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PRESSEBESUCH MCCONNEL Hang zum Mähen: Funkraupe S300e im Test

Wenn Ortsfremde das Umland der britischen West Midlands mit einem Wort beschreiben müssten, wäre es wahrscheinlich: „Hecken“. Kilometerlang zieht sich das besagte Strauchwerk an den Straßen vor grüner Landschaft entlang. Da ist es nur naheliegend, dass Hersteller für Grünpflegemaschinen ebenfalls hier ansässig sind. So wie das Unternehmen McConnel, das seinen Sitz im nahen Ludlow hat. Neben Heckenscheren und Mähern hat das Unternehmen in den vergangenen 13 Jahren auch eine Funkraupen-Reihe konzipiert. Wie sich die S300e, der neueste E-Zugang des Portfolios, in der Praxis schlägt, konnte Bauhof-online.de vor Ort in Erfahrung bringen.

Lesedauer: min | Bildquelle: Tim Knott
Von: Tim Knott

„Das Wetter wird heute nicht besonders gut, aber wir haben unser Programm so geplant, dass wir von den Regenschauern verschont bleiben“, berichtet Edward Hall, Export Sales Manager bei McConnel, mit Blick auf die Wolken, die sich am grauen Himmel zusammenziehen. Vorerst ist das typisch englische Wetter aber nicht so tragisch, denn die Tour bei dem Hersteller zieht sich erst einmal durch das Werk, vorbei an automatischen Schweißmaschinen, Laserschneidern und einer Menge halbfertig montierter Geräte. 174 Mitarbeiter produzieren hier pro Jahr 2.500 Funkraupen und Traktoren-Ausleger – sogenannte „Power Arms“ – die mit Mähern oder Heckenscheren ausgestattet sind. Diese Auslegerwerkzeuge werden schon seit 1948 in Ludlow hergestellt und McConnel konnte sich damit zuerst in den West Midlands und in den folgenden Jahrzehnten international bei Anwendern verschiedenster Gewerke etablieren. Ein Ursprung dieser Produktionsgeschichte liegt im ländlichen Ludlower Umland und dem lokalen Bedarf an Werkzeugen zur Heckenpflege. Denn die Gewächse waren Mitte des 20. Jahrhunderts wichtig als Begrenzungsmöglichkeiten für Bauern, um das eigene Vieh zusammenzuhalten. Mittlerweile ist diese Funktion nicht mehr so relevant, die Hecke aber nach wie vor beliebt. Das geht sogar so weit, dass in Großbritannien nationale Wettbewerbe abgehalten werden, um die beste Hecke zu küren. Seine Ursprungs-Klientel wird das Unternehmen daher so schnell nicht verlieren.


Funkraupen im Regen

„Power Arms“ sollen beim heutigen Termin aber nicht Thema sein, sondern eine Produktreihe, die die Briten im Jahr 2011 begonnen haben – die Funkraupen. Ganz ohne Regen scheint es dabei aber doch nicht zu gehen, denn im Anschluss zum Fabrik-Rundgang führt die Pressetour auf ein nahes Testgelände unter freiem Himmel. Es ist windig, es ist regnerisch, „es ist halt England“, stellt Hall mit einem Schulterzucken fest, während er zu den Maschinen stapft.

Von den sechs Modellen, die das Funkraupen-Portfolio McConnels mittlerweile umfasst, stehen heute zwei auf zur Verfügung: Die schwere T600 und die elektrifizierte S300e, welche im vergangenen Jahr vorgestellt wurde. Das T und S in den Bezeichnungen steht übrigens für Tool Carrier, also Werkzeugträger und Slope Mower, also Neigungsmäher. Dementsprechend sind die Aufgaben klar verteilt: Während die S300e besonders für das Mähen abschüssiger Gelände geeignet ist, übernimmt die T600 die schweren Aufgaben und lässt sich – je nach Anbaugerät – für eine Vielzahl von Aufgaben einsetzen. So ist die Maschine laut Angaben von Vertriebler Jeroen Huijsmans von der J.J. Dabekausen BV auch bei der Autobahn GmbH im Einsatz, um das Verkehrsbegleitgrün der Fernstraßen zu stutzen. Dabei ermöglichen die Funkraupen es den Anwendern, während der Arbeit aus dem Gefahrenbereich fernzubleiben. Diese Eigenschaft ist zurzeit ebenfalls in der Ukraine sehr gefragt. Deswegen würden in dem zerrütteten Land aktuell einige Funkraupen unterstützend bei der Minenräumung eingesetzt, wie Hall berichtet.

