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TECHNIKBERICHT Korrosionsschutz: zehn Optionen für die Rost-Prophylaxe

Lesedauer: min | Bildquelle: Fertan GmbH; BREHMA; Liqui Moly; INNOTEC GmbH; Henkel; DKS; Würth GmbH; Dinol GmbH; Nigrin
Von: Tim Knott

Der Winterdienst steht an. Deswegen spielt für Kommunen und Dienstleister der Korrosionsschutz der Räumfahrzeuge eine bedeutende Rolle. Um Reparaturkosten oder sogar Neuanschaffungen zu vermeiden, müssen diese gegen das ausgebrachte Streusalz gewappnet sein. Unterbodenbeschichtung sowie Oberflächenschutz sind also gefragt. Aufgrund ihrer „selbstheilenden Eigenschaften“ und guter Haftung auf PVC erfreuen sich Produkte auf Wachsbasis besonderer Beliebtheit, um Fahrzeuge fit für den Winter zu machen. Doch auch Mittel auf Bitumen-Basis sind aufgrund ihrer Resistenzen gegen Streusalz sinnvoll. Welche Lösungen für den Korrosionsschutz geeignet sind, hat Bauhof-online.de herausgefunden.

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Laut Herstellerangaben bietet der Handwerk- und Industrie-Lieferant Würth GmbH eine „neue Generation“ an Korrosionsschutzwachsen, die eine bessere Schutzwirkung und erhöhte Transparenz aufweisen. Letztere ist wichtig, damit konservierte Bereiche auch durch die Schutzschicht gut erkennbar sind. Mit dem „Schutzwachs transparent“ lassen sich innenliegende, von außen nicht sichtbare Teile konservieren. Die lösemittelhaltige Beschichtungsmasse auf Wachsbasis hat dauerelastische Eigenschaften und eine hohe Beständigkeit gegenüber Spritz- und Salzwasser sowie schwachen Säuren und Laugen. Diese Bedingungen erfüllt ebenso der „Wachs-Unterbodenschutz“ für den Außenbereich. Geeignet ist das Mittel zur Ergänzung bzw. Nachbehandlung von sämtlichen Schutzbelägen auf Basis von Kautschuk-Harz, Bitumen oder Wachs. Zudem kann es auch auf unbehandelten Metall-Oberflächen eingesetzt werden. Mit dem „Hohlraumwachs“ können korrosionsgefährdete Bereiche in Karosserie-Hohlräumen für längere Zeiträume konserviert werden. Temperaturschwankungen können dem Produkt dank hoher Wärmebeständigkeit und guter Kälte-Resistenz nichts anhaben.

Beim „Langzeit-Unterbodenschutz“ von Nigrin – einer Marke der MTS Group – setzen die Hersteller auf eine Bitumen-Wachs-Kombination, um die Fahrzeuge vor Korrosion, Streusalz und Steinschlag zu schützen. Besonders betonen sie die haftfähige und schlagfeste Korrosions-Schutzschicht, die darüber hinaus über eine geräuschdämmende Anti-Dröhnwirkung verfügt. Zur Erneuerung dieser oder ähnlicher Schutzschichten kann das „Performance-Unterboden-Wachs“ aus der Sprühdose eingesetzt werden. Nach einer kurzen Trockenzeit bildet es einen dauerhaften, zähelastischen Überzug. Dank eines Spezial-Sprühkopfes ist das Wachs in jeder Lage ohne Nebel sprühbar. Auch bietet das Unternehmen einen Hohlraum-Konservierer, der aus einer Kombination von Wachsen und Kriechmitteln hergestellt wird. Ein spezieller Rüssel-Sprühkopf der Dose sorgt dafür, dass sich auch schwer zugängliche Fahrzeugteile erreichen und dauerhaft versiegeln lassen.

