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Maximale Hubhöhe erreicht: Besuch der Platformers' Days

Auf den Platformers' Days kommt seit 1999 alles zusammen, was in Sachen Konstruktion mobiler Hebe- und Höhenzugangstechnik Rang und Namen hat. Bauhof-online.de war vor Ort und hat beobachtet, wie gut das Debüt am neuen Messe-Ort funktionierte.

Lesedauer: min | Bildquelle: Tim Knott
Von: Tim Knott

Am Haupteingang der Messe Karlsruhe gib es einen kleinen Vorgeschmack auf die kommende Veranstaltung: Vor dem breiten Eingangsbereich hat sich ein buntes Sammelsurium an Hubarbeitsbühnen, Teleskopladern und Scherenliften angesammelt, die unter dem Vordach in die Höhe ragen. Die Platformers' Days finden also trotz Corona statt und folgen dem Beispiel zahlreicher Veranstaltungen, die gezeigt haben, dass Veranstaltungen in der Pandemie möglich sind. Selbstverständlich mit einem entsprechenden Sicherheitskonzept. Bevor die Messe betreten werden kann, werden Besucher zuerst durch einen Hygienezelt geschleust, in dem die Temperatur gemessen und der 3G-Nachweis gecheckt wird. Darüber hinaus herrscht in allen Gebäuden Maskenpflicht. Gut also, dass die Messe Karlsruhe einen großen Outdoor-Bereich hat. Drinnen wären die ganzen Gerätschaften wahrscheinlich sowieso irgendwann an die Decke gestoßen. Doch wie kommen die Aussteller mit dem neuen Hygienekonzept zurecht? Zwar wird oftmals betont, wie positiv es ist, wieder ausstellen zu können, was Besucher angeht ist es jedoch „etwas luftiger als sonst“. Andererseits sei die Qualität der Kontakte besser, wie ein Aussteller betont. Aber im Vergleich zur Messe 2019 habe sich die Besucherzahl deutlich verringert. Auf Nachfrage bemängelt der ein oder andere den Wechsel des Standortes. Im osthessischen Hohenroda – dem vorherigen Veranstaltungsort – habe die zentrale Lage wesentlich dazu beigetragen, Publikum aus ganz Deutschland heranzuziehen. In Karlsruhe scheuten dagegen zahlreiche Gäste aus dem Norden den langen Anfahrtsweg. Dennoch zeigt sich der Großteil der Aussteller zufrieden mit der Messe. Trotz Corona lautet das Urteil: „Die Gemütlichkeit ist noch da.“

Telecrawler und Hubarbeitsbühnen

Doch geht es nicht nur um Gemütlichkeit, sondern auch und vor allem um Maschinen, die Arbeiter schnell in die Höhe bringen und z.B. am Ruthmann-Stand zu besichtigen sind. Prominent zu sehen ist die Raupenarbeitsbühne BLUELIFT ST 31, die mit 31 Meter Arbeitshöhe und bis zu 18 Meter seitlicher Reichweite punktet. Bei gerader Steigung schafft das Gerät bis zu 400 kg Korb-Last und bietet die Möglichkeit, das Kettenfahrwerk zu verbreitern. Zusätzlich garantiert die variable, asymmetrische Abstützung einen sicheren Stand. Angetrieben wird die Maschine von einem Diesel- oder wahlweise 230V-Elektro-Motor.

Eine Neuheit erwartet die Besucher dagegen am Stand von Safety Lift. Beim vorgestellten Hinowa TeleCrawler22N handelt es sich ebenfalls um eine ferngesteuerte Raupenarbeitsbühne. Diese wird über einen Elektromotor mit Lithium-Batterien betrieben und kann 230 kg auf bis zu 22 Meter bringen. Gesteuert wird das Gerät über eine Kabelfernbedienung. Noch ist der TeleCrawler22N nicht erhältlich, eine Auslieferung der Maschine findet aber ab März statt.

Bei Genie gibt es die selbstfahrende Hubarbeitsbühne S-80 J zu begutachten. Sie bietet eine maximale Hubhöhe von 26 Metern, die maximale Belastung liegt bei 300 kg. Bei seitlicher Ausrichtung sinken diese Werte logischerweise, allerdings lässt sich eine Reichweite von knapp 17 Metern realisieren. Als Arbeitserleichterung verfügt sie außerdem über eine selbstnivellierende Plattform.

