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Hunderte von Kilometern am ruckelnden Lenkrad

Der Waldemser Roland Lederer wurde mit dem Lanz-Bulldog in Österreich Sechster der Weltmeisterschaft

WALDEMS Mit seinem knapp 70-jährigen Lanz-Bulldog dampfte Traktor-Fan Roland Lederer im Rahmen der sechsten Oldtimer-Traktor-WM in Österreich nun auf den Großglockner. Mit gutem Erfolg wie sich zeigte, wurde er doch in der Altersklasse seiner Lieblingsmaschine Sechster. Und das beim ersten Versuch.

Liebhaber alter Ackerboliden ist Lederer schon lange und so schien es ihm nur natürlich, auch bei der jährlich stattfindenden Weltmeisterschaft der starken Geräte vergangener Tage an den Start zu gehen. In Waldems "sattelte" der Trecker-Liebhaber seinen dunkelgrünen Lanz 9506 von 1938 und tuckerte gen Süden. Mit dabei war auch Freund Karl-Heinz Arz mit seinem Unimog 411 aus den fünfziger Jahren.

Knapp 700 Kilometer legten die beiden allein auf dem Hinweg "auf Achse" zurück. "Mit allen Nebenwirkungen", lacht Lederer und erzählt von seinen Kreuzschmerzen, ausgelöst durch Tagesetappen von 300 Kilometern hinter dem ruckelnden Lenkrad seines Lanz. Entschädigt hätten ihn aber unbezahlbare Eindrücke, die dem normal-motorisierten Autobahnnutzer verwehrt blieben. "Auf den Nebenstrecken sieht der Reisende erst, wie schön Deutschland ist", erklärt Lederer und schwärmt beispielsweise von den Vorzügen des bayerischen Altmühltals. Übernachtet wurde in Landgasthäusern "und so hatte sich die Teilnahme am Treckerturnier schon vor dessen eigentlichen Start für uns gelohnt", lacht der Traktorenfan.

Am Großglockner, in den Gemeinden Bruck und Fusch angekommen, warteten Fahrerbesprechung, Willkommensfest und erste Vorführungen. Ernst wurde es freitags im Rahmen der ersten Klassenwertung, als per Zeitfahren über genau 4,1 Kilometer der geschickteste Lenker ermittelt wurde.

Nicht der schnellste gewann in dieser Disziplin, sondern der geschickte Fahrer, dem es gelang, die Distanz in einer Durchschnittsgeschwindigkeit von genau 11,33 Sekunden zurückzulegen. Ohne technische Hilfsmittel, versteht sich. "Ich war allerdings etwas zu schnell", kommentiert Lederer seinen zehnten Platz in dieser Disziplin. Tags drauf trug ihn sein Lanz dann nicht allein auf den Großglockner, sondern auch auf den sechsten Platz der Gleichmäßigkeitswertung. Sieben Kilometer hieß es bei mitunter 70 Prozent Steigung, bergan zu klettern. "Hauptsorge war natürlich, dass meine Maschine die Anstrengungen mit ihren 70 Jahren nicht mehr aushält", sagt Lederer. Unbegründet seien seine ketzerischen Gedanken gewesen, denn allein der Auspuff des Boliden habe sich leicht verfärbt, alles andere blieb da wo es hingehöre.

"Für einen Traktor-Liebhaber wie mich war das Panorama auf dem Berg natürlich vor allem deswegen einzigartig, weil sich dort oben gut 700 Maschinen aller Klassen und Baujahre und aus beinahe allen europäischen Staaten versammelt hatten", erzählt Lederer.

Im kommenden Jahr sei er auf jeden Fall wieder mit von der Partie. Dann nur etwas trainierter, damit die anstrengende Anreise auf dem Traktor-Bock nicht so ins Kreuz gehe.

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