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VisionLink: Die Arbeit mit Baumaschinen erleichtern

Als einer der ersten rüstet Wolff&Müller seine neuen Cat Ge-räte für den Einsatz von VisionLink aus

Anhand von VisionLink und der blauen Punkte kann Wolff&Müller verfolgen, auf welcher Strecke der Cat Mobilbagger M316D bewegt wurde.
Anhand von VisionLink und der blauen Punkte kann Wolff&Müller verfolgen, auf welcher Strecke der Cat Mobilbagger M316D bewegt wurde.
VisionLink zeigt Wolff&Müller an, wie es um den Kraftstoffverbrauch seiner Baumaschinen bestellt ist.
VisionLink zeigt Wolff&Müller an, wie es um den Kraftstoffverbrauch seiner Baumaschinen bestellt ist.
VisionLink bietet Wolff&Müller eine Übersicht über die eingesetzte Flotte an Cat Geräten.
VisionLink bietet Wolff&Müller eine Übersicht über
die eingesetzte Flotte an Cat Geräten.

So ist es nun mal im Geschäftsleben: Unternehmen müssen ständig daran arbeiten, sich weiterzuentwickeln, sonst bleiben sie auf der Strecke. Weil die Baupreise in Deutschland schon lange im Keller sind, müssen Baufirmen an anderen Stellschrauben drehen, um die Betriebsabläufe zu straffen und immer kürzer werdende Bautermine einhalten zu können. VisionLink, die neue Lösung von Caterpillar und Trimble für das Flottenmanagement, kann Bauunternehmen dabei unterstützen, die Arbeit mit Baumaschinen zu erleichtern - ob bei der Disposition, der Wartungsplanung oder bei der Maschinenabrechnung. Vorteile in diesen Bereichen verspricht sich auch das Bauunternehmen Wolff&Müller. Die für den gesamten Gerätepark verantwortliche Zweigniederlassung Logistik hat sich darum entschieden, als einer der ersten Kunden in Deutschland, Baumaschinen der Marke Cat damit auszurüsten.

Als die Zweigniederlassung Logistik bei der Zeppelin Niederlassung Böblingen, ihrem Hauptlieferanten von Caterpillar Maschinen, eine ganze Flotte neuer Geräte orderte, ließ sich Wolff&Müller die Option für den späteren Einbau offen. Bevor dann die ersten Mobilbagger, wie drei Mal das Modell M316D sowie drei Mal das Modell M318D, vor wenigen Wochen ausgeliefert wurden und die Maschinen in den Einsatz auf Baustellen gingen, mussten Zeppelin Servicemitarbeiter aus Böblingen die für das Flottenmanagement benötigte Hardware in Form von einer schwarzen Box (PL522) einbauen. Dann wurde der erforderliche Zugang freigeschaltet. Auch die übrigen neuen Maschinen, wie der Cat Kettenbagger 324DLN sowie zwei Cat Kettenbagger 321 DLCR mit Kurzheck, sechs Cat Radlader 907H und ein Cat Motorgrader 140M sollen auf VisionLink umgerüstet werden. „Wir sehen in VisionLink ein großes Zukunftspotenzial, ähnlich wie in dem 2003 eingeführten Schnellwechselsystem OilQuick, das seitdem bei vielen unserer Baumaschinen Standard ist und viele Abläufe auf der Baustelle verbessert und effektiver gemacht hat.

Die Zusammenarbeit zwischen Cat, Zeppelin und Trimble verspricht eine optimale Konstellation und vergleichbare Effekte“, bewertet Jürgen Kleindopp, Leiter der Zweigniederlassung Logistik und Prokurist, das Flottenmanagement. Er erhofft sich davon vor allem effizientere Abläufe in der Verwaltung des Geräteparks und die Maschinen wirksamer vor Diebstahl zu schützen. Leistungsgeräte, wie Mobilbagger, Kettenbagger, Grader, Walzen und Fertiger sollen sukzessive in Zukunft mit VisionLink arbeiten – und zwar nicht nur Maschinen der Marke Cat, sondern auch Geräte anderer Hersteller. Durch die Benutzeroberfläche VisionLink können alle Maschinen in einer einzigen webbasierten Anwendung überwacht werden. Kunden sind nicht mehr gezwungen, verschiedene Hersteller oder Drittsysteme für ihr Maschinenmanagement nebeneinander einzusetzen. „Langfristig wollen wir ein einheitliches System für alle Maschinen. Allerdings muss es sich in der Praxis bewähren. Das ist natürlich die Grundvoraussetzung“, definiert Kleindopp die Bedingung.

