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TABS: Die Elektronik als Hilfsmittel und Herausforderung in Arbeitsbühnensicherheit

Der Tag der Arbeitsbühnensicherheit (TABS) am 12. Juni 2012 bei der MOBA Mobile Automation in Limburg stand unter dem Thema „Die Tücken der Elektronik“. Mehr als 100 Fachbesucher kamen, um sich mit Sicherheitsfragen rund um den Umgang mit Arbeitsbühnen zu beschäftigen.

Die Tagung startete zugleich mit einem sicherheitstechnischen Thema. Reinhard Willenbrock, IPAF-Deutschland, berichtete über neue Erkenntnisse bei persönlichen Schutz-Ausrüstungen (PSA) gegen Absturz.

„Wer hat den Hut auf?“ Diese Frage stellte Clemens Kube von der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM). Für den sicheren Einsatz von Hubarbeitsbühenn sollten Verantwortung, Zuständigkeiten und Ausführungsgewalt klar sein, so Kube.

In einem Vortrag im Doppelpack referierten Stefan Schürmann und Kai Hoenig von Palfinger Platforms über das Sichten und Prüfen der Isolationsstrecken an Hubarbeitsbühnen und das Rüsten und Arbeiten an Hubarbeitsbühnen unter Spannung bis 1kV.

Alfons Horn, Vorstand Entwicklung vom Gastgeber MOBA, erklärte die elektronischen Konzepte für sicherheitsrelevante Systeme. Elektronische Steuerungstechnik in Verbindung mit Systemen bei Hubarbeitsbühnen verlangt funktionale Sicherheit. Die Systemenarchitektur muss das Auftreten von Komplexität verhindern. Somit dürfen es keine Systeme mit adaptiver oder künstlicher Intelligenz in Sicherheitsfunktionen eingebaut sein. Komplexere Probleme verlangen einfachere Lösungen.

Heiner Götzen, Technischer Leiter der Firma Euro Lift System erläuterte, was Service, Wartung und Vorbeugung bei der Elektro- und Hydraulik im Arbeitsbühnenbereich sein soll und wie nicht. Instandhaltung ist besonders dort wichtig, wo das Versagen technischer Systeme Menschenleben unumkehrbar schädigt. Viele Schäden im Arbeitsbühnenbereich könnten durch gut organisierte Wartungen vermieden werden. Das Grundgerüst eines Instandhaltungssystems ist zwar auf standardisierte Maßnahmen zurückzuführen, erfordert jedoch ein erhebliches Maß an Erfahrung der Mitarbeiter bzw. der durchführenden Personen.

Ralf Hammesfahr, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit, berichtete über Anforderungen und Erfahrungen aus der Praxis bei Arbeiten in Höhen. Häufige Fehler treten auf bei der Planung und Gefährdungsbeurteilung, bei der Auswahl, Festlegung und Durchführung geeigneter Schuztmaßnahmen, bei der Auswahl und Unterweisung der Beschäftigten sowie deren Risikobewusstsein, und beim Nicht Einhalten von Vorgaben und Wegsehen bei Mängeln.

Vermeidungsstrategien liegen in proaktives Handeln, in der Einführung von verbindlichen Regeln für Arbeiten in Höhen auf allen Phasen (Planung, Durchführung, Ausrüstung, Kontrolle) und in der Qualifizierung auf allen Ebenen (Planung, Bauleitung/Aufsicht, Beschäftigte). Das Management musste eine Null-Toleranz-Politik einführen, festgestellte Fehler konsequent abstellen und positives Feedback geben.

An der Tagung wurden zwei Sicherheitskampagnen der IPAF lanciert: „Einen Unfall melden“ (www.ipaf.org/accident) und „Verteile die Last“ (www.ipaf.org/spreaders) – mit einem einfachen interaktiven Umrechnungstool für die Berechnung der korrekten Größe von Unterlegplatten.

TABS wurde von der International Powered Access Federation (IPAF) und dem Vertikal Verlag organisiert. Der nächste TABS findet im Frühsommer 2013 statt (www.tagung-tabs.eu).

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