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02. Oktober 2017

Kärcher: Multitalent Geräteträger MIC 84

Kärcher: Multitalent Geräteträger MIC 84

Mähen, transportieren und vor allem Schnee räumen – Kärchers multifunktionaler Geräteträger MIC 84 ist im Kloster Disentis in den Schweizer Bergen ganzjährig im Einsatz und hat dabei nicht nur besonders große Anstiege zu bewältigen.

Es kommt nicht jeden Tag vor, dass man einen Mammutbaum verpflanzt. Auch nicht im Kloster Disentis, wo Bruder Murezi mit dem Frontlader seines Geräteträgers, einem Kärcher MIC 84, zunächst Abraum beiseiteschafft. Aber mit der richtigen Ausrüstung ist selbst das keine Mammutaufgabe. „Nur harte Arbeit“, lacht Murezi.

Der 21-Jährige, der seit eineinhalb Jahren im altehrwürdigen Kloster in den Schweizer Bergen lebt und mit bürgerlichem Namen Murezi Casanova heißt, ist nicht nur Novize, sondern auch gelernter Landschaftsgärtner. Gemeinsam mit Klaus Steigner, dem Leiter des Garten-Teams des Klosters, und drei Kollegen kümmert er sich in der 1100 Meter hoch gelegenen Benediktiner-Abtei um die Grünanlagen und den Klostergarten.

„Es gibt immer viel zu tun“, erklärt er und bindet fachmännisch einen Stoffsack um das Wurzelwerk des Baumes. „Schon vor Hunderten von Jahren haben Mönche hier mit dieser exotischen Baumart experimentiert“, sagt der junge Mönch. Vor dem Kloster soll der Baum künftig auf einer Wiese in den Himmel wachsen.

Guter Grip am Steilhang
Am bisherigen Standort beim Klostergarten ist es eng – bei Arbeiten wollen Manöver wohl überlegt sein. Gut, dass der anthrazitfarbene Geräteträger vor allem ausgesprochen wendig ist. Hier können sich die Landschaftsgärtner ganz auf die vollhydraulische Knicklenkung des Kärcher-Multitalents verlassen, das im Kloster seit Anfang des Jahres eingesetzt wird. Mit einem inneren Wenderadius von gerade mal 1,5 Metern nimmt das Fahrzeug auch die schwierigste Kurve. „Ich bin immer noch erstaunt, wie beweglich der Geräteträger ist“, sagt Bruder Murezi.

Während vom Tal her Kuhglockengeläut erklingt, setzt sich der Novize wieder ans Steuer und hebt den Baum vorsichtig mit der Palettengabel aus dem Erdreich – auch der Frontkraftheber ist hydraulisch. Und dann wird es steil. Mit Blick auf die schneebedeckten Gipfel der Bündner Alpen schiebt sich der MIC die kleine Straße nach oben.

Der Weg hat es in sich, ist nass und rutschig, die zu verpflanzende Fracht an der Gabel baumelt hin und her. Auf dem Klostergelände sind Steigungen von bis zu 33 Prozent zu bewältigen. Das ist kein Problem für den Turbo-Diesel-Knicklenker, der mit seinem Allradantrieb und automatischer Traktionskontrolle insbesondere auch für Schnee und Eis gewappnet ist und so das ganze Jahr über sicher ans Werk gehen kann.

Vollprofi im Winter
Genau das schätzen Bruder Murezi und seine Kollegen auch im Herbst und vor allem in den kalten Wintermonaten, die in den Bergen des Bündner Oberlandes nicht zu unterschätzen sind und ausgesprochen rau sein können. Bisweilen ist die Sonne kaum zu sehen, immer wieder schneit es tagelang. Der Schnee kann sich hoch auftürmen und sehr nass sein. Dann kommt statt der jetzt montierten Palettengabel ein Schneepflug zum Einsatz.

Mit wenigen Handgriffen verwandelt sich das Multifunktionsfahrzeug zum Winterdienst-Profi und schafft mit 84 PS den Schnee beiseite. Das war mitunter entscheidend für die Anschaffung des MIC. Mit dem zuvor eingesetzten Fahrzeug, das zwar erst seit rund vier Jahren zum Fuhrpark des Klosters zählte, konnte der Winterdienst nicht in allen Bereichen des Klostergeländes erledigt werden.

Bis zu 33 Prozent Steigung
Es lag noch Schnee, als Kärcher-Außendienst-Mitarbeiter Hansueli Frutig sich zum ersten Mal auf den Weg nach Disentis machte, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Der für die Außenanlagen des Klosters verantwortliche Klaus Steigner hatte gegen Ende des Winters 2016 auf der Suche nach einer geeigneten Maschine nach ausgiebigen Recherchen bei Kärcher in der Schweiz angefragt und die Problematik geschildert.

