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Schlaglöcher und kein Ende?

Wie Kommunen die Mittel für Straßensanierung effektiver nutzen können

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Schnee und Eis sind getaut, aber das Fahren auf den innerörtlichen Straßen ist dadurch nicht angenehmer geworden.

Jetzt behindern uns tiefe Schlaglöcher, Risse und Aufbrüche im Belag - rund 40 Prozent der deutschen Straßen sind nach Schätzungen von Experten schwer geschädigt.

Diplom-Ingenieur Dr. Johannes Ludwig, Sie sind Geschäftsführer der eagle eye technologies GmbH aus Berlin und beschäftigen sich seit Jahren mit der Erfassung und Bewertung kommunaler Straßen. Sind unsere Straßen noch zu retten?

Der Straßenzustand in deutschen <link _top internal-link internal link in current>Städten und <link _top internal-link internal link in current>Gemeinden verschlechtert sich kontinuierlich und das ist auch kein Wunder. Schon die Schäden der vergangenen Winter wurden nicht nachhaltig beseitigt und eine Straße in schlechtem Grundzustand leidet natürlich viel stärker unter den Witterungseinflüssen als ein gut erhaltener Verkehrsweg. Das ist ein Teufelskreis, der sich leider negativ verstärkt.

Nach Aussage der Kommunen fehlt das Geld. Die Stadt Mönchengladbach wirbt jetzt sogar Bürgerspenden für die Beseitigung der Winterschäden ein. Dabei werden laut ADAC jährlich fünf Milliarden Euro für die Erhaltung und Instandsetzung kommunaler Straßen ausgegeben. Außerdem hatten Bund und Länder nach dem letzten Winter mehrere hundert Millionen Euro Sondermittel für die Beseitigung der Straßenschäden bereit gestellt. Was passiert denn mit diesem Geld?

In der Tat setzen viele Kommunen die verfügbaren Mittel nicht wirtschaftlich ein: Auf einer insgesamt sanierungsbedürftigen Straße wird dann notfallmäßig EIN Schlagloch mit teurem Kaltasphalt verfüllt, der beim nächsten Frost wieder aufbricht. Oder die Baufirma fährt fünfmal zur gleichen Straße, um Risse zu flicken. Eine grundhafte Sanierung des gesamten Abschnitts kostet nicht viel mehr und bringt einen erheblich höheren Nutzen.

Das leuchtet ein. Doch wie können die Kommunen das ändern?

Wenn das Bauamt Straßensanierungen fachlich und wirtschaftlich sinnvoll durchführen will, müssen Prioritäten gesetzt und Maßnahmen gegebenenfalls zusammengefasst werden. Das erfordert einen Überblick über den Zustand des Straßennetzes insgesamt. Dazu braucht man zunächst einmal Straßendaten. Diese können mit modernen Erfassungsverfahren wie eagle eye heute aus einer einmaligen Befahrung des Straßennetzes heraus gewonnen werden - sehr genau und wirtschaftlich.

Und wie funktioniert das genau?

O-Ton: Die Erfassung geschieht, wie der Name "eagle eye" andeutet, buchstäblich mit Adleraugen: Die Fahrzeuge sind mit speziellen Sensoren ausgestattet, mit deren Hilfe die Straßenflächen während der Befahrung vermessen werden. Zwölf Kameras erfassen gleichzeitig den Straßenzustand und nehmen die Verkehrs¬anlagen auf.

Und was können die Kommunen dann mit diesen Daten machen?

Die gewonnen Informationen werden in einer einheitlichen Straßendatenbank gespeichert. Hier kann sich der Verantwortliche direkt vom Arbeitsplatz aus einen Überblick über die Situation verschaffen, ohne die Straße vor Ort sehen zu müssen. Im nächsten Schritt können die aktuellen Schäden mit dem Gesamtzustand des Straßennetzes und eventuell geplanten Sanierungsmaßnahmen in Beziehung gesetzt werden.

Das heißt: Man sieht man auf einen Blick, wo besonders dringend saniert werden muss und wie man Maßnahmen unter Umständen bündeln kann.

Intelligente Systeme können heute auf den Euro genau ausrechnen, was verschiedene Sanierungsszenarien kosten und zeigen, wo und wie das Geld am sinnvollsten eingesetzt wird. Außerdem kann man sachliche Prioritäten setzen und so zum Beispiel dafür sorgen, dass Schulwege in einen guten, sicheren Zustand versetzt werden.

Klingt nach einer sinnvollen Investition. Aber gibt es auch tatsächlich Einsparungen?

Echte Einsparungen gibt es beispielsweise, wenn die Kommune ihre Sanierungsmaßnahmen mit anderen Bauträgern abstimmt. So vermeidet man, dass eine Straße im März von der Gemeinde für teures Geld repariert und dann im Juni vom Stadtwerk wieder aufgerissen wird. Nach Meinung von Experten kann eine Stadt oder Gemeinde durch qualifiziertes Erhaltungsmanagement bis zu 30 Prozent der Kosten einsparen.

Was kann ich denn tun, wenn in meiner Umgebung die Schlaglöcher überhand nehmen?

Die <link _top internal-link internal link in current>Kommunen sind zum Unterhalt der Straßen verpflichtet und die Bürger sollten diese Pflicht bei den politisch Verantwortlichen einfordern. Außerdem geht es um die Verwendung von Steuergeldern. Da kann man dem Bürgermeister auch ruhig mal ein Brief schreiben.

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