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Sachsen - Wasserversorger wegen zu hoher Preise im Visier

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Das sächsische Landeskartellamt hat gegen sechs private Trinkwasserversorger Vorermittlungen wegen überhöhter Preise eingeleitet. Das bestätigte Wirtschaftsminister Sven Morlock bei MDR 1 RADIO SACHSEN. Seit Mai hat das Landeskartellamt die Preise aller 36 privaten Wasserversorger im Freistaat überprüft. Die betroffenen Unternehmen müssen nun während eines Anhörungsverfahrens ihre Kostenstrukturen und Kalkulationen offenlegen und rechtfertigen. Können sie nicht nachweisen, dass ihre Preise gerechtfertigt sind, will FDP-Politiker Morlok die Tarife Kraft seines Amtes senken.


Bis zu 161 Euro jährlicher Preisunterschied

Weil nach der Wende Milliardensummen in Wasserwerke und Leitungssysteme investiert worden waren, gelten alle ostdeutschen Länder als Hochpreisregionen beim Trinkwasser. Allerdings gibt es auch große regionale Unterschiede. So zahlt nach Informationen der "Freien Presse" ein Haushalt mit drei Personen beim teuersten sächsischen Versorger, der Wasserversorgung Weißeritzgruppe, pro Jahr rund 370 Euro. Bei den Stadtwerken Niesky werden für einen vergleichbaren Verbrauch dagegen nur rund 209 Euro berechnet.

 

Monopolstellung in den Versorgungsgebieten

Der Bundesgerichtshof hatte Anfang des Jahres den Weg für sogenannte Preismissbrauchskontrollen freigemacht. Weil es keine Konkurrenz gibt, forderten die Richter, dass die Kartellbehörden aktiv werden. Wirtschaftsminister Morlok stieß daraufhin die Überprüfung der Trinkwasserpreise an, weil die Wasserunternehmen in ihren Versorgungsgebieten prinzipiell Monopolstellungen haben.

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