News

Resale 2010: „Gerade in diesen Zeiten ein unverzichtbares Ereignis!“

  • Weltgrößte Gebrauchtmaschinenmesse äußerst stabil 
  • Wieder über 500 Aussteller und 10.000 Besucher erwartet 
  • Aussteller haben bereits große Flächen gebucht 
  • Business auch in der Krise möglich 
  • Neue Märkte im Visier 

"Vom 21. bis 23. April 2010 öffnet die RESALE bereits zum 16. Mal die Türen. Zur größten Gebrauchtmaschinenmesse der Welt erwarten die Verantwortlichen wieder mehr als 500 Aussteller. Aller Voraussicht nach werden erneut rund 10.000 Besucher aus über 110 Ländern nach Karlsruhe reisen. Damit dürfte das Ereignis an die guten Resultate aus dem April 2009 anknüpfen. „In einem nicht ganz einfachen Umfeld hat sich die RESALE als äußerst stabil erwiesen“, sagt Veranstalter Florian Hess. „Noch wäre es aber zu früh, das Ende der Krise zu verkünden“, meint der Geschäftsführer der Hess GmbH, Weingarten/Baden. „Es ist jedoch ein sehr gutes Zeichen, dass Aussteller in den vergangenen anderthalb Monaten große Flächen gebucht haben.“

Anlaufstelle für Kauf und Verkauf
Auch die unterstützenden Partner sind Mutmacher. Für den Bundesverband des Deutschen Exporthandels (BDEx) ist der weltweite Bedarf nach deutschen Gebrauchtmaschinen ungebrochen. „Im kommenden Jahr wird die RESALE für viele Unternehmer erneut der wichtigste Termin in ihrem Kalender sein“, betont Jens Nagel. „Die Messe ist eine zentrale Anlaufstelle für den Kauf und Verkauf gebrauchter Maschinen“, so der BDEx-Geschäftsführer. „Und damit gerade in schwierigen Zeiten ein unverzichtbares Ereignis.“ Schließlich würden viele neue Investitionen derzeit sehr gründlich einer Prüfung unterzogen. Oft seien gebrauchte Maschinen dann die beste Alternative. Nagel hebt hervor, dass die RESALE vor allem auch international Beachtung findet. „Davon konnte ich mich auf einer Vielzahl von Auslandsreisen überzeugen.“ Beim Maschinenbedarf habe jedes Land einen branchenspezifischen Schwerpunkt. „So ist etwa in Subsahara-Afrika die Nachfrage nach Gebrauchtmaschinen in der Lebensmittel verarbeitenden Industrie in den letzten Jahren exponentiell gestiegen“, weiß Jens Nagel. „In Russland hingegen macht sich eine Nachfrage nach Baumaschinen deutlich bemerkbar.“

Die weltweite  Wirtschaftskrise ging am Markt für gebrauchte Werkzeugmaschinen nicht vorbei. Seit Ende des letzten Jahres gab es in diesem Bereich massive Einbrüche. Dies berichtet der Fachverband des Maschinen- und Werkzeug-Großhandels (FDM), Bonn. „Dennoch ist festzustellen, dass ein Investitionsbedarf besteht und eine weltweite Nachfrage vorhanden ist. Dies können wir eindeutig an den Anfragen über unser verbandseigenes Internetportal MachineStock.com ablesen“, erläutert FDM-Geschäftsführer Kurt Radermacher. In den letzten Monaten seien auch wieder verstärkt Geschäfte getätigt worden. „Was jedoch noch fehlt, ist das Zutrauen der Kunden auf eine dauerhafte Verbesserung – und vor allem die Bereitschaft der Banken, Finanzierungshilfen speziell für den Mittelstand zu leisten.“ Gerade in dieser Situation ist die kommende RESALE 2010 für den Gebrauchtmaschinenhandel ein ganz wichtiges Ereignis, um wieder die Kunden aus aller Welt treffen und ansprechen zu können, so Radermacher. „Der FDM und seine Mitgliedsfirmen werden dort wieder vollständig vertreten sein“, formuliert der Verbandsgeschäftsführer. „Wir sind bemüht, neben dem klassischen Metallbereich auch im Kunststoff- und Holzbereich ein noch größeres Spektrum an Maschinen zeigen zu können.“