Ebenfalls ist das deutsche Traditionsunternehmen Liqui Moly mit einem Unterbodenspray am Markt vertreten. Angeboten wird das „Wachskorrosions-Schutzspray, braun“ für die Druckbecherpistole und als Spraydose. Damit können Schutzbeläge auf Fahrzeugunterböden ausgebessert oder nachbehandelt werden. Aufgrund einer Mischung aus Wachsen und Harzen bildet das Spray nach der Trocknung einen geschlossenen Korrosionsschutzfilm mit einer hohen Haftung.

Auch Oberflächenschutz ist wichtig

Neben dem Schutz des Unterbodens darf auch der Oberflächenschutz nicht zu kurz kommen, wie die Tiroler Rostschutzprofis von DKS Technik betonen. Insbesondere solle dabei die Optik der behandelten Fahrzeuge und Streugeräte nicht verändert werden. Deswegen hat das Unternehmen trockene, grifffeste und transparente Produkte im Portfolio. Diese sind nach einigen Stunden Trocknung durchgehärtet, sodass kein Schmutz mehr haften bleibt und ein Abwaschen des Fahrzeugs ebenfalls möglich ist. Auch Typenschilder und Beschriftungen bleiben trotz Beschichtung lesbar. Hier stehen zwei Möglichkeiten zur Auswahl: Das „kLine Light Wax“ sorgt für einen transparenten, harten sowie trockenen Schutzfilm, der sich nach dem Winter mit heißem Wasser und einem Wachslöser wie dem „kLine Wax Ex“ abwaschen lässt. Dagegen stellt das „kLine Permanent Wax“ einen transparenten Hartwachs-Schutz mit hoher mechanischer Beständigkeit und Temperatur-Resistenz von mehr als 200 Grad her. Darüber hinaus wird das Mittel auch im Motorenbereich eingesetzt.

Neben einigen Produkten zur Vorreinigung bietet die Fertan GmbH ein universales und transparentes „Konservierungswachs“ auf Basis einer lösemittelhaltigen Wachsdispersion. Dieses dient als multifunktionale Konservierung oder Nachkonservierung von kompletten Karosserien bis hin zu Bauteilen, Motoren, Getrieben und Achsen. Daneben hat das Salzbrückener Unternehmen mit „FIPRO 336“ eine sehr widerstandsfähige, transparente Beschichtung im Portfolio, die laut Hersteller mehr als 1.000 Stunden im Salznebel-Test besteht. Des Weiteren existieren noch spezielle Schutzwachse für Unterboden und Achsteile, die behandelte Testobjekte in Einsatzgebieten an der Nordsee mehr als ein Jahr vor Rost geschützt haben. Ebenso vertreibt Fertan Hohlraumschutz auf sehr kriechfähiger Wachsbasis oder mit einem ab 20 Grad plus leicht verarbeitbarem Hohlraum- und Karosseriefett.

Bei ihrem „FLUID FILM“ setzt die HODT GmbH nicht auf Wachs, sondern auf Lanolin (Anm. d. Red.: Wollfett). Dieses gefriert nicht, sondern bleibt auch bei Kälte kriechfähig. Anschließend bildet es eine luftundurchlässige Versiegelung, die Streusalz und Feuchtigkeit abweist. Da es auch bei Minus-Graden seine glatte Oberfläche beibehält, verhindert das Korrosionsschutzfett das Anhaften von Schnee und Eis auf Metallen und Kunststoffen. Laut Hersteller lassen sich damit besonders Schneepflüge inklusive aller elektrischen Verbindungen, Drehpunkte, Muttern, Bolzen, Ketten, Kabel und Unterboden vor Korrosion sichern. Wegen seiner Schmier-Eigenschaften schützt „FLUID FILM“ auch Unterboden-Beschichtungen vor Rost.

