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Satellitentechnik für Räumfahrzeuge

Nach dem Schneechaos berichtet AWS im Technikausschuss - Kein Geld für mehr Fahrzeuge

23 Zentimeter Neuschnee sorgten am 26. und 27. Januar für Chaos und für viel Kritik an der Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS), die für den Winterdienst verantwortlich ist. Für den Ausschuss für Umwelt und Technik steht jedoch nach dem "Rechenschaftsbericht" der AWS fest: Angesichts der extremen Wetterverhältnisse lag kein Versagen vor. Allerdings fordert die CDU, im Bedarfsfall auf THW und Feuerwehr zurückzugreifen.

Schneefall in der Landeshauptstadt sorgt allein schon durch die Kessellage und die vielen engen Straßen für Probleme. Selbst wenn nur wenige Zentimeter Neuschnee liegen. Dass jedoch 23 Zentimeter Schnee für solch ein Chaos sorgten, kam für viele überraschend. Dementsprechend harsch auch die Kritik am Winterräumdienst, die jedoch vier Wochen nach dem Chaos nach Meinung der Gemeinderatsfraktionen überzogen war.

"Es lag an den extremen Wetterverhältnissen und nicht am Versagen der AWS", ist sich SPD-Fraktionsvorsitzender Manfred Kanzleiter nach dem Bericht sicher. Allerdings müsse man sicher die Reserven weiter entwickeln. Ob diesen Part bei extremen Schneeverhältnissen das THW und die Feuerwehr - wie von den Christdemokraten vorgeschlagen - übernehmen können, ist für Kanzleiter wegen deren speziellen Fahrzeuge etwas fraglich. Eher schon die Notwendigkeit, dass mehr AWS-Mitarbeiter eine Ausbildung für Schneeräumfahrzeuge machen müssen. Allerdings sieht er da schon das nächste Problem: "Leute, die von der Müllabfuhr zum Winterdienst kurzfristig abgezogen werden, fehlen am kommenden Tag, wenn der Hausmüll abgefahren werden muss", so der Fraktionsvorsitzende. Bei der ganzen Diskussion über den Winterdienst in Stuttgart müsse man "auch die Kirche im Dorf lassen". Denn nicht jedes Jahr fallen über Nacht mehr als 20 Zentimeter Neuschnee.

Laut AWS wurden in der Nacht von 23. auf 24. Januar angesichts der Schneemassen die üblichen Schichtpläne außer Kraft gesetzt, um möglichst lange einen Volleinsatz mit 33 Fahrzeugen gewährleisten zu können. Der Bereitschaftsdienst wurde sogar sofort in die Nachtschicht umgewandelt, was unterm Strich zu rund 280 Einsatzstunden mehr führte, als bei einem "normalen" Winterdienst üblich sind. An den sechs Einsatztagen im Januar wurden 21 572 Kilometer Straßen in Stuttgart geräumt, fast die gleiche Streckenlänge wie im gesamten Januar des Vorjahres.

Das Problem der AWS: Die Winterperioden sind in den vergangenen Jahren konstant lang geblieben, die Anzahl der Fahrer und Fahrzeuge wurde jedoch abgebaut. Der Winterdienst verfügt momentan über 21 Laster und vier Reservefahrzeuge, zwölf Unimogs und Kleinfahrzeuge plus zwei Reservefahrzeuge. Insgesamt stehen 70 Fahrer zur Verfügung, acht davon in Reserve. Die Erfahrungen des Januars 2007 haben jedoch gezeigt, dass damit in Extremfällen die Strecken der Dringlichkeitsstufe I und II (siehe Anhang) nicht schneefrei gehalten werden können. Über eine Aufstockung von Fuhrpark und Personal muss schlussendlich der Gemeinderat entscheiden, zumal es im aktuellen AWS-Budget für den Winterdienst keinen finanziellen Spielraum mehr gibt. Allerdings will der AWS ein modernes Winterdienstmanagement-System einführen. Fahrzeuge sind dabei mit Satellitennavigation ausgerüstet, können so lokalisiert und von einer Einsatzzentrale gesteuert werden. Das ermöglicht unter anderem eine optimale und schnellere Einsatzplanung. Ziel soll sein, mit ausreichend Personal über 48 Stunden einen Vollbetrieb fahren zu können.

Das Straßennetz der Landeshauptstadt umfasst 1412 Kilometer, davon sind etwa 950 Kilometer in den Streu- und Räumplänen enthalten. 83 Kilometer Bundes- und Landesstraßen außerhalb geschlossener Ortslagen werden von den angrenzenden Landkreisen betreut. Etwa 380 Kilometer ebene Wohnstraßen werden nur bei außergewöhnlich hohem Schneefall oder Eisregen geräumt oder gestreut.

Die Fahrpläne umfassen in der Dringlichkeitsstufe I: Insgesamt 894 Streu- und Räumkilometer auf Hauptverkehrs- und Durchgangsstraße und Straßen für den öffentlichen Personennahverkehr. Dringlichkeitsstufe II: Verbindungsstraßen, so genannte Wohnsammelstraßen, insgesamt 355 Streu- und Räumkilometer. Dringlichkeitsstufe III: Insgesamt 429 Streu- und Räumkilometer auf so genannten steilen Wohnstraßen, also Straßen mit mehr als fünf Prozent Steigung.

Quelle: www.ez-online.de

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