Kommunen

Stadt Tuttlingen: Kohlendioxid-Ausstoß fast halbiert – Klimaschutz wird weiter ausgebaut

Im Vergleich zu 1987 hat die Stadt Tuttlingen den Kohlendioxid-Ausstoß ihrer Gebäude fast halbiert. Jetzt soll der Sparkurs fortgesetzt werden. Der Gemeinderat beschloss ein Sparpaket, mit dem die Stadt ihren Energieverbrauch noch weiter senken will. 7044 Tonnen Kohlendioxid stießen die städtischen Gebäude im Jahr 1987 aus. Dieser Wert errechnet sich aus dem Verbrauch an Strom und Heizenergie, den sämtliche städtischen Gebäude in diesem Jahr verbrauchten. Knapp 20 Jahre später ist es nur noch etwas mehr als die Hälfte: 2005 kamen die Gebäude der Stadt nur noch auf einen rechnerischen Ausstoß von 3673 Tonnen. "Das ist fast eine Halbierung", stellt Oberbürgermeister Michael Beck zufrieden fest - "obwohl im Vergleich zu 1987 mehrere große Gebäude wie die Stadthalle und zwei Sporthallen dazu kamen."

1993 war die Stadt Tuttlingen dem Klimabündnis der Städte beigetreten, verbunden war damit die Selbstverpflichtung, den Ausstoß an Kohlendioxid bis 2010 zu halbieren, als Vergleichsjahr wurde 1987 gesetzt. Dieses Ziel ist bereits jetzt weitgehend erreicht, und ein großer Teil des Spareffekts wurde durch eigene Strom- und Wärmeerzeugung erzielt. So erspart alleine ein Holzhackschnitzelwerk, das neben der Stadthalle auch mehrere Schulen und Sporthallen beheizt, 860 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. Befeuert wird es klimaneutral mit Holz aus Tuttlinger Wäldern. Drastisch reduziert wurde auch der Kohlendioxid-Ausstoß des Freibades: Durch die Solarenergie-Heizung sank die Belastung von 244 auf 52 Tonnen pro Jahr.

Neben diesen großen Investitionen tragen aber auch zahlreiche einzelne Maßnahmen zum Klimaschutz bei - zum Beispiel der Austausch veralteter Heizanlagen, die Schulung von Hausmeistern oder ein Bonus-Programm für sparsame Schulen. Darüber hinaus unterstützen Stadt und Stadtwerke private Klimaschützer: Das städtische Umweltförderprogramm vergibt jährlich 70.000 Euro für private Sparmaßnahmen, und mit einem Solar-Sparkassenbrief wurden vier Photovoltaikanlagen für zwei Millionen Euro finanziert. "Klimaschutz wird zu einem der zentralen Themen der nächsten Jahre", so Oberbürgermeister Beck, "zunächst einmal aus ökologischen Gründen, aber durchaus auch aus ökonomischen." Schließlich sprächen die Energiepreise eine mehr als deutliche Sprache.

Aus diesem Grund hat die Stadtverwaltung nun auch das Klimaprogramm weitergeschrieben: So wird zusammen mit der Klimaschutz- und Energieagentur (KEA) des Landes Baden-Württemberg überlegt, wie das künftige Baugebiet Nordstadt von Beginn an umweltfreundlich und energiesparend gebaut werden kann. Bezahlbar sollen die Bauplätze dennoch bleiben: "Unser Ziel ist es, klimaschonend und familienfreundlich zu planen", so OB Beck. Verbessert werden soll aber auch die Altbausubstanz. So werden die Stadtwerke für das Sanierungsgebiet Westliche Innenstadt Vorschläge machen, wie einzelne zur Sanierung anstehender Gebäude sparsamer gemacht werden können. Die ohnehin beschlossene Stadtsanierung soll so einen Schwerpunkt auf den Klimaschutz bekommen. Auch an den eigenen Gebäuden wird weiter gespart. Neben Energiepässen und einem erweiterten Energiebericht werden die Tuttlinger Stadtwerke und die Tuttlinger Wohnbau der Reihe nach die dafür geeigneten Gebäude mit Photovoltaikanlagen bestücken.

Nach oben
facebook youtube twitter Instagram rss