Kein Boom, aber auch kein Stillstand
Für die Mitglieder der European Association of Machine Tool Merchants (EAMTM), Brüssel, ist die Messe ein bedeutendes Instrument im Marketing-Mix. „Wir werden 2010 die RESALE wie in den vergangenen Jahren intensiv unterstützen“, erklärt EAMTM-Generalsekretär Andrè Skenazi. „Unsere Mitgliedsfirmen werden wieder in großer Zahl in Karlsruhe vertreten sein.“ Auch der europäische Verband der Maschinenhändler kann sich gegenwärtig nicht völlig von den internationalen wirtschaftlichen Entwicklungen abkoppeln. Das bedeutet aber keinesfalls Stillstand – im Gegenteil: „Wir sind gerade dabei, zwei neue Mitglieder aus Frankreich und der Türkei im EAMTM aufzunehmen“, berichtet Skenazi. „Und wir setzen darauf, dass sich das allgemeine wirtschaftliche Klima bis zur nächsten RESALE im kommenden Frühjahr weiter verbessert.“

Auf ein verbessertes ökonomisches Klima hofft ebenso der RESALE-Aussteller Coiltec. Der Anbieter aus dem nordrhein-westfälischen Freudenberg hat sich auf den weltweiten An- und Verkauf von Gebraucht- und Neuanlagen zur Metallverarbeitung spezialisiert. Für Coiltec stellen sich die Märkte derzeit recht unterschiedlich dar. „Während das Geschäft mit vielen osteuropäischen Ländern zuletzt rückläufig war, gibt es Nachfrage in Deutschland“, sagt Inhaber Klaus Lingemann. „Das zeigt, dass die beschlossenen Maßnahmen und das Krisenmanagement der vorherigen Bundesregierung doch nicht so falsch waren.“ Insbesondere Weiterverarbeiter und Stahlverarbeiter hätten Bedarf. Schwerer täten sich dagegen Unternehmen mit größeren Lagerbeständen an Stahl, die viel Kapital gebunden hätten. Hoffnungen machten aufstrebende Regionen wie Indien und Südamerika. Das seien Märkte, in denen sich etwas tut. Lingemann rechnet damit, dass gerade die lateinamerikanischen Länder perspektivisch Potenzial bieten. „Kurzfristig macht uns im internationalen Geschäft jedoch der starke Euro zu schaffen.“

Nach wie vor gute Geschäfte zu tätigen
Als Auktionshaus hat der RESALE-Aussteller Troostwijk einen guten Überblick über die Entwicklung in verschiedenen Branchen. „Sehr stabil zeigt sich die Nachfrage nach Lebensmittel-, Kunststoff- und Pharma-Technologien“, weiß Daniel Holland, Sales Manager Germany bei Troostwijk in Köln. „Mit den Maschinen werden Grundbedürfnisse bedient, die unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung dauerhaft vorhanden sind.“ Entsprechend werden in diesen Sektoren auch weiterhin Maschinen von Erwerbern aus den klassischen Nachfragerländern ersteigert. „Dabei lassen sich nach wie vor gute Preise erzielen“, beobachtet Holland. Grundsätzlich seien hohe Erlöse auch in anderen Branchen möglich. Allerdings müsse gegenwärtig stärker nach potenziellen Käufern gesucht werden und das erfordere zusätzliche Marketinganstrengungen. Immer häufiger seien es Kunden aus Südamerika und Afrika, die an Auktionen teilnehmen. „Der Bedarf ist auf diesen Kontinenten relativ flächendeckend verbreitet“, betont Daniel Holland. „Aber natürlich gibt es auch Sonderkonjunkturen wie die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika.“

Konjunktur hat ebenso der Aussteller Mercori, der (Komplett-)Lösungen anbietet und dabei auch neue und gebrauchte Komponenten verbindet.  Das Unternehmen aus Ebringen im Breisgau wird seine Ausstellungsfläche auf der nächsten RESALE verdreifachen. „Das zeigt schon, wie wir den Markt einschätzen“, argumentiert Matthias Bea von Mercori. „Wir werden 2010 noch mehr Anlagen ausstellen.“ Bei seiner Beteiligung auf der letzten RESALE hat der Anbieter nämlich festgestellt, dass die Besucher vor allem Maschinen sehen möchten – und keine Hochglanzprospekte. „Unsere Zielgruppe ist die Nahrungs- und Kosmetikindustrie“, erläutert Bea und spricht von Betrieben, die den ersten Schritt von der manuellen zur automatischen Herstellung wagen. „Diese Firmen haben selbst im Krisenjahr 2009 mehr produziert.“ Das laufende Jahr war für Mercori bisher das beste mit einer Umsatzsteigerung von über 30 Prozent. „Wir glauben, dass 2010 dieser Wert erneut erreicht werden kann“, so Bea. „Da wir mit einem dicken Auftragspolster in das neue Jahr gehen.“

