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Aktuellen Unternehmensentwicklungen zu Doosan Bobcat Q&A

Martin Knoetgen, President von Doosan Bobcat Inc in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) beantwortet Fragen zu aktuellen Unternehmensentwicklungen in der EMEA-Region. 

F1) Können Sie uns Hintergrundinformationen zu einigen der von Ihnen in den letzten drei Jahren getroffenen Entscheidungen, angefangen von der Schließung des Doosan-Werks für Bauschwermaschinen in Frameries/Belgien, geben?

Ich wechselte im Jahr 2010 aus der Automobilindustrie zu Bobcat Doosan EMEA und übernahm meine Tätigkeit dort als Vice President Operations EMEA genau zu dem Zeitpunkt, als sich die Baumaschinenindustrie von der Krise der Jahre 2008/2009 erholte.  Anschließend übernahm ich im Jahr 2012 den Vorsitz für die EMEA-Region von Doosan Bobcat.

Als ich zum Unternehmen kam, trug ich zum Umsetzen von Umstrukturierungen in den Werken, insbesondere in Frameries bei, wo ein Teil unserer Bagger-Baureihe für Europa produziert wurde. Durch die Einführung aktuellster Technologien und Produktionsverfahren konnten wir die Produktivität erfolgreich steigern, da wir von einer schnelle Erholung des Baumaschinensektors in der EMEA-Region ausgingen und uns so auf die Zukunft vorbereiteten.

Unglücklicherweise blieb der angenommene Wachstumsschub aber aus, und heute, sechs Jahre danach, liegt das Absatzvolumen für Bauschwermaschinen in EMEA immer noch nur bei 65 %; bei Kompaktbaumaschinen liegt er im Vergleich zu Ende 2007 bei 75 %. 

Also bedeutete die geringe Marktnachfrage für Bagger in Europa trotz erfolgreich gesenkter Kosten und gesteigerter Produktionszahlen am Standort Frameries, dass die Fortsetzung der Produktion dort nicht mehr tragbar war, und so wurde das Werk 2015 geschlossen. 

Heute importieren wir diese Maschinen aus unseren Werken in Korea und rüsten sie in den Niederlanden für den europäischen Markt um. So bieten wir für den europäischen Markt eine noch höhere Qualität und besseren Service und bauen dabei kontinuierlich unser Produkt- und Supportangebot aus. Das unterstreicht das Engagement von Doosan Bobcat in Europa und seinen hochgradig anspruchsvollen und fortgeschrittenen Märkten.

F2) Vergangenes Jahr verkaufte Doosan seine Tochtergesellschaft Montabert SAS an Joy Global Inc. Können Sie uns diese Transaktion näher erläutern?

Doosan Bobcat Inc. möchte das weltweite Wachstum und die Marktposition des Unternehmens als führendes, global agierendes Unternehmen in der Herstellung von Baumaschinen sichern. Dieser Schritt ist Bestandteil der Unternehmensstrategie zur Umsetzung dieser Zielsetzung. Doosan Bobcat EMEA konzentriert sich weiterhin auf sein Kerngeschäft im Bereich schwerer und kompakter Baumaschinen und nutzt dabei maximale Synergieeffekte zwischen den unterschiedlichen Bereichen unserer Geschäftstätigkeiten, wo immer dies möglich ist, um das Unternehmenswachstum in der EMEA-Region erheblich voranzutreiben.

Das Hydraulikhammer- und Bohrausrüstungssortiment von Montabert bot keine positiven Synergien für unser Kerngeschäft, also entschieden wir uns für einen Verkauf des Geschäftsbereichs an Joy Global, wo Montabert sich ausgezeichnet in das Kerngeschäft des Unternehmens bei Entwurf, Herstellung, Vertrieb und Wartung für hochgradig produktive Ausrüstungen für die globale Bergbauindustrie einpasst. Diese Entwicklung gibt Montabert und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit, für ein weltweit agierendes Unternehmen für Bergbauausrüstungen zu arbeiten, das in allen großen Bergbauregionen der Welt aktiv ist.

