News

Resale 2009: 15. Internationale Messe für gebrauchte Maschinen und Anlagen

Mehr als 500 Aussteller und über 10.000 Besucher

Starke internationale Nachfrage

Kostengünstigere Investitionsalternativen gefragt

Umweltaspekte nehmen an Bedeutung zu

Es gibt wieder gute Nachrichten aus der Wirtschaft: Die weltgrößte Gebrauchtmaschinenschau trotzt der sich abzeichnenden Rezession. Zur 15. RESALE haben sich mehr Aussteller angemeldet als zum Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die RESALE 2009 findet vom 22. bis 24. April 2009 in Karlsruhe statt. Erwartet werden wieder mehr als 500 Aussteller und über 10.000 Besucher. "Die Chancen stehen sehr gut, dass die nächste RESALE ein Gewinner der Finanzmarktkrise sein wird", betont Jens Nagel, Geschäftsführer des Bundesverbandes des Deutschen Exporthandels (BDEx), Berlin. "Vor dem Hintergrund einer weltweiten Konjunkturabschwächung werden kostengünstigere Investitionsalternativen an Bedeutung zulegen." Gerade in unsicheren Zeiten würden neue Investitionen sehr genau geprüft. Gebrauchte Maschinen aus Deutschland hätten sich in solchen Phasen als sehr willkommen erwiesen.

Der BDEx sieht darüber hinaus eine zunehmende Bedeutung von Umweltaspekten. Dies werde sich in der Suche nach energieeffizienten und besonders umweltverträglichen Gebrauchtmaschinen widerspiegeln. Was den regionalen Bedarf angeht, rechnet Jens Nagel mit einer hohen Nachfrage aus Osteuropa – und über den Ural hinaus. "Besonders aus Russland und Zentralasien", lautet seine Prognose. "Die jüngeren EU-Beitrittländer Rumänien und Bulgarien werden genauso zu den stark nachfragenden Regionen gehören." Außerhalb Europas stellt der BDEx einen Bedarf vor allem in Indien und Südostasien fest. Mit großen Schritten habe sich die RESALE in den letzten Jahren national und international zur zentralen Anlaufstelle für gebrauchte Maschinen entwickelt. "Höchste Qualität geht Hand in Hand mit guten Preisen", so Nagel.

Das Ausland als Schrittmacher
Die Nachfrage nach gebrauchten Werkzeugmaschinen war in den letzten zwei Jahren im In- und Ausland außerordentlich gut. Das berichtet der Fachverband des Maschinen- und Werkzeug-Großhandels e.V. (FDM), Bonn. "Unsere Mitgliedsfirmen hatten alle Hände voll zu tun", erläutert FDM-Geschäftsführer Kurt Radermacher. "Sie hatten vor dem Hintergrund der zahlreichen Anfragen sogar das Problem, gute Maschinen zu beschaffen." In den letzten Monaten sei es allerdings gerade im Inland ruhiger geworden. Trotzdem bestehe weiter ein enormer Bedarf an neuen und gebrauchten Werkzeugmaschinen. "Daher gilt es nach wie vor, aktiv Abnehmer zu finden – und hier vor allen Dingen ausländische Kunden", fordert Radermacher. Die kommende RESALE 2009 biete dafür beste Gelegenheiten. "Der FDM und seine Mitgliedsfirmen werden dort wieder vollständig vertreten sein", formuliert der Verbandsgeschäftsführer. "Wir sind bemüht, gerade im Kunststoff- und Holzbereich ein noch größeres Spektrum an Maschinen auf der RESALE zeigen zu können."

Auch andere unterstützende Verbände sehen der RESALE mit großer Spannung entgegen. Mit einem großen Ausstelleraufgebot wird ebenfalls ein weiterer bedeutender Partner der Messe vertreten sein – die European Association of Machine Tool Merchants (EAMTM) mit Sitz in der belgischen Hauptstadt Brüssel. Der EAMTM trägt zu einem wichtigen Teil zur Internationalität auf Ausstellerseite bei. Durch die Beteiligung in Karlsruhe hofft der Verband um seinen neuen niederländischen Präsidenten Jan-Reint Voortman an die Geschäfte der Vorjahre anknüpfen zu können. Die letzte Messeauflage im April dieses Jahres ist bei den Mitgliedern des europäischen Maschinenhändlerverbandes noch in bester Erinnerung. "Die Besucherqualität war sehr gut", lautete das Fazit. "Es wurden viele Geschäfte angebahnt und getätigt."

