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Winterdienst ganz lokal: Gefährliche Straßenabschnitte mittels Road Mapping identifizieren

Jeder Winterdienstverantwortliche sollte sie kennen: die gefährlichen Straßenabschnitte in seinem Einsatzbereich. Doch kann man sich immer auf seine Erfahrung verlassen und darauf vertrauen, dass bei Kontrollfahrten auch die richtigen Stellen überprüft werden?

Sicherheit bei diesen Fragestellungen verschafft die Untersuchung des Straßennetzes mittels Thermal Mapping (auch Thermalkartierung oder Thermal Fingerprint) und Skyview Mapping (optischer Blick nah oben). Ziel ist es, die Erfahrungen des Straßenbetriebsdienstes durch Messungen zu bestätigen und weitere gefährdete Punkte aufzuspüren.

Maßgeblich für die Glättebildung ist die Entwicklung der Belagstemperatur. Diese wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Ist die Straße zum Beispiel eng bebaut, kühlt sie sich in der Regel nachts weniger stark ab als andere Straßenabschnitte. Auch Bäume am Straßenrand dämpfen den nächtlichen Temperaturrückgang. Dagegen kann es besonders in windgeschützten Senken und Muldenlagen zu einer intensiven Abkühlung an der Straßenoberfläche kommen. Hänge oder Wälder verursachen vor allem bei tief stehender Wintersonne Abschattungen, wodurch die Erwärmung der Straßenoberfläche am Tage ausbleibt.

Auch die Art des Straßenbelages und die Verbindung der Oberfläche mit dem Untergrund sind von entscheidender Bedeutung. Kopfsteinpflaster kühlt zum Beispiel viel rascher aus als eine fest mit dem Boden verbundene Asphaltdecke. Tiefere Bodenschichten sind bis in den Hochwinter hinein nachts oft wärmer als der Straßenbelag selbst. Kühlt die Straßenoberfläche aus, kann Wärme aus dem Boden den Temperaturrückgang dämpfen. Daher kommt es auch auf Brücken, denen der Wärmepuffer des Bodens fehlt, häufig zu Reifansatz.

Die Unterschiede der Belagstemperatur können selbst in kleinen Streugebieten erstaunlich groß werden und je nach Beschaffenheit des Straßennetzes und der Wetterlage Werte um 10 Grad Celsius erreichen. Besonders große Differenzen bilden sich in klaren und windschwachen Winternächten. Der Boden kann dann ungehindert von einer Wolkendecke seine Wärme abgeben. Gleichzeitig sinkt die kältere, schwerere Luft zum Boden und es findet auch kein Wärmeaustausch mit höheren Luftschichten mehr statt. Daher wird ein Thermal Mapping überwiegend bei solchen Wetterlagen durchgeführt.

Erforderlich für ein Thermal Mapping ist ein speziell präpariertes Fahrzeug. Durch seinen Rumpf wird mit Hilfe eines Infrarotthermometers berührungsfrei die Temperatur der Fahrbahnoberfläche bestimmt. Die Daten werden während der Fahrt auf einem Laptop aufgezeichnet. Gleichzeitig erfolgt eine Positionsbestimmung mittels GPS. Von Fachleuten speziell dafür ausgewählte und aufeinander abgestimmte technische Komponenten sichern die Qualität der Messung und damit den Erfolg eines Road Mappings.

Die Route wird vorab gemeinsam mit den Winterdienstverantwortlichen und einem Meteorologen festgelegt. Damit können sowohl die vor Ort gesammelten Erfahrungen als auch weitere, potenziell gefährliche Straßenabschnitte in die Routenplanung aufgenommen werden. Nach erfolgter Messfahrt erstellt der Meteorologe einen Bericht, der dann gemeinsam besprochen wird.

Die MeteoGroup Deutschland, ehemals MC-Wetter hat in der Vergangenheit bereits für verschiedene Städte und Gemeinden Messfahrten durchgeführt. Dabei wurden die Erfahrungen der Verantwortlichen vor Ort häufig bestätigt, gleichzeitig aber auch neue Gefahrenpunkte aufgespürt. Mit Hilfe der Auswertungen konnten die Streurouten und Kontrollfahrten angepasst und Glättemeldeanlagen postiert werden. Aufgestellt an besonders gefährdeten Orten überwachen diese Messstationen ständig die Fahrbahnbedingungen und helfen so, glättebedingte Unfälle zu vermeiden und den Winterdienst auch kostenmäßig zu optimieren.

Nähere Informationen zum Thermal Mapping und einer meteorologischen Beratung von Winterdiensten erhalten Sie bei:

MeteoGroup Deutschland GmbH
Frau Simone Dietrich
Gradestraße 50
12347 Berlin
Tel.: 030/60098-174
www.glaette24.de

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