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Von Merlo bei Manitou: Teleskoplader

Plötzlich wird es grün auf dem Messegelände, als die Maschinen von Merlo in Sicht kommen. Neben weiteren Produkten hat das Unternehmen auch den Teleskoplader Roto 50.26 dabei. Die Maschine steht ganz im Zeichen der Flexibilität. Ihre 25,9 Meter können durch den um 360 Grad drehbaren Oberwagen effektiv eingesetzt werden. Vorderrad- sowie Allrad- und Hundeganglenkung ermöglichen Manöver auf engstem Raum. Um den Anbaugeräte-Wechsel effektiver zu gestalten, haben Nutzer das hydraulische System Tac-Lock zur Hand.

Neben Hubarbeitsbühnen und Raddumpern findet sich am JCB-Stand auch der Elektro-Teleskoplader 525-60E. Dabei handelt es sich um ein echtes Lasttier, denn der Lader kann 2.500 kg auf bis zu sechs Meter befördern. Angetrieben wird der 525-60E von einer 24-KWH-Batterie, die für einen Arbeitstag ausreicht. Einbußen müssten deswegen aber nicht in Kauf genommen werden, denn das Unternehmen verspricht dieselbe Leistung wie die eines Benziners.

Wesentlich weiter in die Höhe geht Magni mit dem RTH 6.51. Die maximale Hubhöhe des Laders liegt immerhin bei 51 Metern, die maximale Tragfähigkeit bei zwei Tonnen. Trotz der Massigkeit des Fahrzeugs versprechen die eingebauten Scherenstützen eine schnelle Absicherung, was gleichzeitig für Industrie und Baugewerbe interessant sein könnte.

Und auch bei Manitou gibt es einiges zu begutachten: Aus der neuen Vision-Plus-Reihe wurde der MRT 3060 nach Karlsruhe gebracht. Wie die Maschinen der Kollegen, wird auch dieser Teleskoplader mit Lasten von bis zu sechs Tonnen fertig. Die maximale Hubhöhe liegt dabei bei knapp 30 Metern, und der Oberwagen ist um 360 Grad drehbar. Zudem lässt sich der MRT 3060 mit den richtigen Anbauten schnell in einen Kran oder eine Hubarbeitsbühne verwandeln.

Geländegängig  und kompakt: Scherenlifte

„Eine Erweiterung des Portfolios nach oben.“ So beschreibt die Ahern Deutschland GmbH die Neuerung des Herstellers Snorkel – die Kompakt-Scherenarbeitsbühne S4740E. „Kompakt“ heißt in diesem Fall, dass das Gerät im zusammengefalteten Zustand durch eine Standardtür passt. Aufgerichtet wird dagegen eine Arbeitshöhe von bis zu 14 Metern erreicht.

Hoch hinaus geht es bei Haulotte, denn die mitgebrachte Scherenarbeitsbühne HS18 E Pro knackt die namensgebenden 18 Meter. Dabei ist eine Belastung von bis zu 750 kg möglich. Die Maschine funktioniert vollelektrisch und ist dank Allradantrieb überdies auch geländegängig. Um Akku-Schwächen zu vermeiden, sind für die Maschine mehrere Lademöglichkeiten und optional auch Ladebeschleunigung realisierbar.

JLG präsentiert auf der Messe die ERT2669. ERT steht hier für Electric Rough Terrain, also für einen geländegängigen Scherenlift, der durch einen kraftvollen Elektroantrieb auch schwierigen Untergrund meistern kann. Hierbei ist es möglich, die Bühne auch bei voller Höhe zu fahren. Durch die breite Plattform können mehrere Arbeiter auf eine maximale Höhe von bis zu acht Metern gebracht werden.

Transportlösungen für Höhenzugangstechnik

Ebenfalls an der Messe beteiligt ist die Zanner Fahrzeugbau GmbH. Das Unternehmen baut Spezial-Fahrzeuge u.a. für den Transport von Arbeitsbühnen, Baumaschinen, Gabelstaplern und Hubarbeitsbühnen. Wie das genau funktioniert, lässt sich am Stand des Unternehmens entdecken, wo die Experten einen angepassten 26-Tonnen-Tieflader ausstellen.