Nahrungsmittelmaschinen sind gefragt
Mercori bestätigt, dass es im Bereich Nahrungsmittel große Zuwächse gibt. „Die Feinkost-Manufakturen haben zugelegt“, freut sich Matthias Bea. „Es handelt sich um kleine Firmen, die frische und hochwertige Produkte herstellen.“ Denn viele Menschen gingen nicht mehr in gute Lokale. Sie würden sich stattdessen Kochbücher kaufen und ihre Freunde zu sich einladen – es gebe also einen Trend zum „Promi Dinner“. Auch Kosmetik sei im Niedrigpreis-Segment dieses Jahr gewachsen. Bea berichtet von einer Firma, die ihre gebrauchte Maschine im Augenblick nicht abgeben kann, obwohl bereits eine neue in Betrieb genommen wurde. Andersfalls könnte sie die Nachfrage von Drogerien und Discountern nicht befriedigen. „In diesen Segmenten sind Kunden in der Krise ebenfalls von teuren auf kostengünstige Produkte umgestiegen.“ Trotz dieses Beispiels muss Mercori nicht auf Nachschub verzichten. Dieses Jahr hätten mehrere größere Firmen ihre Produktion geschlossen oder verlagert. „Dadurch sind gute gebrauchte Maschinen auf den Markt gekommen, mit denen wir unsere Anlagen komplettieren konnten.“

Das starke Interesse im Nahrungsmittelbereich deckt sich mit den Eindrücken des RESALE-Teams, bei dem täglich Anfragen nach Gebrauchtmaschinen eintreffen. „Einer unserer Kunden sucht eine Zerkleinerungsmaschine zur Verarbeitung von Pizzakäse“, beschreibt Abdelhakim Warda, General Manager der ägyptischen Import-Export-Firma AWT. In anderen Regionen besteht ebenso Bedarf, etwa in Pakistan. Benötigt werden dort unter anderem eine Produktionslinie zur Herstellung von Keksen oder Vollerntemaschinen für die Kartoffelernte. Weitere Anfragen betreffen das gesamte Angebotsspektrum der RESALE, das erneut alle Branchen und den Dienstleistungsbereich abdeckt – von A wie Abkantmaschinen oder After-Sales-Service bis Z wie Zwirnmaschinen. Auf der Einkaufsliste stehen Injektionstechnologie in Argentinien, eine Maschine zur Produktion von Papiereinkaufstüten in Indien oder Metallbearbeitungsmaschinen in Tunesien. Präzision im Kfz-Bereich ist in Russland gefragt: „Wir sind auf der Suche nach gebrauchten Messgeräten“, erläutert Ludmila Fedorova vom Unternehmen K&K. „Damit möchten wir Auswucht- und Rundheitsmessungen sowie die Dichtheitsprüfung bei Alufelgen vornehmen.“

Abschlüsse im Nachmessegeschäft gemeldet
Angesichts des vorhandenen Bedarfs beteiligen sich auch Firmen als Aussteller an der RESALE, die krisenbedingt weniger Auftragseingänge verzeichnen. Sie können sich mit der Teilnahme ihr eigenes kleines Konjunkturprogramm schaffen. „Bei den Anfragen für Metallbearbeitungsmaschinen gibt es bei uns viel Luft nach oben“, meint Michel Du Bois von Luthy Machines SA aus La Chaux-de-Fonds in der Schweiz und wartet auf die Erholung „irgendwann im nächsten Jahr.“ Ohnehin sind die Messebeteiligungen auf der RESALE auf eine längere Perspektive angelegt wie die Erfolgsgeschichte der US-Amerikaner von Presses for Industry zeigt. „Wir haben nach der RESALE eine australische Fabrik von Mitsubishi Motors in Adelaide an ein chinesisches Automotive-Unternehmen verkauft“, resümiert Inhaber Chip Thornton, der an dem Joint-Venture zur Liquidation der Produktionsstätte beteiligt war. Gelegenheit, neue Geschäfte anzubahnen, gibt es wieder vom Mittwoch, 21. bis Freitag, 23. April 2010 in Karlsruhe. Dann findet die RESALE erneut zwei Tage nach Beginn der größten deutschen Industrieschau, der Hannover Messe, statt.

www.resale-germany.com

Nach oben
facebook youtube twitter Instagram rss