Bereits bei der Vermessungstechnik wird bei dem Bauunternehmen mit dem Hersteller Trimble zusammengearbeitet. Seit 2000 wurden alle Krane der Zweigniederlassung Logistik mit einem Daten-Fernübertragungssystem DFÜ mit Teleservice-Funktion ausgestattet, damit die Maschinendaten jederzeit ausgewertet werden können und der eigene sowie Hersteller-Service Störungen rechtzeitig erkennen und beheben können. Seit 2004 wurde eine herstellerunabhängige Maschinensteuerung sukzessive bei 41 Geräten eingeführt, um Einsatzzeiten und Standorte der Baumaschinen abzurufen. „Damit sind wir im Lauf der Zeit an unsere Grenzen gestoßen“, so der Leiter der Zweigniederlassung Logistik. Er vermisste die Möglichkeit, damit Informationen wie den Durchschnittsverbrauch sowie Betriebszustände abzufragen. Außerdem wurden Fehlercodes nicht ausgelesen. Einer der Anwender war Thomas Rösser, der die Geräte für die Tief- und Straßenbausparte bei Wolff&Müller disponiert. Per Doppelklick mit der Maus musste er sich an seinem Computer einwählen. „Das konnte mitunter pro Gerät bis zu zehn Mausklicks dauern, bis eine Verbindung hergestellt war“, berichtet er von seinen Erfahrungen. Mit VisionLink soll er deutlich schneller und einfacher die benötigten Daten abfragen und auswerten können, die er braucht, um den Einsatz der Baumaschinen zwischen den verschieden Baustellen in ganz Deutschland planen zu können. VisionLink bietet eine übersichtliche Benutzeroberfläche, auf der alle wichtigen Daten der Maschinenflotte abgebildet werden.

Permanent werden die Maschinendaten übermittelt

Caterpillar Baumaschinen, die mit dem Flottenmanagementsystem Product Link ausgestattet sind, verfügen über die neueste GPS-Technologie in Form eines Telematikmoduls. Das System ermittelt permanent die eigene GPS-Position, Start- und Stoppzeiten, Motorlast (Leerlauf/Last), Kraftstoffverbrauch (Leerlauf/Last) sowie Betriebszustände. Es kann mit einer Wegfahrsperre (MSS) kombiniert werden, die über die Schlüsselzuordnung auch eine Fahreridentifikationsmöglichkeit bietet. Die Integration des Systems in die CAN-Bus-Architektur der Maschine erlaubt die Erfassung und Weiterleitung von maschinenspezifischen Daten. Standort- und Maschinendaten werden über LEO-Satelliten oder Mobilfunknetze (GPRS) zwischen den Baumaschinen und dem zentralen Datenserver übertragen. Früher wurden die Daten via LEO-Satelliten zu einem Server übermittelt. Bei der neuen Hardware funktioniert die Datenübertragung mittels der schnelleren Mobilfunk-Technologie. Kunden können bequem über die neue Internetoberfläche VisionLink auf die übersichtlich dargestellten Informationen zugreifen. Die einzige Voraussetzung ist ein DSL-Internetzugang. „Caterpillar hat mit dem US-amerikanischen Telekommunikationsanbieter AT&T einen Rahmenvertrag geschlossen, der sicherstellt, dass die Cat Maschinen automatisch immer die stärkste Mobilfunkverbindung im jeweiligen Land nutzen. Somit wird eine sichere Übertragung gewährleistet. In Deutschland sind das die drei größten Mobilfunkanbieter. Selbst wenn die Baumaschinen im benachbarten Ausland arbeiten, fallen keine Roaming-Gebühren an und der Kunde weiß somit immer, wo seine Maschine ist“, führt Bernhard Tabert aus, der bei Zeppelin das Produktmanagement für Flottenmanagement leitet.