Extreme Steigung, enge Wege und vor allem auch zum Klosterplatz hin eine ausgesprochen schmale Serpentinen-Zufahrt mit einer steilen Rampe, die im Winter vollständig geräumt werden musste. Teilweise kann nur stückweise und damit sehr zeitaufwändig gearbeitet werden. Denn an engen Stellen kann der Schnee nicht einfach seitlich beiseitegeschoben werden, sondern muss einige Meter nach vorne mitgeschoben werden – auf der Rückseite des Klosters bis zu 75 Meter. „Bei 30 oder 40 Zentimeter Nassschnee kommen da schnell zwei Tonnen zusammen“, erklärt der Außenbereichs-Chef des Klosters.

Er hatte mit dem MIC 84 seinen Fokus sofort auf das Kärcher-Fahrzeug mit einem Maximalgewicht von fünf Tonnen (inklusive Anbaugeräten) gelegt. „Wir müssen auch beladen die Wege hinaufkommen und vor allem für den Winterdienst mit größtmöglicher Leistungsstärke und Gewicht gewappnet sein“, so Steigner.

„Eine Steigung von rund 33 Prozent ist im Fahrzeugbereich ein Knackpunkt“, erklärt Frutig. Klar, in der Schweiz sind generell oft starke Steigungen zu bewältigen, und geräumt werden müssen nicht nur befestigte Straßen, sondern etwa auch Wanderwege. „Aber obwohl die Gegend nicht hochalpin ist wie etwa St. Moritz oder das Berner Oberland, hatten wir noch nie zuvor einen solch herausfordernden Anstieg wie in Disentis zu bewältigen“, so der Kärcher-Experte. „In der Regel sind, der gesetzesmäßigen Vorgabe in der Schweiz entsprechend, etwa 18 Prozent zu meistern.“

Anders gesagt nimmt in solchen Fällen die Höhe pro 100 Meter in der Waagerechten um maximal 18 Meter zu – im Kloster sind es 33 Meter. Zum Vergleich: Die laut „Guinness-Buch der Rekorde“ steilste Straße der Welt, die Baldwin Street im neuseeländischen Dunedin, rühmt sich einer Steigung von 35 Prozent. Und die spektakuläre Lombard Street mitten in San Francisco, der Stadt der Hügel, führte mit 27 Prozent steil nach oben, bevor sie in die berühmte Serpentinenstraße umgewandelt wurde. Schnee fällt dort im Gegensatz zur Schweiz natürlich so gut wie nie.

So stark wie möglich, aber nicht zu groß
Neben der Leistungsstärke war für das Kloster Sicherheit die entscheidende Motivation für die vorgezogene Neu-Anschaffung. Die größte Herausforderung bei solch beachtlichen Steigungen liegt laut Frutig darin, dass das Fahrzeug jederzeit sicher stehen können muss und der Fahrer die Möglichkeit hat auszusteigen. Und da ist nicht zuletzt hohe Bremsleistung gefragt. Auch deshalb war dem Kloster daran gelegen, ein größeres, noch leistungsstärkeres Fahrzeug als das bisherige anzuschaffen. Steigner hatte den gesamten Fahrzeug-Markt abgeklappert und konnte vor dem Kauf des Kärcher-Geräteträgers auch mit einer vergleichbaren Fünf-Tonnen-Maschine der angrenzenden Gemeinde einen Testlauf machen, kam jedoch zum Klosterplatz nicht durch.

„Wir waren also äußerst gespannt, als die Maschine sich mit montiertem Schneepflug auf den Weg machte – und zur Freude aller die Zufahrt meisterte“, erzählt Frutig. Das war das Tüpfelchen auf dem i: Sie bringt die gewünschte Leistungsstärke und ist dennoch kompakt genug und wendig. Team-Chef Steigner war mehr als erleichtert – Schwierigkeiten beim Winterdienst sind seither Schnee von gestern.

Mit Schaufel oder Palettengabel durchstarten
Statt Schneepflug wird bei Bedarf und in den wärmeren Monaten an den Frontlader alternativ zur Palettengabel auch eine Schaufel angebracht. Das Umrüsten ist unkompliziert und von einer Person allein und ohne Werkzeug zu bewältigen. Mit beiden Aufsätzen sind jeweils bis zu 1.000 kg zu tragen, der Frontlader hat eine maximale Hubkraft von 1.500 kg. Dabei kommt den Fahrern auch die automatische Lastregelung zugute – wie beispielsweise gerade erst beim Transport des Mammutbaums.

