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Sauerburger Grip4 – zwei aus dem Süden am Elbdeich

Der Artlenburger Deichverband (ADV) setzt zwei Sauerburger Grip4 zur Pflege der Deiche ein. Im Gespräch erläutern ADV-Geschäftsführer Ansgar Dettmer, und Thomas Freese, Vorarbeiter der fünfköpfigen Mannschaft, was die Arbeit an der Waterkant mit den Hangtraktoren aus dem Süden ausmacht.

Deichpflege

Ein Schäfer nutzt die Deiche als Futtergrundlage für seine Herde. Was die Tiere stehen lassen, mäht der ADV mit seinen Sauerburger Grip4-110 und Grip4-75 sowie einem anderen Hangtraktor. Dazu werden Doppelmessermähwerke verwendet, die jetzt auch von Sauerburger hergestellt werden. Das Mähgut wird zwei Tage zum Trocknen liegen gelassen, dann mit dem Grip4 und einem Einkreiselschwader geschwadet und mit einem Ladewagen aufgenommen und zum Kompostplatz gebracht. Der fertige Kompost wird dann später wieder als Dünger auf die Deiche gestreut, der Kreislaufgedanke wird hier perfekt umgesetzt. Anderer Dünger darf nicht zusätzlich gestreut werden. Außerdem werden die Grip4 mit Mulchern eingesetzt – in der Front und im Heck.

Damit der Schäfer sein eigenes Winterfutter bergen kann, laufen die Sauerburger Grip4 auch in der Heubergung. Die Hangtraktoren vom Kaiserstuhl ziehen auch den Schleuderstreuer, der den Kompost mit einer Wurfturbine auf den Grasflächen der Deiche verteilt.

Robuste Bauweise

Als einer der bisher verwendeten Hangtraktoren den Anforderungen nicht standhielt, suchten der damalige Geschäftsführer und die Mitarbeiter um Vorarbeiter Thomas Freese nach einer zuverlässigeren Alternative: „Da wir mit der bisherigen Maschine nicht ganz zufrieden waren, haben wir uns auf einer Baumaschinenmesse umgeschaut und sind so zu Sauerburger gekommen. Diese Hangtraktoren sind stabiler und machten einen guten Eindruck.“ Dieser erste Eindruck war so gut, dass eine Vorführmaschine zum Einsatz kam.

Bei Sauerburger fanden sie den Grip4-110, der mit einem zulässigen Gesamtgewicht von sechs Tonnen – jeweils fünf Tonnen Tragkraft auf der Vorder- und Hinterachse – sehr stabil gebaut ist. Dazu die Rahmenbauweise, die das bisherige Fabrikat nicht hatte. Im Sauerburger Grip4-110 sahen die Deichpfleger die Einsatzsicherheit, die sie haben wollten und überzeugten den Vorstand und den Geschäftsführer. Immer dann, wenn Arbeit ansteht, müssen die Hangtraktoren auch laufen und nicht in der Werkstatt stehen. In einem für die Verbände üblichen Verfahren wurde die Investition im Haushaltsplan eingetragen, und so konnte 2015 der erste Grip4 ausgeliefert werden. Schließlich geht es darum, die Deiche an der Elbe ordentlich pflegen zu können.


Qualität und Einsatzsicherheit

Qualität und die robuste Bauweise haben natürlich ihren Preis. Aber die Landwirte im Vorstand wissen, dass die Mitarbeiter gutes Werkzeug brauchen, um ordentliche Arbeit machen zu können. Und so genehmigte der Vorstand die etwas höheren Anschaffungskosten des Grip4, in der Hoffnung, das wirtschaftlichste Angebot ausgewählt zu haben.

Bei der nächsten Investition 2018 kaufte der Artlenburger Deichverband einen Grip4-75 mit 75 PS. Also wieder einen Sauerburger Hangtraktor. Geschäftsführer Ansgar Dettmer und Vorarbeiter Thomas Freese empfehlen die Grip4 aus Wasenweiler am Kaiserstuhl ohne Wenn und Aber weiter. Es waren auch schon interessierte Käufer am Betriebshof in Hohnstorf an der Elbe und haben die Traktoren gefahren und ausprobiert.