RESALE hat weltweite Bekanntheit
Die Aussteller der RESALE sehen neben etwaigen Risiken auch Chancen vor dem Hintergrund einer weltweiten Eintrübung der Wirtschaft. "Obwohl einige Verunsicherung bei den Kunden zu spüren ist, werden mit einer gewissen Zurückhaltung nach wie vor Investitionen getätigt", berichtet Walter Bahr. "Die eine oder andere gebrauchte Maschine wird einer Neuinvestition vorgezogen", beobachtet der Geschäftsführer von A+B Werkzeuge und Maschinen. Das Unternehmen aus dem nordrhein-westfälischen Ahaus stellt einen vermehrten Bedarf an gebrauchten Abkantpressen, Blechtafelscheren und Rundbiegemaschinen fest. "Wie schon in den letzten Jahren ist das europäische Ausland, speziell die Oststaaten, ein wichtiger Abnehmer von gebrauchten Werkzeugmaschinen", erklärt Bahr. "Auch in Russland und einigen nordafrikanischen Ländern wird vermehrt nach guten, funktionierenden Gebrauchtmaschinen gesucht." Weil die RESALE mittlerweile einen sehr hohen Bekanntheitsgrad in der ganzen Welt erlangt hat, rechnet A+B damit, Geschäfte auf der Messe abzuschließen.

"Das größte Angebot unter den ausstellenden Unternehmen stellen nach derzeitigem Stand wiederum die Metallbearbeitungsmaschinen", berichtet RESALE-Veranstalter Florian Hess. "Gefolgt von der Antriebs- und Fördertechnik, der Recyclingtechnik und den Nutzfahrzeugen", so der Geschäftsführer der Hess GmbH, Weingarten/Baden. Insgesamt werden Maschinen und Anlagen für alle Branchen gezeigt. Stark belegt ist bereits das Freigelände – Anbieter aus dem Baumaschinenbereich sorgen für rege Nachfrage, mit Herstellern und Händlern aus dem Landmaschinenbereich gibt es Gespräche über eine Gruppenbeteiligung. Der Aussteller Volvo Construction Equipment Europe, München, möchte auf der RESALE 2009 die Kundenkontakte außerhalb der Europäischen Union ausbauen. "Nach einem Rückgang der Anfragen im Juli und August ist eine Belebung des Gebrauchtmaschinen-Geschäftes zu spüren", gibt Hermann Hundeling einen Einblick. "Anfragen kommen von der afrikanischen Nord- und Westküste, aus dem Irak und Iran", erklärt der Remarketing Manager Europe Central bei Volvo Construction Equipment Europe. "Hauptsächlich nach Radladern in der 18-30 Tonnen-Klasse und Kettenbaggern in der 25-50 Tonnen-Klasse."

Neu, gebraucht oder integriert
Erstmalig wird der amerikanische Verband MDNA (Machinery Dealers National Association) eine Gemeinschaftsfläche mit US-amerikanischen Gebrauchtmaschinenhändlern belegen. Das Gros der Aussteller bilden aber nach wie vor die Europäer. Unter den Ausstellerländern sind Großbritannien, Dänemark, Österreich, Spanien und Belgien mit mehreren bereits angemeldeten Firmen vertreten. Traditionell stark präsent sind Frankreich (2008: 36 Aussteller), Italien und die Niederlande. Bereits 16 Anmeldungen liegen derzeit aus der Schweiz vor, aus der erneut knapp 30 Firmen erwartet werden. Bereits zum vierten Mal ist der Schweizer Aussteller Mikron Machining Technology aus Agno dabei – ein international führender Anbieter von Transfersystemen. Das Unternehmen hat die RESALE als "äußerst lebhafte Messe" kennen gelernt. "Wir werden in Karlsruhe eine Transfermaschine zeigen", erläutert Carmine Ruotolo.

Ruotolo ist Manager von Mikron Respeed Systems, einem Geschäftsbereich von Mikron Machining Technology, der sich mit der Vermarktung von überarbeiteten Maschinen beschäftigt. Mit der für die RESALE vorgesehenen Transfermaschine lassen sich Werkstücke aus verschiedenen Branchen mit ganz unterschiedlichen Operationen bearbeiten. "Zum Beispiel Komponenten von Motoren, hydraulische oder pneumatische Ventile und Steckverbinder." Das RESALE-Exponat wurde überarbeitet und durch den Einbau neuer Teile technisch auf den allerneusten Stand gebracht. Der Aussteller aus der Schweiz agiert in einem sehr speziellen Segment und entwickelt individuelle Lösungen entsprechend dem Bedarf des Kunden. "Neu oder gebraucht oder als Integration neuer und gebrauchter Komponenten", sagt Carmine Ruotolo.

