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Springers Winter Helden geben auch im Sommer richtig Gas

So hart der Winter auch sein mag, die Experten der Springer Kommunaltechnik GmbH haben in der Regel eine Lösung parat: Im Interview schildert Ludwig Korber weshalb dies so ist.

Von: Michael Loskarn

Hart sind die Winter im Mölltal, am Fuße des Großglockners. Auch heute noch – trotz Klimawandel. Tradierte Werte sowie die Weitergabe von Wissen und Erfahrungen haben seit Jahrhunderten den Menschen südlich des Alpenhauptkammes das Überleben gesichert. Zwar gehört der blanke Überlebenskampf zwischenzeitlich der Geschichte an. Dennoch: Äußerst findig sind die Kärtner auch heute noch. Insbesondere dann, wenn es um Wintertechnik geht. Im Gespräch mit Serviceleiter und Marketing-Manager, Ludwig Korber, hat Bauhof-online unter anderem erfahren, weshalb extreme Wetterbedingungen die Unternehmensentwicklung stark beeinflussten, was die Produkte auszeichnet und wie deren Weiterentwicklung vonstattengeht.

Herr Korber, für die „Springer Winter Helden ist keine Schneewehe zu hoch“, heißt es auf Ihren Werbebroschüren. Ist dies dem bisweilen rauen Klima am Fuße des Großglockners geschuldet?

Ludwig Korber: Durch unseren Firmensitz in Rangersdorf, einer Gemeinde im Herzen des Großglocknergebietes Mölltal in Kärnten, sind die Entwicklungen der Firma Springer seit jeher auf härteste Beanspruchung und Wetterbedingungen ausgelegt. Deshalb ist für uns auch keine Schneewehe zu hoch, ganz nach unserem Motto „Geht nicht, gibt‘s nicht“.

Die Springer Kommunaltechnik GmbH ist ein Teil der Friesacher Springer Gruppe, die bereits in dritter Generation familiengeführt ist. Klären Sie uns doch bitte über die Historie bzw. die Entstehungsgeschichte des Businessbereichs „Kommunaltechnik“ auf.

Korber: Die Springer Gruppe wurde 1952 gegründet. Springer beschäftigt mittlerweile mehr als 500 Mitarbeiter und ist weltweit tätig. Businessbereiche sind die Springer Maschinenfabrik in Friesach, Microtec, WoodEye und seit mehr als 20 Jahren die Firma Springer Kommunaltechnik. 1998 übernahm Springer die Firma „Schilcher“ sowie auch deren Mitarbeiter und legte damit den Grundstein für die erfolgreiche Kommunalsparte.

Was zeichnet die Springer Kommunaltechnik GmbH aus, bzw. welche sind die USP der Springer-Produkte?

Korber: Müsste ich die Firma Springer mit einem Wort beschreiben, wäre dies sicher „Flexibilität“. Durch die vollständige Produktion unserer Geräte im Werk in Rangersdorf können wir zeitnah, flexibel und individuell auf Kundenwünsche eingehen sowie spezielle Anpassungen vornehmen. Aufgrund des Know-hows unserer langjährigen Mitarbeiter kann jede Herausforderung gemeistert werden. Gemeinsam mit unseren Kunden versuchen wir, die beste Lösung für spezielle Situationen zu finden. Auch enger Kundenservice, hohe Qualitätsansprüche und innovative Lösungen zeichnen die Firma Springer Kommunaltechnik aus.


Technisch äußerst ausgereizt sind die Bereiche Schneepflüge oder Streuautomaten. Wie gelingt es den Fachleuten bei Springer dennoch immer wieder, das „Rad“ neu zu erfinden?

Korber: Wir erfinden das „Rad“ nicht neu, sondern entwickeln es weiter. Durch einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess, welcher auch dank vieler Rückmeldungen und Anregungen unserer Kunden möglich ist, wird das „Rad“ stetig verbessert.

Um es konkreter zu machen: Schildern Sie uns doch bitte grob die Entwicklungsschritte des neuen Selbstlade-Streuers – von der Idee bis hin zur letztlichen Umsetzung.

