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Russischer LKW-Hersteller Kamaz kauft britisches Traktorenwerk - „Gaseta“

MOSKAU, der russische Nutzfahrzeughersteller Kamaz beginnt mit der Umsetzung seines Geschäftsplans für den Traktorenbau, schreibt die Zeitung "Gaseta" vom Dienstag.

Zu diesem Zweck hat Kamaz in Großbritannien ein Werk gekauft, das die Landmaschinen McCormick herstellt. Experten zufolge finden die Expansionspläne des russischen Kraftwagenproduzenten Unterstützung der russischen Regierung. Kamaz beabsichtigt, seinen Anteil am Traktorenmarkt in Russland allmählich auf zehn bis 20 Prozent zu bringen.

Im Zuge der Umstellung der Produktion verhandelte Kamaz mit sechs europäischen Gesellschaften. "Das beste Preis-Qualität-Verhältnis bot die englische Traktorenmarke an", sagte früher Sergej Kogogin, Generaldirektor von Kamaz. "Zudem wird das McCormick-Werk in England geschlossen. Kamaz kann die dortige Ausrüstung und Ausstattung mitnehmen und in kürzester Zeit die Traktorenmontage in Nabereschnyje Tschelny anbahnen.

Die Motorenproduktion in den Kamaz-Werken ist für 2008 geplant. Laut Geschäftsplan sollen im kommenden Jahr 2500 und 2009 sogar 4000 Autos gebaut werden.

Wie Kogogin sagte, will das Werk nicht um die führenden Positionen auf dem Traktorenmarkt kämpfen, "obwohl 10 bis 20 Prozent des neuen Marktes Kamaz gehören werden".

Dennoch werde Kamaz nicht zu einem Großlieferanten von Traktoren werden, sagte Georgi Iwanin, Chefanalyst der Investmentgesellschaft "EntentePioglobal". Das Werk sehe sein Hauptziel in der Produktion von Autos und in ihrer Qualität, besonders nach der Einführung der ökologischen EU-Qualitätsstandards.

Die Unternehmensstrategie von Kamaz in Bezug auf den Markt für landwirtschaftliche Traktoren ist nicht nur wirtschaftlich bedingt, sondern offenbar auch eine politische Aufgabe. "Der russische Markt der Landmaschinentechnik führt hauptsächlich Erzeugnisse von ausländischen - niederländischen, weißrussischen - Produzenten", vermerkt Sewastjan Kosizyn, Analyst von der Investmentgesellschaft "Brokerkreditservice". "Die Behörden stellen die Aufgabe, einheimische Technik auf den Markt zu bringen. Dabei wäre es vom geschäftlichen Standpunkt aus für Kamaz logischer, sich an der Produktion von Straßenbautechnik zu beteiligen, denn dank der Entwicklung des Baubooms und den vielen Infrastrukturprojekten steigt die Nachfrage danach um 28 bis 32 Prozent im Jahr."

Kamaz kann davon ausgehen, dass der Staat diese Branche intensiver entwickeln und subventionieren werde, sagte der Analyst der Alpha-Bank, Andrej Fjodorow. Hierbei könnten die Ermäßigungen sowohl den Produzenten als auch den Abnehmern der russischen Landwirtschaftstechnik gewährt werden.

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