F3) Doosan Bobcat zeigt ein starkes und zunehmendes Engagement im EMEA-Markt - können Sie uns ihren Marktansatz erklären?

Zum Erreichen unseres Ziels investierte Doosan Bobcat in neue Entwicklungen, Infrastrukturen, Fertigungsanlagen und das Wachstum unseres Mitarbeiterstabs in der EMEA-Region. 

Mit den in das Bobcat-Werk für Teleskopen in Pontchâteau/Frankreich getätigten Investitionen konnten wir unser Produktangebot für Teleskopen erheblich erweitern und dabei gleichzeitig Qualität und Effizienz verbessern. Der Standort Pontchâteau ist die Hauptquelle für Bobcat-Teleskopen auf dem weltweiten Markt für den Einsatz in Bauwesen und Landwirtschaft.

Die Umstrukturierungen auf dem Doosan Bobcat-Campus in Dobris in der Tschechischen Republik waren sogar noch tiefgreifender. Hier wurden alle Aspekte unserer Fertigung und Produktentwicklung angefangen bei Konstruktion und Design über Beschaffung, Fertigung, Marketing, Aftermarket sowie Vertrieb und Demonstration, bis hin zu Schulung für unsere Händler und Kunden in der EMEA-Region in einem Standort integriert. Diese Veränderungen sorgen für erhebliche Vorteile in allen unseren Geschäftsfeldern.

Im Verlauf des letzten Jahrzehnts wandelte sich das Geschäft für Kompaktbaumaschinen in der EMEA-Region von einem Importmodell zu einem vollständig integrierten Hersteller, der mehr lokal produzierte Maschinen exportiert, als wir aus Nordamerika oder Korea importieren.  Aufgrund dieser Entwicklungen werden 80 % der in der EMEA-Region verkauften Kompaktbaumaschinen nun in Dobris hergestellt. Zusätzlich dazu und aufgrund der Wettbewerbsfähigkeit des Werks in Dobris, das geringere Produktionskosten ermöglicht, werden 30 % des produzierten Volumens für den Verkauf nach Nordamerika und Asien exportiert.   

Letztes Jahr hatte ich das große Vergnügen, das neue Innovationszentrum auf dem Doosan Campus offiziell eröffnen zu können. Dies ist ein weiterer Beweis des langfristigen Engagements von Doosan Bobcat in der EMEA-Region und das Ergebnis der kühnen Entscheidungen, die von unserem Unternehmen zu einer Zeit getroffen wurden, in der Europa und der Rest der Welt einen ausgeprägten wirtschaftlichen Abschwung durchmachten - wir investierten auf der ganzen Welt in Personal sowie innovative Industrie- und Geschäftslösungen. 

Wir bauen das Innovationszentrum Dobris als erstklassigen europäischen Entwicklungsstandort aus, der als Expertenzentrum für alle Doosan-Ingenieurteams in der gesamten EMEA-Region dienen soll und somit für Kleinlader und Kompaktbagger von 1-3 Tonnen verantwortlich zeichnen wird. Unser Innovationszentrum in Dobris ist mit den anderen beiden Zentren in Bismarck (USA) und Incheon (Südkorea) vernetzt. Obwohl sich jedes Zentrum auf die Entwicklung von Lösungen für die jeweiligen lokalen Märkte konzentriert, gehen alle 3 Zentren gemäß einer gemeinsamen Technologiestrategie vor, die es uns ermöglicht, unsere modernsten und komplexesten Projekte in Sachen Forschung und Innovation zu koordinieren. Wir glauben, dass uns Innovation zur Nr. 1 auf dem Weltmarkt für Kompaktmaschinen machen wird.  

Als weiteren Beweis unseres starken Engagements für europäische Kunden haben wir ebenfalls das europäische Ersatzteilzentrum für die Doosan Heavy-Baureihe von Baggern, Radladern und knickgelenkten Muldenkippern in den vergangenen zwei Jahren nach Leipzig in Deutschland verlegt. Das europäische Ersatzteilzentrum verfügt über eine Fläche von 6.000 m² und befindet sich in einem von Doosans Partner DHL Supply Chain betriebenem großen Lagergebäude. Von hier aus werden rund um die Uhr Ersatzteile aus einem Lagerbestand von über 43.000 Teilen an Händler und Kunden von Doosan in ganz Europa ausgeliefert. 

