<TEXT>Ilmkreis. So sicher, wie das Jahr zu Ende geht, kommen auch die Bilder wieder: Laster und Autos hängen am Berg und kommen nicht weiter. Manchmal hat der Winterdienst Schuld, viel öfter aber die Wagenlenker selbst, weil sie ignorierten, dass im Gebirge Schnee auch auf der Straße nicht ungewöhnlich ist. </TEXT>
<TEXT>Für <PERSON base="Rüdiger Möller">Rüdiger Möller</PERSON> vom Straßenverkehrsamt des Ilmkreises ist der bundesministerielle Vorstoß selbst dann noch die richtige Idee, wenn er nicht aus praktischer Einsicht, sondern einem Gerichtsurteil folgt, das mehr Klarheit einfordert: "In der Straßenverkehrsordnung gibt es einfach bisher kein Kennzeichen, das die Winterausrüstung verlangt." </TEXT>
<TEXT>Die Verkehrsbehörden im Ilmkreis haben sich bisher freilich mit einer Notlösung beholfen: "Wir verwenden an einigen überörtlichen Straßen das Schild, auf dem die Schneeketten vorgeschrieben werden und schwächen es mit einem Zusatzschild wieder ab." "Mit Winterreifen frei" - so steht es beispielsweise an der Bundesstraße 88 am Autobahnzubringer von <LOCATION base="Gräfenroda">Gräfenroda</LOCATION> zur gleichnamigen Anschlussstelle oder am "Hund", einer gefährlichen Kurve bei <LOCATION base="Stadtilm">Stadtilm</LOCATION>. Es wird bei Bedarf jeweils ausgeklappt. Mehr als eine Hilfslösung ist das freilich nicht, argumentiert <PERSON base="Rüdiger Möller">Rüdiger Möller</PERSON>, denn in richtigen Wintern sei jede Steigung ein Problemfall, zumindest für Sommerbereifung. Da nütze es auch nicht, wenn für den Großteil der Einheimischen Winterreifen selbstverständlich sind: "Ein ungläubiger Wintersportfan aus dem Flachland und nichts geht mehr." </TEXT>
<TEXT><PERSON base="Max-Paul Egen">Max-Paul Egen</PERSON>, Suhler Niederlassungsleiter der Sachverständigenorganisation <LOCATION base="Dekra">Dekra</LOCATION>, hat zwar keine offizielle Meinung seines Arbeitgebers, aber dafür eine als Sachverständiger: "Auch wenn die Regel bei den meisten hier im <LOCATION base="Thüringer Wald">Thüringer Wald</LOCATION> offene Türen einrennt, macht sie doch Sinn, denn sie schließt auch die Besucher ein." Dass der Vorstoß vor allem ein Segen für den Reifenhandel ist, mag er mit dem gleichen Argument ebenso wenig glauben. </TEXT>