„Wir haben gemerkt, wo wir schwächeln“, sagt Dirk Schramm. Und das nach Möglichkeit abgestellt durch Überarbeitung der Organisationspläne. Der Abteilungsleiter der BEST, in dessen Bereich auch der Winterdienst fällt, sieht das Unternehmen gerüstet für den Winter.
Der letzte stellte ja fast das ganze Land vor Probleme mit heftigem und langem Schneefall, schlechtem Straßenzustand und auch noch Streusalzmangel. Dirk Schramm weiß aber ganz genau, dass es wiederum Situationen geben kann, die alle Vorsorge hinfällig machen. Verstärkter Schneeräumer-Einsatz und mehr Streusalz wie sie das neue Winterprogramm vorsehen - sie wären vergeblich, wenn es z.B. plötzlich dauerhaften Eisregen gäbe.
Aber setzen wir mal den Normalfall voraus: der heißt Schneefall. Sollte es noch mal so viel Schnee geben wie im letzten Jahr, dann machen sich auf Bottrops Hauptverkehrsstraßen gleich parallel zwei Schneeräumer auf den Weg auf der ganzen Straßenbreite (so die Straßen nicht durch Mittelstreifen getrennt sind). Bei der Einordnung der Straßen nach Bedeutung erhalten diese Straßen mit der neuen Stufe 1 A dann absolute Räum- und Streupriorität.
Nachdem es im letzten langen Winter irgendwann an Streusalz haperte, hat man in Silos die größt mögliche Menge gebunkert und ist dabei, noch ein fünftes Silo zu bauen. Dann kann die BEST insgesamt 450 Kubik Sole vorrätig halten. Bei Bedarf wird nachgeordert.
Wobei die Silos als Vorratsanlage auch ihre Tücken haben. Denn sie können - anders als die früheren Hallen, in denen das Salz lagerte - nur mit Spezial-Silofahrzeugen befüllt werden. Und von diesen Fahrzeugen gibt es nicht so viele. Früher konnte man jeden Lkw zum Salzabholen schicken. Das Beladen am Abfüllort wie auch das Befüllen der Silos dauert zudem recht lange, sagt Schramm. Siloware ist also nicht so schnell verfügbar - was Nachteile haben kann, wenn es eng wird mit den Lieferungen.
In Standard-Winter alles kein Problem, sagt Schramm, normalerweise kommt laut Vertrag die Silo-Ware 24 Stunden nach Bestellung.
Personale, Fahrzeuge, Salz - Vorsorge ist getroffen. Fünf große Streufahrzeuge, vor die Pflüge gespannt werden, stehen zur Verfügung, zudem zwei Klein-Kehrmaschinen mit möglicher Pflug-Bespannung und ein umrüstbarer Pritschenwagen. Bis Minus 20 Grad wirke die Sole, der ja eh’ noch Wasser beigegeben wird. Bei Tiefsttemperaturen eben weniger.