Kommunen

Gelber Sack kommt nicht

Dietenheim bleibt beim Bringsystem zum Wertstoffhof

Dietenheim verzichtet auch künftig auf den "Gelben Sack". Bei zwei Gegenstimmen votierte der Gemeinderat dafür, das Bringsystem für Kunststoffabfälle beizubehalten. 2012 wird erneut entschieden.

Dietenheim - Nur noch 15 von 55 Gemeinden im Alb-Donau-Kreis haben keinen "Gelben Sack". Kunststoff-Restmüll wird dort in den örtlichen Recyclinghöfen entsorgt. Die Stadt Dietenheim gehört dazu, und das weitere vier Jahre lang.
 
In seiner Montags-Sitzung entschied sich der Gemeinderat gegen die Einführung des so genannten Holsystems über den Gelben Sack. Weil das Duale System demnächst die Neuausschreibung für Leichtverpackungen und Glas vornimmt, war den Gemeinden jetzt die Möglichkeit gegeben, Änderungswünsche anzumelden.

In Gemeinden ohne Gelben Sack transportieren die Bürger ihren Restmüll, darunter auch gereinigte und sortierte Verpackungen aus Kunststoff oder Verbundstoffen, zu den Wertstoffhöfen. Im Holsystem wandern die Kunststoff-Verpackungen "löffelrein", also ungespült, in den gelben Sack. Sie müssen nicht sortiert werden. Abgeholt wird im 14-tägigen Turnus.
 
Für Bürgermeister Sigisbert Straub haben beide Systeme Vor- und Nachteile. Die Verwaltung sei offen: "Das ist jetzt eine politische Entscheidung des Gemeinderats". Die Akzeptanz für den Dietenheimer Wertstoff-Sammelhof, der 1990 als einer der ersten im Kreis eingerichtet wurde, bezeichnete Straub als hervorragend. "Er ist inzwischen eine Institution geworden und funktioniert sehr gut, nicht zuletzt wegen des bewährten und engagierten Personals." Nur von Neubürgern kämen hin und wieder Nachfragen nach dem Gelben Sack. Straub machte das Gremium darauf aufmerksam, dass Fehlbefüllungen der Säcke laut Umfragen hoch sind, und: "Gelbe Säcke mit Hausmüll werden nicht mitgenommen." Einen Nachteil sieht die Stadtverwaltung auch darin, dass das Ortsbild während der Bereitstellung der gelben Säcke leidet. Beim Holystem entfalle zudem die Vergütung des Dualen Systems von knapp 16 000 Euro. Mit dieser Summe werde der Wertstoffhof mitfinanziert, der Jahreskosten von 26 000 Euro verursacht. Unter dem Strich könnte der Sack für den Bürger geringfügig günstiger sein.
 
"Das sieht einfach furchtbar aus, wenn man durchfährt", kommentierte Ratsmitglied Dr. Herbert Rendl die "verschandelten" Ortsansichten zu Abfuhrzeiten des Gelben Sacks. Einig ging Rendl mit seinem Ratskollegen Josef Klemm, das bisherige, gut funktionierende System beizubehalten. Klemm warnte auch vor Problemen mit aufgerissenen Müllbeuteln, die zu Geruchsbelästigungen führen und Ungeziefer anlocken könnten. Während Stefan Graf der Überzeugung ist, dass das Umweltbewusstsein der Bürger, die ihren Müll selber sortierten und reinigen, besonders geschärft wird, führte Toni Endler eine nicht zu unterschätzende soziale Komponente zumindest des Dietenheimer Recyclinghofs an: "Da wird kommuniziert!" Eine Umfrage in seinem privaten Bereich habe ergeben: "80 Prozent sind gegen den Gelben Sack."
 
Ratsmitglied Klaus Greck ist hingegen kein Befürworter. Greck hatte sich schon früher für den Gelben Sack ausgesprochen, auch wegen der besseren Ökobilanz, da weniger private Müllfahrten anfallen. "Da kommt einmal ein Laster und gut ists."
 
Außerdem müsse das System wohl Vorteile haben, wenn es 41 Alb-Donau-Kreis-Gemeinden für gut befänden. Greck führte zudem mögliche Personal- und Kosteneinsparungen an, wenn Container für Kunststoff-Müll auf dem Wertstoffhof abgebaut werden können. Dieter Schneider indes wies auf große Erleichterungen für nicht mobile Bürger hin. Hans-Jörg Bailer, der bereits im Kreistag gegen den Gelben Sack votiert hatte, sprach das Schlusswort: "So lange kein Zwang zur Änderung oder ein Druck vonseiten der Bevölkerung da ist, brauchen wir ein gut funktionierendes System doch nicht zu ändern."

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