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Neu Ulm - Kämmerer atmen auf: Gewerbesteuer höher als erwartet

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Landkreis Der warme Geldregen wird auf die Städte und Gemeinden in diesem Jahr nicht einprasseln. Trotzdem atmen die Kämmerer in den Rathäusern der Region auf. Der Grund: Die Gewerbesteuer wird wohl mehr Geld in die Kassen spülen, als zu Beginn des Jahres befürchtet. Denn ein Jahr nach der großen Krise hatten die Kommunen in ihren Haushaltsplanungen schon wesentlich weniger Einnahmen durch die Gewerbesteuer veranschlagt. Doch wie es aussieht, werden sie jetzt von der Realität positiv überrascht. Die Gewerbesteuer, die sich nach dem Gewerbeertrag eines Unternehmens berechnet, fällt entweder höher aus als gedacht oder erreicht zumindest die veranschlagte Summe.

Der deutlich reduzierte Ansatz wird erreicht

In Neu-Ulm erreicht die Gewerbesteuer voraussichtlich wieder den Wert aus 2009. Steueramtsleiter Reinhard Wysokowski geht von rund 19 Millionen Euro aus. In beiden Jahren hatte die Stadt allerdings die erwartete Summe an Einnahmen durch die Gewerbesteuer schon bei den Haushaltsplanungen nach unten geschraubt. Diesen deutlich reduzierten Ansatz werde Neu-Ulm erreichen, sagt Wysokowski, der hofft, dass auch im nächsten Jahr dieses niedrigere Niveau annähernd stabil gehalten werden könne.

Auch in der Nachbarstadt Senden liegen die Einnahmen durch die Gewerbesteuer im Soll. Die angesetzten rund 5,5 Millionen Euro würden bis Ende des Jahres wohl erreicht, sagt Kämmerer Holger Bachthaler. Trotzdem spüre Senden den Einbruch der Wirtschaft kräftig. So waren 2008 noch rund acht Millionen Euro an Gewerbesteuer in die Stadtkasse geflossen.

In Weißenhorn fällt die Gewerbesteuer dagegen sogar höher aus als veranschlagt. Kämmerer Michael Konrad vermutet, dass es statt der kalkulierten vier Millionen rund 4,7 Millionen Euro werden. Von den knapp 13 Millionen im Jahre 2007 sei die Stadt jedoch meilenweit entfernt. Erst für 2012 erwartet Konrad wieder eine deutliche Konsolidierung nach oben.

Auch die Gemeinde Nersingen erwartet Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer. Mit den rund 1,4 Millionen Euro erreiche sie annähernd wieder den Wert aus den Jahren vor der Krise, sagt Kämmerin Andrea Paulick. Von rund einer Million war sie ausgegangen. Trotzdem werde sich die Krise in den kommenden zwei bis drei Jahren noch auf die Gewerbesteuer auswirken, vermutet sie.

In Elchingen freut sich Kämmerer Lorenz Gulde über eine Nachzahlung aus dem Jahre 1999. Damit fällt die Gewerbesteuer um fast eine Million höher aus als erwartet. Ohne die Nachzahlung jedoch hätte die Gemeinde die angesetzte Summe verfehlt, was einem massiven Einbruch bei der Gewerbesteuer gleichkommt. Grund: In Folge der Weltwirtschaftskrise sei der größte Arbeitgeber in der Gemeinde, der global agiert, als Hauptzahler der Gewerbesteuer so gut wie weggebrochen.

Die Gemeinde Roggenburg geht dagegen davon aus, dass die angesetzte Summe erreicht werde. Kämmerer Gerhard Usenbenz hatte die Kalkulation extra gering gehalten und rund 240 000 Euro kalkuliert.

Auch in Holzheim fließt die Gewerbesteuer üppiger als erwartet. Statt der angesetzten 350 000 Euro erwartet Kämmerer Helmut Baum rund 40 000 Euro mehr.

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