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26. Juli 2017

Es muss nicht immer gleich ein neues Fahrzeug sein

Es muss nicht immer gleich ein neues Fahrzeug sein

Wenn die Technik etwas in die Jahre gekommen ist, kann man häufig die entscheidenden Komponenten einfach nachrüsten. Wir haben uns nach geschickten Lösungen umgeschaut, mit denen der Fuhrpark modernisiert werden kann, ohne gleich die Flotte umstellen zu müssen.

Eine zusätzliche Rundumleuchte oder ein Arbeitsscheinwerfer sind schnell nachträglich an ein Gefährt geschraubt. Es gibt aber immer wieder Situationen, in denen man gleich über ganz neue Fahrzeuge nachdenkt – obwohl häufig eine Nachrüstung ausreichen würde. Der Isobus sorgt beispielsweise dafür, dass Anbaugeräte herstellerunabhängig mit dem Fahrzeug über das gleiche Bediengerät gesteuert werden können. So spart man sich die halbjährliche Umrüstung des Bedienpultes von Sommer- auf Winteranwendung. Alle Fahrer müssen vom Grundprinzip nur noch eine Steuerung kennen, die Betriebsdatenerfassung ist gleich mit integriert. Ein passendes System stellt etwa die Firma WTK Elektronik zusammen. Sie schnürt für jede Maschine ein individuelles Paket und kann so die komplette Flotte effektiver gestalten.

Einen Schritt weiter geht die Firma InMach: Sie baut selbst keine Maschinen, sondern stattet bestehende mit neuen Features aus. Dabei werden am Markt bereits verfügbare Sensoren, Kameras und andere Bauteile zusammen mit verschiedenen Herstellern und Partnerfirmen so verknüpft, dass individuelle Kundensysteme entstehen. Der Einsatzbereich geht dabei von der Umfelderfassung zur Verbesserung der Sicherheit für Fußgänger, über die Dokumentation von Mäh- oder Streuflächen, bis zur intelligenten Maschinensteuerung für Anbaugeräte. In einem separaten Artikel gehen wir demnächst auf die Vorteile und Details solcher Automatisierungslösungen ein.

Von der Anbauhydraulik bis hin zum Wechsel beim Geräteträger

Stoll Landschaftstechnik hat die Anbauhydraulik Unit 50 im Programm, die einfach am Dreipunkt im Heck eingehängt werden kann. Die Zapfwelle des Fahrzeugs treibt eine im System enthaltene Hydraulikpumpe (Größe 3) an, diese presst 50 l/min bei 250 bar in die Schläuche. Sinnvoll ist das System etwa für kleine Schlepper, deren Hydraulik zu schwach auf der Brust ist oder die über keine entsprechende Anlage verfügen. Mit entsprechend langen Schläuchen kann die Unit 50 im Heckdreipunkt natürlich auch Geräte versorgen, die im Fronthubwerk arbeiten. So kann sie dort auch Geräte versorgen, wenn etwa keine Frontzapfwelle verbaut wurde, denn viele Anbaugeräte lassen sich auch hydraulisch antreiben. Die Anwendungen sind hier vielseitig – von der Mähtechnik bis zur Wildkrautbürste ist alles denkbar. Auch in Sachen Knicklenker-Geräteträger ist die Firma Stoll kreativ gewesen, wenn es ums Umrüsten geht: Wechselt die Kommune den Geräteträger-Hersteller, können die Anbauten von Stoll beibehalten werden. Die Bauhof-Mechaniker müssen lediglich die Schienen zwischen Fahrzeug und Mähcontainer oder Staubsauger wechseln – schon passt die bestehende Technik auf das neue Fahrzeug.

Auch Fiedler bietet einen Umrüstsatz an, wenn Kunden einen FFA-Ausleger von einer Maschine zur nächsten mitnehmen wollen. Auch eine Adapterplatte zur Wechselnutzung ist dabei. Wer am Geräteträger noch gar kein Fronthubwerk montiert hat, kann so eines ebenfalls bei Fiedler bekommen: 1,5 t stemmt das universell an Traktoren oder Geräteträger passende System – auf Wunsch auch mit Elektrohydraulik. Aber nicht jeder braucht gleich die dicke Variante: Bei Traktoren müssen dafür häufig große Konsolen im Rahmen verbaut werden. Die Systeme kosten entsprechend, sind aber oft gar nicht nötig, etwa, wenn die Maschine nur eine kleine Kehrvorrichtung oder eine Transportbox packen muss. Dafür haben Händler wie Kommunaltechnik Schreiber (kts-ohg.de) oder die Kotte GmbH (kokotech.de) eine schlanke Lösung im Programm, die je nach Variante 300 bis 500 kg hebt und über eine einfache Lochplatte fast überall angebaut werden kann. Im Gegensatz zu fest verbauten, typspezifischen Varianten können diese auch an verschiedenen Fahrzeugen im Wechsel genutzt werden.

Text: Tobias Meyer – Redaktion Bauhof-online.de

Bilder: Hersteller

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