Selbst Global Player nutzen die Messe
Die Beispiele von Volvo und Mikron zeigen, dass sich immer mehr Hersteller dem Segment Gebrauchtmaschinen widmen. Einerseits müssen sie die Gebrauchten im Zuge ihrer Neumaschinengeschäfte ohnehin zurücknehmen und erzielen durch den Weiterverkauf nennenswerte Einnahmen. Gleichzeitig erschließen sie mit dem Neumaschinengeschäft zusätzliche Kundenkreise, die später auf neue Maschinen der gleichen Marke zurückgreifen. Zudem lässt sich im After-Sales-Bereich längst gutes Geld verdienen, so dass Second-Hand immer lukrativer wird. Aus diesen Gründen werden auf der RESALE 2009 wieder namhafte Hersteller wie ABB, Bruderer, Chiron, Crown, Hammel, IP Gansow, Jungheinrich, KHS, Liebherr, Putzmeister, Reimelt Henschel, SHW, Siemens, Carl Zeiss, Zeppelin oder Gildemeister ausstellen. Letzterer wird über die Gebrauchtmaschinentochter DMG vertreten sein. Deren Kunden suchen vom Hersteller zertifizierte Gebrauchtmaschinen mit Original-Ersatzteilen und Gewährleistung. Ein weiterer Grund für den Kauf direkt beim Produzenten ist der umfassende Service.

Sogar als Nachfrager werden Global Player auf dem Gebrauchtmaschinenmarkt aktiv. So nutzte ein schwäbischer Automobilhersteller die Anfragemöglichkeit beim RESALE-Team. "Ich suche eine Außenrund-Schleifmaschine", lautete die E-Mail aus einem der Produktionsstandorte in Deutschland. "Zum Beispiel von der Firma Herminghausen, Typ SR, mit einem Arbeitsbereich von fünf bis 130 Millimetern." Die Maschine soll beim Durchgangs- und Einstechschleifen zum Einsatz kommen und sich in einem guten bis sehr guten Zustand befinden. "Ab Baujahr 1995 mit CE", so die Anfrage. Auch kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) werden auf diesem Feld aktiv. Sie kaufen Gebrauchtmaschinen – etwa um kurzfristige Nachfragespitzen zu bedienen, als Ersatzbeschaffung im Falle eines Maschinencrash oder einfach um rentabel zu bleiben. Schließlich erfordert der Einsatz neuer Maschinen oft eine außergewöhnlich gute Auftragslage und das Umstellen auf den Mehrschichtbetrieb. Durch den Einsatz von Gebrauchtmaschinen können die KMUs den vergleichsweise risikolosen Einschichtbetrieb beibehalten.

Asien und Afrika mit riesigem Interesse
Die über www.resale-germany.com eingehenden Maschinengesuche werden an in Frage kommende Aussteller weiter geleitet. Sehr viele Anfragen kommen traditionell aus dem Ausland, besonders zahlreich aus Indien, Iran und Pakistan. Ein indisches Unternehmen sucht ein Kohle-Heizkraftwerk, ein iranischer Produzent eine Anlage zur Eisenschmelze. "Wir benötigen sie zum Herstellen von Ersatzteilen", sagt Sara Ghaderian von der Firma Korpy Sazan. Auffällig aktiv zeigen sich die Afrikaner und hier durchaus namhafte Unternehmen. "Wir sind der größte Nudelhersteller in unserem Land", erläutert Ephrem Fikru von Universal Food Complex aus Addis Abeba in Äthiopien. "Für den Aufbau einer Keksproduktion benötigen wir dafür eine gebrauchte Produktionslinie mit einer Kapazität von 1.000 Kilo pro Stunde." 

Aus Afrika kündigen sich schon jetzt – ein knappes halbes Jahr vor Messebeginn – erste Delegationen an. Eine größere Gruppe afrikanischer Unternehmer weilt auf Einladung des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft während der RESALE in Deutschland. "Wir möchten mit diesen Teilnehmern auch die Messe in Karlsruhe besuchen", kündigt Asmau Nitardy, Referentin für Ostafrika, an. Eine weitere Delegation wird aus Russland kommen – Unternehmer aus Karlsruhes Partnerstadt Krasnodar. Die ausländischen Einkäufer können sich im Rahmen ihrer Deutschlandreise gleich auf zwei Messen informieren. Die RESALE findet erneut zwei Tage nach Beginn der größten deutschen Industrieschau, der Hannover Messe, statt – von Mittwoch, 22. bis Freitag, 24. April 2009.

www.resale-germany.com

Nach oben
facebook youtube twitter Instagram rss