hydraulikanlagen an Fahrgeschäften. So wird Hydraulik hier eingesetzt, um z.B. große Plattformen mittels riesiger Zylinder in die Höhe zu katapultieren – und damit den Besuchern ein Maximum an Nervenkitzel zu bescheren. Dazu sind umfangreiche Hydraulikanlagen nötig, die absolut präzise und zuverlässig funktionieren müssen. Die Fotos der Technikstation des Gefährts beeindruckten selbst „Branchen-Insider“; die Leistungsfähigkeit von Hydraulikanlagen ist immer wieder erstaunlich.

Erhöhtes Gefährdungspotential

Die Schattenseite der fortschreitenden Leistungsfähigkeit von Hydraulik stellte Martyn Smart vor, Health and Safety Manager bei Pirtek UK. Er zeigte mit zum Teil erschreckenden Fallbeispielen und Fotos, was so genannte „Pin Holes“, also nadelstichartige Undichtigkeiten in Hochdruckschläuchen anrichten können. Das dadurch meist mit mehreren Hundert Bar ausschießende Öl durchdringt die Haut und legt die Blutversorgung des umlegenden Gewebes lahm. Wenn nicht schnellstens mittels großflächiger Schnitte gereinigt und desinfiziert wird, droht die Amputation des Körperteils. Smart, Mitverfasser des Booklets „Fluid Injection Injury Emergency – The Facts“ fordert vor diesem Hintergrund, dass ausschließlich ausgebildetes Fachpersonal mit Hydraulikschlauchleitungen hantieren darf. Je moderner und leistungsfähiger Hydraulik wird, desto mehr Professionalisierung der Branche müsse erfolgen.

Zahlreiche Normen und Vorschriften, sowohl in den einzelnen Ländern als auch auf EU- und weltweiter Ebene, haben demnach durchaus ihre Berechtigung. Genaue Vorschriften zu Wartungsintervallen z.B. von Verschleißteilen, Dichtungen, etc., Lagerhaltung und Reparaturabläufen sind immens wichtig und können nicht nur Leben retten, sondern auch Umweltschäden verhindern.

Welche Vorschriften genau zu beachten sind, wie die optimale Wartungspraxis auszusehen hat, erklärte Serkan Algan, Procurement und Technical manager, Pirtek Europe Ltd. in seinem Vortrag. In Deutschland beispielsweise sind die Wechselintervalle für Hydraulikleitungen in der DGUV Regel 113-005, bisher BGR 237, geregelt.

Zum Veranstaltungsthema wurden noch eine ganze Reihe anderer Aspekte im Zusammenhang mit dem Thema angesprochen: Ulrich Ammer, Product Marketing Manager Hydraulic Hose and Fittings bei Eaton/ EMEA Germany, stellte die neueste Technik des Condition Monitoring vor. Professor Jari Rinkinen von der Universität Tampere stellte sein kürzlich abgeschlossenes Forschungsprojekt zur Entwicklung eines neuen Mess-Systems vor, welches das Einbringen zusätzlicher Verschmutzung durch den Einbau neuer Komponenten in das Hydrauliksystem zum Inhalt hatte.

Die neuesten Erkenntnisse und Materialien für Dichtungen gab Gonzalo Barillas, von der Freudenberg Sealing Technologies GmbH & Co. KG, zum Besten.

Messefläche zur Unternehmenspräsentation

Über die Vorträge hinaus stellten sich auch 27 Unternehmen der Hydraulikbranche im Foyer des CineMec, dem Veranstaltungsort in Ede, vor. Auf dieser kleinen Messefläche gab es hervorragend Gelegenheit zum Kontakte knüpfen und Kennenlernen. Peter de Ru, Operations Director Pirtek Benelux und Organisationsmitglied der FEDA, wertet die Veranstaltung rückblickend als vollen Erfolg. Die lange und intensive Vorbereitungszeit hat sich nach seiner Meinung gelohnt. Als Forum für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis, als Marktplatz der Branche hat die Veranstaltung einen wertvollen Beitrag geleistet – und zwar nicht nur in den Niederlanden, sondern weit über die Grenzen des Landes hinaus in ganz Europa.

FEDA

Der Verband Antriebs- und Automatisierung (FEDA) vereint mehr als 175 Mitglieder unter ihrem Dach und ist die wichtigste Interessensgemeinschaft für Antriebs- und Automatisierungstechnologie in den Niederlanden.

Die FEDA steht allen Unternehmen der Branche offen, die mit Antriebs- und Automatisierungstechnik in irgendeiner Form konfrontiert sind, also auch Entwicklungs- und Forschungsfirmen.

www.feda.nl

VPH

Die Vereinigung ‚Plattform Hydraulik‘ wurde 1997 gegründet mit dem Ziel, Interessen und Kompetenzen zu bündeln. Jedermann, der auf dem Gebiet dieser Antriebstechnik tätig ist oder sich dafür interessiert, kann sich hier informieren und austauschen. Mittlerweile hat die VPH 150 begeisterte und kompetente regelmäßige Mitglieder, die auf sich auch auf persönlicher Basis zum Thema austauschen und einbringen. Gemeinsam verfolgen alle das Ziel des Erfahrungsaustauschs in Bezug auf Hydraulik.

www.platform-hydrauliek.nl

www.dfpc.nl

www.pirtek.de

FIRMENINFO

PIRTEK Deutschland GmbH

Maarweg 165
50825 Köln

Telefon: (0221) 94 54 4-0
Telefax: (0221) 94544-55

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