E-Mäher S300e im Test

Minen sind auf dem Ludlower Acker dankenswerterweise keine ausgelegt worden. Dafür könnte der Rasen mal wieder einen Schnitt vertragen. Hier sind die Raupen gefragt. Neben einer Vorführung der T600 mit Schlegelmäher-Aufsatz können die anwesenden Journalisten auch die kleinere E-Version S300e ausprobieren. Für den Betrieb ist die Maschine mit einem 110-cm-Rotations-Mulchdeck ausgestattet. Zwei Motoren treiben die beiden Messer an. Während das eine für Aufwind sorgt und Gräser so nach oben zieht, schneidet und häckselt das Untere. Ein Anheben der Maschinenhaube offenbart zwei große 48-Volt-Lithiumbatterien, die laut Hersteller bis zu vier Stunden Betrieb ermöglichen. Interessantes Detail: Neben den Batterien sitzt unter der Haube auch ein Ladegerät mit zusätzlichem Akku für die Fernbedienung. So wird sichergestellt, dass Benutzer mit einer vollgeladenen Maschine nicht liegenbleiben, nur weil in der Fernsteuerung kein Saft mehr ist.

Das Funktionsprinzip der Fernbedienung ist schnell erklärt. „Das funktioniert wie bei der Playstation“, erklärt Huijsmans. Und tatsächlich ist es unschwer vorstellbar, dass die Steuerung der S300e auch für branchenfremde Konsolenspieler schnell erlernbar ist. Über zwei Joysticks erfolgt die intuitive Bedienung, notfalls kann das Gerät aber auch lediglich mit einem gesteuert werden. So lassen sich Geschwindigkeit und Mährichtung unkompliziert bestimmen, sämtliche Befehle werden mit einer geringen Reaktionszeit ausgeführt. Und auch das hinterlassene Mähbild sieht gut aus. Laut Hersteller liegt die maximale Reichweite der Maschine bei 150 Metern, für die Tests kann diese aber nicht ausgereizt werden.

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Am Hang: Funkraupe in ihrem Element

Nachdem der Rasen ausreichend gemäht ist, ist es an der Zeit, die Hangeigenschaften der S300e zu testen, immerhin der Umgebung, für die die Maschine konzipiert wurde. Für bis zu 55 Grad sei die Raupe laut Hall zertifiziert. Diese Extrembedingungen können nicht näher geprüft werden, da der zur Verfügung stehende Hang gerade mal bei schätzungsweise 30 bis 40 Grad liegt. Im vorhandenen Terrain macht die Maschine aber einen guten Eindruck und schiebt sich langsam und rutschsicher auf die kleinen Anhöhen hinauf.

Ein absoluter Vorteil ist dabei das Arbeitsgeräusch, oder besser gesagt, die Abwesenheit desselben. Die Geräuschlosigkeit geht sogar so weit, dass das Quietschen der Gummiketten bei der S300e mit ausgeschalteter Mäheinheit lauter ist als das Surren des Elektromotors. Doch selbst unter Vollbetrieb ist die Maschine auffällig leise. Ebenfalls beeindruckend: der geringe Bodendruck. Im Laufe der Tests dreier Journalisten wird die Raupe mehrfach über dieselbe Fläche gejagt. Und obwohl die Grasnarbe hier und da im Kurvenbereich einige kleinere Schäden davonträgt, so bleibt die Wiese im Allgemeinen weitgehend unbehelligt – bei dem feuchten Boden eine starke Leistung.

Übrigens: Bei den Raupen von McConnel sind semiautonome Applikationen für die Automatisierung bisher noch nicht vorgesehen. Stattdessen arbeiten die Ingenieure gerade laut eigenen Angaben an einer „vollautonomen Maschine“, die „self-aware“, also selbstbewusst sein soll. Ob dies am Ende wie versprochen funktioniert, kann skeptisch betrachtet werden, da die Etablierung von Vollautonomie einige bisher ungelöste Probleme mit sich bringt. Zumindest lange warten müssen Interessierte nicht, denn die neue Technik soll laut Unternehmenszentrale schon in diesem Jahr etabliert werden. Anwender mit Automatisierungs-Ambitionen dürfen also gespannt sein.

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