Das Ende 2014 eröffnete europäische Ersatzteilzentrum von Doosan ist das Ergebnis erheblicher Investitionen von Doosan Bobcat und bietet unseren europäischen Kunden und Händlern einen Zusatznutzen für den Ersatzteilservice. Auf der Grundlage des Erfolgs dieses Modells ist Doosan Bobcat bestrebt, das Ersatzteilzentrum des Unternehmens für die Geschäftsbereiche Bobcat und Doosan Portable Power ebenfalls nach Leipzig zu verlegen, um eine Vereinheitlichung für die Anpassung und den Vertrieb von Ersatzteilen zu ermöglichen und so zur weiteren Steigerung des Ersatzteil-Serviceniveaus für EMEA-Kunden beizutragen.

F4) Im Mai 2016 gab Doosan Bobcat EMEA die Absicht bekannt, seinen Hauptsitz in Waterloo, Belgien zu schließen.  Können Sie uns die Gründe hierfür erläutern? 

Diese wichtige strategische Entscheidung stellt eine logische Konsequenz der vorab beschriebenen Änderungen in der Unternehmensaufstellung dar. Die Konsolidierung der Doosan Bobcat EMEA-Zentrale vom Standort Waterloo in den Hauptsitz in Dobris mit den angegliederten Zentren für Forschung & Entwicklung, Schulung und Vorführungen sowie der Fertigung und Logistik ermöglichen eine höhere Unternehmenseffizienz und sorgen darüber hinaus für noch höhere Synergieeffekte. Vor allem unterstützt dieser Schritt eine unsere wichtigsten Prioritäten: Kundenorientierung und Nähe.

Wie ich bereits vorab erwähnte, hat Doosan Bobcat hohe Erwartungen und zeigt ein starkes Engagement in den Märkten Europas; dem Nahen Osten und Afrika. Darüber hinaus zielen wir durch unseren Elan, unsere Entschlossenheit, Konzentration und erhöhte Ressourcenverteilung darauf ab, unseren Kundenstamm in EMEA noch besser unterstützen zu können.

F5) Sie sind neben Europa ebenfalls für Bobcat und Doosan Portable Power im Nahen Osten, Afrika und Russland verantwortlich. Können Sie uns mehr über die Herausforderungen in diesen Märkten und ihre Pläne für die Zukunft erzählen?

Das neue Innovationszentrum, das Werk für Kompaktbaumaschinen und alle anderen Aspekte des Bobcat Doosan Campus in Dobris stellen eine gemeinsam genutzte Ressource für die Märkte Europas sowie dem Nahen Osten, Afrika (MEA) und Russland dar.

Neben unseren Entwicklungen in Dobris haben wir ebenfalls Umstrukturierungen in unseren lokalen Geschäftstätigkeiten auf diesen Märkten eingeleitet. Im Jahr 2015 eröffneten wir beispielsweise ein neues Ersatzteilzentrum in Dubai/Vereinigte Arabische Emirate für Bobcat und Doosan Portable Power-Produkte. Dieses neue Ersatzteilzentrum wird in Zusammenarbeit mit Agility, einem weltweit führenden Logistikdienstleister, betrieben, der das in der Jebel Ali Free Zone in Dubai untergebrachte Zentrum betreibt.

Das neue Ersatzteilzentrum in Dubai zielt auf einen besseren Händler- und Kundenservice in MEA mit einer höheren Verfügbarkeit, kürzeren Lieferzeiten und geringeren Logistikkosten ab. So können wir Ersatzteile in über 90 % der Region innerhalb von 24 Stunden zustellen.  Neben einem besseren Aftermarket-Service demonstriert das neue Ersatzteilzentrum auch unser starkes Engagement im MEA-Markt.