Besser in der Spur

Ein weiterer Vorteil des Sauerburger Grip4 gegenüber dem vorher eingesetzten Hangtraktor ist die Stabilität am Seitenhang. Diese Allradtraktoren driften nicht so schnell ab, sondern bleiben in der Spur. Die große grasnarbenschonende Bereifung, die ganze Konzeption des Sauerburger Hangtraktors mit der besseren Bodenanpassung und schließlich die Driftlenkung schaffen diese Vorteile. Die Driftlenkung ist nach der Einzelachs-, Allrad- und Hundeganglenkung die vierte Lenkungsart: Mit dem Fahrhebel steuert der Fahrer die Hinterachse extra und kann an steileren Passagen besser ausgleichen. „Man ist flexibler.“

Vom Sauerburger Grip4 sind alle Fahrer begeistert. Beim Artlenburger Deichverband muss jeder alles können: die Arbeiten am Deich mit den beiden Sauerburger Grip4 und den verschiedenen Anbaugeräten in Front und Heck, die Wartung und Pflege der Maschinen in der Werkstatt sowie die möglichen Reparaturen.

Sehr gut finden die ADV-Kollegen die aufdrehbare Seitenscheibe in der Fahrertür. Da kann man sich mehr frische Luft in die Kabine holen, und die Scheibe kann durch das Drehen statt Ausstellen nicht beschädigt werden. Ein Lob gibt es für die Sauerburger Mannschaft im Werk in Wasenweiler. Es wird schnell geholfen, wenn mal ein Problem auftaucht. Und, neuerdings gibt es ja einen Servicemonteur für Norddeutschland.

Die Umstellung auf die neuen Grip4 war für die meisten Mitarbeiter erst einmal sportlich und anspruchsvoll. Denn die Sauerburger Hangtraktoren bieten wesentlich mehr Bedienvarianten in der Anwendung und den Komfort moderner Standard-Traktoren. Wenn man die Bedienung verstanden hat, dann geht alles viel leichter und vor allem schneller und komfortabler. Da geht die Arbeit leicht von der Hand. Auch der Zugang zum Motor, den anderen Baugruppen und Komponenten sowie der An- und Abbau der Geräte ist sehr gut gelöst und praxisgerecht.

Als Verbesserung wünschen sich die Mitarbeiter künftig eine höhere Kabine, und 10 cm breiter wäre auch nicht schlecht. Da die Deiche von Zeit zu Zeit etwas unebener sind, stoßen sich größere Fahrer schon mal am Kopf. Die Frage ist allerdings, ob das so ohne weiteres möglich ist.

Kein Deich, kein Land, kein Leben

So lautet das Motto des Artlenburger Deichverbands. In Niedersachsen besteht er seit mehr als 125 Jahren und betreut aktuell über 80 Kilometer Elbdeich zwischen Walmsburg im Landkreis Lüneburg und Hoopte im Landkreis Harburg, inklusive Ilmenaukanaldeich. Mit dieser Deichlänge ist der ADV einer der größten Deichverbände für den Hochwasserschutz in Niedersachsen, da er zugleich Tidedeiche, Schutzdeiche und Hochwasserdeiche unterhält.

Finanziert wird das Ganze über die Beiträge der ca. 18.000 Mitglieder für das geschützte Gebiet und nicht aus Steuergeldern. Aus diesen Beiträgen werden die Gehälter der acht Mitarbeiter – inklusive Geschäftsführer – sowie die ganze Unterhaltung der Deichflächen einschließlich aller benötigen Hangtraktoren und Maschinen finanziert.

Alle Flächen, die überflutet werden können, wurden vom Land Niedersachsen behördlich erfasst, und die Eigentümer haben den Deichverband gegründet, um gemeinsam, eigenverantwortlich und leistungsstark den Schutz der Deiche an Elbe, Ilmenau und anderen Gewässern sicherzustellen. Nur der Neubau bzw. die Erhöhung von Deichen wird im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Küstenschutz vom Steuerzahler aufgebracht.

Alle fünf Jahre wird ein Vorstand gewählt. Als Deichhauptmann steht der Landwirt Hartmut Burmester aus Barförde zur Verfügung, der zusammen mit seinen Vorstandskollegen die Arbeit des ADV verantwortet und mit der Geschäftsstelle die erforderlichen Maßnahmen umsetzt.

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