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Rückfahrwarner PeTer von Grewus: intelligentes Warnsystem mit Terzrauschen

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Am 20. Juli überrollte in Basel ein Lkw im Zuge eines Rückfahrmanövers einen älteren Fußgänger. Das Unfallopfer wurde vom Fahrer übersehen und bemerkte das Fahrzeug zu spät – mit tödlicher Folge. Um solche Unfälle zu vermeiden, werden oftmals akustische Warnsysteme mit einem durchdringenden Alarmton verwendet, der jedoch Anwohner und Passanten stört. Zudem lässt sich die Quelle tonaler Systeme schwierig lokalisieren, wodurch keine zuverlässige Warnung erzeugt wird.

Ein Terzrauschen hingegen, wie es der Rückfahrwarner PeTer der Grewus GmbH emittiert, stellt eine deutliche Reduzierung der Lärmbelästigung bei gleichzeitig hoher Sicherheitswahrnehmung dar. Mit dem flexiblen System ist ein Signalton möglich, der sich in Lautstärke und Frequenzspektrum optimal vom Umgebungslärm abhebt. In der Variante „vollautomatisch“ passt sich der Rückfahrwarner über einen Algorithmus an die Geräuschkulisse an und reduziert die Lärmbelästigung, rettet aber trotzdem durch sein markantes Rauschen Menschenleben. Die mehrjährige Entwicklung wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen einer ZIM-Förderung (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand) finanziell unterstützt.

Herkömmliche Rückfahrwarner lassen sich an ihrem hohen sowie schrillen Warnsignal erkennen und werden oft als sehr unangenehmes Beep-Beep-Beep wahrgenommen. Aus diesem Grund hat Grewus an einer Lösung geforscht, die Lärmbelästigung reduziert und gleichzeitig Sicherheit bietet. Das Ergebnis ist der Rückfahrwarner PeTer, dessen Name sich aus Pegel (Schalldruckpegel) und Terz (Frequenzspektrum) zusammensetzt. Bei dem innovativen Warnsystem wird ein sogenanntes Terzrauschen verwendet, das für menschliche Ohren angenehmer ist als herkömmliche Warnsignale. Es bewegt sich in einem immer der Situation angepassten und daher gut wahrnehmbaren Frequenzbereich und klingt wie ein Sch-Sch-Sch. „Immer mehr Fuhrparkbetreiber fordern mittlerweile unseren PeTer an“, berichtet Ralf Sandomeer, Geschäftsführer der Grewus GmbH. „Besonders schätzen sie an unserem Rückfahrwarner, dass er zum einen gerade in Wohngebieten keine unnötige Lärmbelästigung erzeugt, und zum anderen die Sicherheit für Fahrer sowie für andere Verkehrsteilnehmer erhöht.“

Manueller und automatischer Modus

Je nach Einsatzgebiet kann sich der Hersteller des Fahrzeugs für einen Rückfahrwarner in einem automatischen oder manuellen Modus entscheiden. In beiden Varianten werden in der Regel drei unterschiedliche Schalldruckpegel (SPL) für das Signal definiert und programmiert. Dadurch ist PeTer in der Lautstärke stufenweise verstellbar: hoch, mittel, niedrig. Das ermöglicht die notwendige Anpassung an die jeweiligen Umgebungsgeräusche, denn beispielsweise bei Lieferungen in einer industriell geprägten Umgebung sind andere Warnlautstärken erforderlich als in tendenziell eher ruhigen Wohngebieten. Während im automatischen Modus das PeTer-System die Auswahl übernimmt, lassen sich in der manuellen Version die jeweils voreingestellten Lautstärken durch den Fahrer manuell auswählen. Der Fahrzeugführer greift dabei ein und entscheidet selbst, in welchem Schalldruckmodus er arbeiten möchte. Dies ist entweder über einen Knopfdruck oder das allseits bekannte mehrfache Einlegen des Rückwärtsgangs möglich.

Beim automatischen Modus analysiert das System mit einem Mikrofon den Umgebungsschalldruckpegel und berechnet anhand eines Algorithmus, welcher der drei vorab programmierten Schalldruckpegel emittiert werden soll. Dabei achtet PeTer darauf, dass dynamische, impulshafte Spitzen – wie beispielsweise Windgeräusche oder kurzzeitiges Hundegebell – nicht berücksichtigt werden. Dank dieser Funktion wechselt der Rückfahrwarner nicht ständig zwischen laut und leise, sondern schaltet nur in den lauteren Modus, wenn es wirklich notwendig und sinnvoll ist. Grundsätzlich bezieht PeTer die Eigengeräusche nicht mit in die Analyse ein.


Hohe Funktionalität

Damit PeTer optimal für das jeweilige Fahrzeug angepasst werden kann, hat der Fahrzeughersteller im Vorfeld vollkommene Konfigurationsfreiheit. In der Standard-Ausführung wird PeTer zwar mit dem innovativen Terzrauschen ausgeliefert, aber ebenso ist ein tonaler Alarm möglich. Das gewählte Signal wird von der Grewus GmbH auf die oben genannten Schalldruckpegelmodi eingestellt, die wiederum maßgeblich von der Einbausituation in der Kundenanwendung abhängen. Auch weitere technische Parameter wie die Puls- und die Pausendauer können mit einer einfachen Anpassung der Software eingestellt werden. So bieten sich durch die freie Konfigurierbarkeit vielfältige Varianten, die sowohl in der Entwicklungsphase eines Projektes als auch in der Serienproduktion jederzeit angepasst werden können.

Die hohe Funktionalität von PeTer eröffnet noch weitere Möglichkeiten: Unabhängig vom Rückfahrwarnton in verschiedenen Lautstärken, kann derselbe PeTer zusätzlich einen beliebigen Ton abspielen – beispielsweise als Abbiegewarner, Diebstahlschutz oder Hupe. Dadurch fungiert PeTer als Allround-Komponente zur akustischen Signalgebung. „Unseren Kunden stehen wir gerne als Kollegen aus der Akustik beratend zur Seite und unterstützen sie mit unserem Know-how auch bei Design-Anpassungen oder Spezialkonstruktionen“, resümiert Sandomeer.

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