Große Auswahl an Rostschutzmitteln

Den Rundumschlag der Korrosionsschutzprodukte bietet die DINOL GmbH mit ihrer Dinitrol-Reihe. Ganze 23 Mittel zur Rostprophylaxe hat der Hersteller im Portfolio, so z.B. „DINITROL 620-85 Gold“, das als Unterboden-Korrosionsschutz für Fahrzeuge vorgesehen ist. Dabei wirkt der Schutz nicht durch eine Wachs- oder Fett-Basis, sondern durch Bitumen. Dieses sorgt für einen trockenen, wachsartigen Film, der sowohl an lackierten Oberflächen als auch auf blankem Metall haftet und elastische Eigenschaften aufweist. Die Flexibilität behält der Film auch bei niedrigen Temperaturen und ist darüber hinaus hitzeresistent. Unterboden- und Steinschlagschutz vereint „DINITROL 449“, das auf Wasser- und Bitumen-Emulsion basiert. Nach vollständiger Trocknung ist das Mittel hochelastisch und sorgt zuverlässig für einen dauerhaften Schutz – auch unter wechselnden klimatischen Bedingungen. Dabei kann es in Kombination mit dem Hohlraumschutz „DINITROL 977“ verwendet werden.


 

Gänzlich bitumenfrei ist dagegen „Teroson WX970“, eine Marke von Henkel. Das lösungsmittelhaltige Korrosionsschutzmittel wirkt auf einer Wachs-Basis unter Zusatz von Polymeren und Rostschutz-Additiven. Aufgrund einer hohen Standfestigkeit kann das Material in einer Schichtstärke bis zu circa einem mm aufgebracht werden. Der Trockenfilm besitzt gute Haft- und Korrosionsschutz-Eigenschaften. Geeignet ist das Produkt speziell zur Nachbehandlung aller Schutzbeläge, wie z.B. auf PVC-, PVC/Wachs-, Bitumen/Kautschuk- und Kautschuk/Harz-Basis.

Speziell für Konservierungsarbeiten entwickelt wurde das „Schutzwachs Spray“ von BREHMA. Mit dem flüssigen Korrosionsschutzmittel wird eine wasserverdrängende und durchdringende Wirkung erreicht. Nach dem Verdunsten des Lösemittels hinterlässt das Produkt einen transparenten, leicht klebrigen, elastischen und wachsartigen Film und trotzt höchsten atmosphärischen Einwirkungen. Es kann überall dort angewendet werden, wo eine gut haftende, langanhaltende Konservierungsbeschichtung gefordert ist, wie bei der Versiegelung von Hohlräumen oder der Behandlung von Kanten und Falzen bei Nutzfahrzeugen. Jedoch lassen sich damit auch der Winterschutz für Alu-Felgen und Chromteile sowie die Beschichtung für Karosserie-Schäden ausführen. Besonders betonen die Hersteller die Resistenz gegenüber Temperaturschwankungen sowie die hohe Kriechfähigkeit, durch die kleinste Ritzen versiegelt werden. Durch einen Dampfstrahler oder ein Hochdruck-Reinigungsgerät lässt sich das Produkt entfernen.

Mit ihrem „Hi-Temp Wax Dry“ bietet die INNOTEC GmbH eine langlebige und klebefreie Unterboden- und Hohlraum-Versiegelung auf Basis mikrokristalliner Wachse an. Diese ermöglicht bei Blechteilen, Hohlräumen und (Maschinen-) Teilen laut Hersteller einen Rostschutz „in werksoriginaler Qualität“. Aufgrund guter Eindringungs- und Wasserverdrängungs-Eigenschaften werden kleinste Spalte erreicht sowie ausgefüllt und der Untergrund zuverlässig geschützt. Wegen seiner besonderen chemischen Zusammensetzung besitzt „Hi-Temp Wax Dry“ eine hohe Temperaturbeständigkeit und bleibt bei bis zu 170 Grad stabil. Dadurch eignet sich das Mittel für einen Einsatz im Motorbereich. Ebenfalls lässt es sich zur Konservierung von Hohlräumen wie Türen, Schwellen und Trägern sowie zum Schutz von Fahrzeugplattformen und Sichtteilen einsetzen. Nach dem Trocknen ist Hi-Temp Wax Dry völlig klebefrei und bietet auch einen Rostschutz für metallische Gegenstände, die auf der Pritsche transportiert werden sollen.

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