Korber: Schauen wir uns dazu einmal die Vorteile eines Selbstladestreuers „TSS“ an. Wie der Name schon sagt, kann sich der Streuer quasi „selbst laden“. Dies ist vor allem für viele kleinere Gemeinden, welche nicht mit Silos ausgestattet sind, bzw. lange Streustrecken vorweisen, wo an Zwischenstopps nachgeladen werden muss, ein großer Vorteil. Der Streuer fungiert dabei wie eine Art Schaufel und wird über einen Kieshaufen befüllt. Ein Nachteil jedoch „war“ bisher, dass nur ein Streumedium auf diese Weise ausgebracht werden konnte. Um diesem Nachteil entgegenzuwirken, wurde der neue Doppelkammer TSS entwickelt. Ziel war es, in den bestehenden und seit Jahren bewährten und beliebten TSS eine zweite unabhängige Kammer zu integrieren. Somit entstand der Doppelkammer TSS der Firma Springer.

Von wem oder woher stammt denn die Idee zum Mehrscharpflug VarioWing mit teleskopierbarem Zusatzschild?

Korber: Die Idee hinter dem VarioWing war es, einen Teleskoppflug mit maximaler Sicherheit für den Fahrer anzubieten. Auf der Hand liegen die Vorteile des teleskopierbaren Zusatzschildes: flexible Räumbreite und somit höchste Anpassung, Fahrbahnverengungen und zweispurige Fahrbahnen können in einem Arbeitsgang geräumt werden. Durch die Kombination mit dem Ausklinksystem der Firma Springer (hochsteigende Pflugscharen) ergibt sich eine einzigartige Bauweise und somit Sicherheit für den Fahrer.

Erläutern Sie doch bitte die Technik des Aufsatzstreuautomaten ASE Symmetrie +. Was ist daran so innovativ?

Korber: Beim ASE Symmetrie + handelt es sich um einen Aufsatzstreuautomaten mit bis zu acht Kubikmeter Nutzinhalt: ausgelegt auf Kombinationsbetrieb Salz + Sole. Die Besonderheit ist die Aufbringung der Sole auf den Streuteller. Automatisch wird der Auftreffpunkt an die eingestellten Streuparameter wie Streubreite links/rechts, Menge des Salzes sowie Soleanteil angepasst und garantiert somit eine optimale Vermengung sowie Ausbringung. Dieses System wurde auch für FS30 und FS50 zertifiziert.

Ach ja, hat Springer eigentlich zwischenzeitlich in die Musikinstrumenten-Herstellung diversifiziert? Oder was hat es mit dem Nachräum-Klavier auf sich?

Korber: Ja, ein Schneepflug der sozusagen „alle Stückchen spielt.“ Es handelt sich dabei um eine besondere Art der „Nachräumleiste“. Mehr als 20 flexible und durch Federkraft vorgespannte Nachräumelemente, bestehend aus Kunststoff in welchen verschleißfester Stahl eingegossen ist, werden verwendet. Dadurch kann ein optimales Räumergebnis auch bei sehr großen Fahrbahnunebenheiten und Spurrinnen erzielt werden. Zusätzlich werden enorme Mengen an Salz eingespart.

Wie laufen bei Ihnen Forschung und Entwicklung ab?

Korber: Ausgangpunkt für eine Neuentwicklung bzw. Weiterentwicklung sind meistens Anregungen von Kunden. Die Kunden arbeiten mit unseren Produkten und haben somit den besten Bezug zu Verbesserungen und Potenzialen der Geräte. Außerdem bringen sie neue Ideen ein. Diese Anregungen werden von unseren Außendienstmitarbeitern an die Entwicklungsabteilung weitergeleitet. Durch interne Gespräche werden der Nutzen sowie die Wirtschaftlichkeit analysiert. Bei Zustimmung wird ein Prototyp entwickelt und getestet. Dieser Vorgang wiederholt sich, bis aus dem Prototyp ein Serienprodukt wird. Oft werden hierzu auch Kunden miteinbezogen, welche das Produkt testen.

Welche mittelfristigen Unternehmensziele haben Sie sich bei Springer Kommunaltechnik gesetzt?

Korber: Mittelfristige Ziele sind weitere Expansion sowie Etablierung im europäischen Markt.

Was wird die Zukunft den „Springer Winter Helden“ bringen?

Korber: Hoffentlich noch viele erfolgreiche Winter und gute Zusammenarbeit mit unseren langjährigen Kunden und Partnern sowie viele neue Ideen und Herausforderungen.

Herr Korber, herzlichen Dank für das spannende und informative Gespräch.

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