Wir haben stets ein offenes Ohr für unsere Händler und Kunden in allen Bereichen. So führten wir beispielsweise als Reaktion auf die lokale Nachfrage der MEA-Märkte mit dem Start des neuen Anbaubaggersortiments Anfang des Jahres eine neue Produktpalette im Nahen Osten ein. Dieser Start war außerordentlich erfolgreich, und wir planen in naher Zukunft eine Ausweitung auf andere Märkte.

Während die Märkte im Nahen Osten unter dem niedrigen Ölpreis leiden, stellt die Region einen äußerst attraktiven Markt für uns dar, und wir unterstützen weiterhin unsere Partner in diesen Märkten, die hervorragende Leistungen erbringen. Hier genießen wir mit einem Marktanteil von 50 % bei Bobcat-Ladern eine Sonderstellung.

Russland erwies sich in letzter Zeit ebenfalls als schwieriger Markt, es bestehen jedoch Anzeichen für eine Erholung. Da wir unseren Partnern prinzipiell in guten wie in schlechten Zeiten zur Seite stehen, werden wir diesen Erfolg gemeinsam ausschöpfen können, sobald bessere Marktbedingungen herrschen.

F6) Möchten Sie zusammenfassend einige allgemeine Bemerkungen über den EMEA-Markt und ihre Zukunftspläne machen?

Ungeachtet von Herausforderungen und Verpflichtungen steht Doosan Bobcat für langfristige Partnerschaften und individuelle Lösungen für alle unterschiedlichen Märkte.

Wie die meisten Unternehmen haben wir in Großbritannien vor dem Referendum einen leichten Aktivitätsrückgang verzeichnet, jedoch haben sich die Geschäftsbeziehungen nach der Abstimmung normalisiert. Großbritannien stellt für Doosan Bobcat einen wichtigen Markt dar, und unsere Planung sieht keine Veränderung der Geschäftsstrategie angesichts des bevorstehenden Brexit vor. 

Durch unser ausgezeichnetes Händlernetzwerk in Großbritannien sehe ich keine Notwendigkeit für Veränderungen in unseren Geschäftstätigkeiten dort und nur geringe Auswirkungen auf unsere Absatzzahlen im übrigen Europa.

Auf dem sehr umkämpften europäischen Markt sticht kein Land wirklich hervor, was die Verkaufsvolumen angeht. Unsere stärksten Märkte sind in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Skandinavien, wir erwarten jedoch in naher Zukunft auch gute Ergebnisse aus Italien. Ebenso wie Spanien, das deutliche Zeichen einer Erholung nach der Rezession aufweist, ist der italienische Markt nach der Flaute ausgeglichen. Wir gehen ebenfalls von einem Wachstum in Osteuropa aus, wo Infrastrukturprojekte weiterhin mittels EU-Fördergeldern finanziert werden.

In den vergangenen fünf Jahren erzielten  wir mit der Doosan Heavy-Baureihe große Fortschritte in Bezug auf Marktanteil und Markentreue in Europa, und wir sind davon überzeugt, dass produktseitig keine großartige Differenzierung erfolgen wird, da Doosan Bobcat heute zu den führenden Herstellen zählt. Bobcat verteidigt in Sachen Leistung, Qualität und Robustheit weiterhin seine führende Stellung in der EMEA-Region. 

Das Unternehmen hat sich einem langfristigen Engagement für den Baumaschinenmarkt in der EMEA-Region verschrieben und stellt durch vereinfachte Verfahren und Prozesse ganzheitlich sicher, dass sich Geschäftsbeziehungen mit Doosan Bobcat einfacher gestalten.  Unsere anhaltende Schwerpunktlegung auf Kerngeschäfte befähigt uns dazu, auch in schwierigem Marktumfeld erfolgreich zu sein. Darüber ermöglicht uns die Konzentration von Ressourcen auf unsere wesentlichen Ziele ein noch schnelleres Wachstum im EMEA-Markt.

Weitere Informationen zu Baumaschinen von Doosan finden Sie unter www.doosanequipment.eu

Weitere Informationen zu Bobcat-Anbaugeräten finden Sie auf unserer Website www.bobcat.com

Weitere Informationen zu Doosan Portable Power finden Sie auf unserer Website www.doosanportablepower.com

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