Bis zu fünf Prozent der Gesamtkosten einsparen

Bevor VisionLink für die Kunden, wie Wolff&Müller, freigeschaltet wurde, hat Trimble verschiedene Situationen simuliert und durchgespielt, wie sie Alltag auf deutschen Baustellen und tägliche Praxis im Bauunternehmen sind. „Dabei hat sich gezeigt, welche enormen Potenziale das Flottenmanagement bietet, Kosten zu senken, etwa wenn es um die Ausnutzung, Bedienung, Betriebsstoffe, Wartung und Reparatur geht. Weil sich durch VisionLink Einsätze besser planen lassen und Leerlauf- und Stillstandzeiten reduziert werden können, erhöht sich die Maschinenproduktivität und administrative Prozesse werden letztendlich entschlackt. Hierdurch lassen sich je nach Gerätetyp zwei bis fünf Prozent der Gesamtkosten einsparen“, rechnet Bernhard Tabert vor. Als Summe nennt er zweihundert bis tausend Euro pro Monat, die sich pro Gerät an Kosten reduzieren lassen. „Wir erwarten uns von VisionLink erhebliche Einsparmöglichkeiten und wollen uns vor allem transparenter aufstellen“, erhofft sich Jürgen Kleindopp.

Thomas Rösser etwa wird sich die über VisionLink ermittelten Daten genau anschauen und prüfen, wie es um die Auslastung, sprich Arbeits- und geplante Einsatzzeit, bestellt ist. Dann wird er sich mit den Bauleitern und den Disponenten in den Niederlassungen, Dresden, Heidelberg und Künzelsau der Straßen- und Tiefbausparte abstimmen, wo die geringste Geräteauslastung liegt. „Gerade die Auslastung der Maschinen lässt sich durch VisionLink ganz eindeutig dokumentieren. Caterpillar hat für 2010 festgestellt, dass sich Baumaschinen durchschnittlich 32 Prozent im Leerlauf bewegen“, erklärt Bernhard Tabert. Das will die Zweigniederlassung Logistik mit VisionLink überprüfen. „Wir wollen die Leerlaufzeiten unserer Maschinen untersuchen und dann gegensteuern, falls erforderlich. Vielleicht stellt sich zum Beispiel heraus, dass die Lkw falsch getaktet sind. Oder wir finden heraus, dass eine Maschine ständig bei 95 Prozent Volllast läuft, dass die Maschinengröße nicht die richtige für unsere Einsätze ist und ein Mobilbagger eine Nummer kleiner viel besser gepasst hätte. Diese Information werden wir dann bei Investitionsentscheidungen berücksichtigen. Mit VisionLink haben wir nun ganz andere Möglichkeiten im Vergleich zu früher“, meint Siegfried Cammerer, der stellvertretende Niederlassungsleiter der Logistiksparte und zuständig für die Technik.

Um die Mitarbeiter auf den Einsatz von VisionLink vorzubereiten, werden sie von ihm sowie von seinem Kollegen Rösser geschult. Zeppelin wird sie dabei unterstützten. „Gerade am Anfang tauchen viele Fragen auf, die sich jedoch schnell klären lassen“, meint Tabert. Was die Abwicklung anbelangt, kümmert sich Zeppelin darum, die Abrechnung so einfach wie möglich zu gestalten. „Wir wollen den Aufwand so gering wie möglich halten“, so Cammerer. Und sein Chef Jürgen Kleindopp ergänzt: „Natürlich braucht es seine Zeit, bis wir alle Möglichkeiten von VisionLink ausgelotet haben. Wir sind erst am Anfang. Man muss mit dem System arbeiten, damit sich Routine einstellt. Es ist einfach ein Prozess: learning by doing.“

www.zeppelin-cat.de

Fotos: Zeppelin

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