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FORSCHUNGSPROJEKT „NACHWIND“ Bereit für den zweiten Winter

In Nordrhein-Westfalen sind jüngst alle geplanten Sensoren für das Forschungsprojekt „NachWinD“ (nachhaltiger Winterdienst) in Betrieb genommen worden. Durch das Projekt, das Ende 2024 startete, soll ein intelligentes IoT-System (Anm. d. Red.: „Internet der Dinge“, Netzwerk aus physischen Objekten) entwickelt werden, welches Kommunen dabei helfen kann, ihre Winterdienst-Einsätze zu reduzieren und Streumengen einzusparen. Laut Forschungsgruppe – bestehend aus Mitarbeitern des Fraunhofer IOSB-INA, des INFA-ISFM e.V. und der Okeanos Smart Data Solutions GmbH – liegt das Gesamtprojekt „gut im Zeitplan“.

Lesedauer: min | Bildquelle: INFA-ISFM e.V.
Von: David Herwede

Rund ein Jahr ist es her, als das Forschungsprojekt „NachWinD“ zur Optimierung kommunaler Winterdienst-Einsätze in NRW an den Start ging. Damals stand das Vorhaben noch ganz am Anfang: Konzepte wurden entwickelt, erste Sensor-Standorte diskutiert, und die geplanten Daten-Erhebungen bei den Kommunen vorbereitet. Aktuell befindet sich das System im zweiten Winterbetrieb und wird weiter getestet und optimiert.

„Im Rahmen des ersten Projekt-Winters (2024/2025) konnten bereits einige Sensoren zur Aufnahme von Vor-Ort-Wetterdaten in den Partnerkommunen Paderborn und Kreis Lippe installiert und umfassend getestet werden. Dazu waren die Ermittlung geeigneter Standorte, die Anbindung an ein Funknetz zur Datenübertragung sowie die Kalibrierung auf winterliche Temperaturen notwendig“, heißt es in einem exklusiven Statement der Forschungsgruppe. Demnach konnte das gesamte Messnetz inzwischen in Betrieb genommen werden, und gleichzeitig werde ein geeignetes Wettermodell entwickelt, welches allgemeine Wetterprognosen um die ermittelten Vor-Ort-Daten der Sensoren ergänzt.


Herausforderungen bei Sensorik und Kalibrierung

Wie üblich stand „NachWinD“ hin und wieder vor Herausforderungen. Diese bezogen sich im bisherigen Projektverlauf wohl überwiegend auf die Sensorik: „Einerseits betreffen die aktuell sehr langen Lieferzeiten auch die im Projekt genutzte Sensortechnik, andererseits gab es bei der Ermittlung optimaler Standortbedingungen einige besondere Anforderungen. Es waren einige Anpassungen bei der Kalibrierung notwendig, um äußere Einflüsse wie z.B. die Sonneneinstrahlung auf die Messwerte aller Sensoren zu reduzieren“, heißt es im Statement. Hinzu kämen Faktoren wie Schatten, Regen oder Höhenlage, die bei der Auswertung der Daten berücksichtigt werden müssen, und die Sensoren sollten auch vor Mäharbeiten oder Vandalismus geschützt sein.

Die Zeit zwischen den Wintern wurde zur Erhebung korrelierender Daten genutzt – durch eine bundesweite Umfrage zu Winterdienst-Abläufen sowie sich daran anschließende Experten-Interviews. „So konnten umfassende Daten gesammelt werden. Diese Erhebungen dienen dazu, den aktuellen Stand der Praxis in den Kommunen zu ermitteln, und aus einer Vielzahl an Erfahrungswerten konkrete Anforderungen für das im Projektverlauf zu entwickelnde IoT-System abzuleiten“, heißt es im Statement. Hierzu werden die erhobenen Informationen in einer Datenbank zusammengefasst, die zusätzlich zu den Sensordaten als Input für das IoT-System dient.

Alles in allem wirkt die Projektgruppe zuversichtlich, den angestrebten Zeitplan einhalten zu können: „Das Gesamtprojekt befindet sich gut in der Zeit. Entscheidend für den erfolgreichen Aufbau des Wettermodells wird die in diesem Winter anstehende Sammlung möglichst umfassender Vor-Ort-Daten, auf deren Basis zukünftig der Entscheidungsprozess über das Ausrufen eines Winterdienst-Einsatzes erleichtert werden soll.“ Da das Projekt auf drei Jahre ausgelegt ist, wird noch voraussichtlich bis Ende 2027 weitergeforscht.

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