Als dieser wieder eingepflanzt ist, steht Bruder Murezi einige Augenblicke still davor. „Wie herrlich es im Bündner Oberland ist“, sagt er. Der Landschaftsgärtner stammt aus einem kleinen Dorf rund 30 Kilometer vom Kloster entfernt und ist der jüngste der 22 Ordensbrüder. Sein Tag beginnt früh, noch vor Sonnenaufgang. „Wir Mönche pflegen eine jahrhundertealte Tradition“, erklärt der Novize, der nachmittags seine schwarze Mönchskutte gegen grün-graue Arbeitskleidung tauscht.

Schon als Kind, sagt er, hat ihn dieser magische Ort in den Bergen fasziniert. Er lädt im Klostergarten diverse Arbeitsgeräte vom Anhänger des Knicklenkers. Hier und in einem Gewächshaus bauen die Mönche Kräuter und Gemüse an. Mangold zum Beispiel, mit dem die Bündner ihre Spezialität Capuns zubereiten. Auch Grünkohl oder – wie man hier sagt – Federkohl gedeiht und wird nicht nur als vitaminreiche Speise geschätzt, sondern auch zu einer Heilsalbe verarbeitet.

Auch im Sommer ausgelastet
Zu Bruder Murezis Aufgaben gehört vor allem auch das Rasenmähen und die Pflege des Fußballplatzes, auf dem er mit seinem Ordensbruder Martin und Schülern des an das Kloster angeschlossenen Internats und Gymnasiums regelmäßig kickt. Für diese Arbeiten kommt der MIC mit Mähdeck zum Einsatz, das wie die anderen Anbaugeräte bereits vorhanden war. Der Geräteträger bietet damit viele Möglichkeiten, das Fahrzeug auch im Sommer auszulasten. Und es war ein Gebot der Wirtschaftlichkeit, möglichst alle Anbaugeräte aus dem Bestand des Klosters mit dem neuen  Modell weiter nutzen zu können.

Neben der Frontschaufel, die regelmäßig für Erdarbeiten eingesetzt wird, sollten insbesondere auch der Schneepflug und ein verstellbarer Vario-Schneepflug übernommen werden, was Kärcher durch ein paar technische Anpassungen ermöglicht hat. „Die Maschine ist schließlich immer nur so gut wie das Anbaugerät“, lacht Frutig. Inzwischen hat das Kloster ein weiteres Mähdeck speziell für den Feinschnitt angeschafft, ein Unkrautbesen soll folgen.

Auch ein Frontkehrsystem ist eine Option. Kehrarbeiten auf dem Klosterplatz und dem Zuliefer-Tunnel für die Küche erledigen Bruder Murezi und seine Kollegen bislang mit einer handgeführten Kehrmaschine von Kärcher, die sich ab Flächen von insgesamt 300 Quadratmetern lohnt. Wege und Zufahrten lässt das Kloster derzeit noch von externen Dienstleistern kehren.

Zum Transport und zur Müllbeseitigung mit Fahrt ins Dorf setzt das Außenbereichs-Team den MIC auch gern mit Anhänger ein. Für den kommenden Winter will Steigner die Maschine zudem mit einem Solesprühgerät ausstatten, um Ameisensäure zum Auftauen der vereisten Wege zu verwenden und den Splitstreuer zu ersetzen.

Schöne Aussicht beim Rasenmähen
Bis es soweit ist, dreht auch der Novize seine Runden auf dem Grünen, bisweilen mit herrlich weitem Panoramablick in die Alpen. Denn der Fußballplatz liegt noch hundert Meter weiter oben als das Kloster – die barocken Türme von Disentis ragen hier gerade so über die Grasnarbe hinaus. Die Zufahrt steil hinauf ist recht unkonventionell wie der Platz selbst, der laut Bruder Murezi die schönste Aussicht der Welt bietet – ein kleiner idyllischer Bergbach muss passiert werden. Zweimal pro Woche muss der Rasen hier oben getrimmt werden – um Zeit zu sparen, wird gemulcht. In der Regel braucht der junge Mönch dazu eine gute Stunde.

Auch wenn es wie so oft tagelang geregnet hat und die Wiesen rund ums Kloster triefnass sind, geht er mit seiner Multifunktionsmaschine und Feinschnitt-Mähdeck unbeirrt ans Werk. Die Joysticksteuerung für Arbeits- und Bewegungshydraulik macht die Bedienung denkbar komfortabel. Und in der Fahrerkabine sorgt zudem nicht nur eine Klimaanlage für angenehme Temperaturen, sondern reinigt sogar ein Pollenfilter die Luft.

Obwohl man sich im Grunde einen himmlischeren Ort für ungefilterten Bergwiesenduft wohl kaum vorstellen kann.

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