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Wasser im Gebäude ist keine Freude: Mobiles Hochwasserschutzsystem

Wenn Hochwasser droht, sind Gebäudebesitzer und Kommunen gut beraten, effektiv vorzubeugen. Eine interessante Lösung stellt das Schutzsystem "HWS-mobil" von HOWATEC dar, das beim Stahl-Innovationspreis 2012 den ersten Platz belegte.

Das in der Kategorie "Produkte aus Stahl" ausgezeichnete System ist im Rahmen eines Förderprojekts in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für Wasserwirtschaft und Umwelt (fwu), Abteilung Hydromechanik und Wasserbau, an der Universität Siegen entstanden. Es dient zur vorübergehenden Abdichtung, wenn Überschwemmungen absehbar sind oder bereits eingesetzt haben. Dann sind lediglich Stützpfosten in zuvor einbetonierte Bodenhülsen zu stecken, die mit gewölbten Staublechen verbunden werden. Die Sicherung von Türen kann auch allein über Wandanschlüsse erfolgen. Durch den modularen Aufbau sind beliebige Breiten realisierbar, um Eingänge, Einfahrten und Tunnel bis hin zu kompletten Liegenschaften oder weitläufigen Uferanlagen zu sichern. Denkbar ist sogar die Absicherung heikler Bauprojekte zum Umweltschutz. Einzige Vorraussetzung ist ein wasserdichter und scherfester Untergrund. Das seit Ende 2011 im Markt erhältliche System hält einem Wasserdruck bis 130 cm Pegelhöhe stand.

Durch den Anpressdruck des Stauwassers schließen die Dichtungen mit maximaler Effizienz. "Die von der Uni Siegen mit klarem Wasser gemessenen Leckagen sind geringer als bei anderen Systemen", betont Geschäftsführer Lutz Barich. Sie werden durch die Schmutzpartikel im Hochwasser nochmals verringert. Die Bauteile aus Stahl, Stahlblech und Eisenguss sind zum langjährigen Korrosionsschutz feuerverzinkt.

100 METER IM TRANSPORTER

Für das System sprechen zudem die hohe Variabilität und die kurzen Rüstzeiten. Auch beim geringen Gewicht und dem niedrigen Platzbedarf, der sich nicht nur aufgebaut, sondern auch beim Transport und Verstauen zeigt, ist es herkömmlichen Lösungen weit überlegen. Die ganze Praktikabilität offenbart der Logistikvergleich:

So ist der Auf- oder Abbau einer Barriere von sechs Metern Breite, beispielsweise zum Schutz einer Tiefgarage, mit üblichem Schraubwerkzeug schon in etwa einer Viertelstunde erledigt. Weil nur wenige Elemente benötigt werden und keines mehr als 20 Kilogramm wiegt, ist die eingesparte Logistik in großem Maßstab beeindruckend: Für eine 100 Meter breite und einen Meter hohe Hochwasser-Barriere sind üblicherweise rund 13000 Sandsäcke mit einem Gesamtgewicht von 208 Tonnen erforderlich. "Das Mobil-System ersetzt diesen immensen Aufwand mit 66 Elementen, die nur rund ein Prozent wiegen und in einen einzigen Transporter passen", unterstreicht Barich. "Dies bedeutet gleichsam, dass nur wenige Arbeitskräfte erforderlich sind". Ein wichtiges Argument, denn im Katastrophenfall sind helfende Hände knapp.

Nicht zuletzt punktet die Neuentwicklung mit ihrer gefälligen Optik, die an einen edlen Metallzaun erinnert - kein Vergleich mit Sandsäcken, die obendrein bei Überspülung nachgeben, oft nicht wiederverwendbar sind und bei Kontaminierung mit Schadstoffen deponiert werden müssen.

BODENHÜLSE FÜR STADTMÖBEL

Clever: Das Stecksystem basiert auf der universellen 3p-Technologie des Stadtmobiliar-Herstellers ABES. Somit passen zahlreiche Funktionselemente wie Absperrpoller, Sitzbänke oder Abfalleimer in die Bodenhülsen. Sie werden einfach nur eingesteckt, gesichert und stehen dann wie einbetoniert. Alternativ verschließt ein fest montierbarer, plan aufliegender Deckel die Bodenhülse. Weitere Informationen unter www.HOWATEC-online.de im Internet.

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