Maschinentransport-Lösungen, wenn auch im kleineren Rahmen, werden auch von Anhängerbau Baos GmbH realisiert. Das Unternehmen hat sich auf individuelle Pkw-Anhängerlösungen spezialisiert. Egal ob Maschinentransporter, Hochlader oder Kipper: das Portfolio des Unternehmens bietet einige Optionen.

Heimann zeigt an ihrem Stand eine Präsentation des absenkbaren Anhängers PT35 an. So lässt sich die Ladefläche mittels einer manuellen oder elektrohydraulischen Pumpe ebenerdig herunterfahren, um einen fast stufenlosen Übergang herzustellen. Besonders schwere Werkzeuge, wie z.B. Rüttelplatten, lassen sich so leichter verladen. Außerdem muss der Anhänger beim Absenken nicht abgekuppelt werden.

Aufgebockt und reichweitenstark: Hubarbeitsbühnen

Was kommt dabei heraus, wenn ein Unimog mit jeder Menge Reichweite gekreuzt wird? Die Antwort steht aufgebockt am Palfinger-Stand und hört auf den Namen Geräteträger U219 L. Durch die enorme Geländegängigkeit des Trägerfahrzeuges kann die Leistung der Hubarbeitsbühne auch Offroad genutzt werden. Mit einem Stützenhub von 1.300 mm sind auch Einsätze an Hanglagen möglich. Erhältlich ist der U219 L mit maximalen Arbeitshöhen von 18, 22, und 25 Metern.

France Elevateur sind ebenfalls vertreten und haben mit dem Toby Hybrid 11 einen Hubsteiger entwickelt, der entweder mit einem Ford Transit oder Mercedes Sprinter als Basis erworben werden kann. Höhentechnisch kommt das Gerät auf elf Meter, die entsprechende Maximallast liegt bei 120 kg.

Die Kunze GmbH präsentiert dagegen die Arbeitsbühne 24D von Socage. Diese hat eine maximale Arbeitshöhe von 23,6 Metern und eine seitliche Reichweite von 13,1 Metern. Am höchsten Punkt liegt die maximale Tragkraft bei 300 kg. Darüber hinaus wartet das Gerät mit zusätzlichen Komfortfunktionen auf, wie beispielsweise diversen Stabilisatoren für Hub und Korb.

Auch bei Zweiweg geht es mit dem Hubmeister HM 16TKI hoch hinaus. Im Betrieb kann der Korb eine maximale Arbeitshöhe von bis zu 16 Metern erreichen, die seitliche Reichweite beträgt 8,75 Meter. Die Traglast reicht bis zu 200 kg. Bei der Zusatzausstattung lassen sich Werkzeugkisten, Strom, Druckluft sowie Hydraulik im Arbeitskorb realisieren.

Mit Theo 25 bringt die Klaas GmbH eine flexible und leistungsstarke Hubarbeitsbühne zur Messe, die auf einen robusten Iveco Daily aufgebaut ist. Damit lässt sich eine Höhe von bis zu 25 Metern und eine Reichweite von bis zu 19 Metern erreichen. Besonders hervorzuheben: Der Ausleger ist endlos drehbar und trägt so zur Flexibilität im Einsatz bei. Außerdem kann der Arbeitskorb mit einem Joystick um 180 Grad stufenlos gedreht werden.


Allround-Hacker und Glaseinbau-Geräte

„Wir zählen nicht zu den größten, aber zu den Besten.“ So wirbt Maschinenbau Riebsamen für sich, und dieser Satz erklärt auch, warum die Firma als einziger Kranhersteller in dem beengteren Hallenbereich am Anfang der Messe untergebracht ist. In der Tat nimmt der mitgebrachte E-Kran 110 mit einer Länge von 150 cm und einer Breite von 83 cm nicht so viel Platz weg, wie die sonstigen Modelle auf der Messe. Dennoch kann das Gerät bis zu 600 kg stemmen und verwandelt sich mit dem richtigen Anbaugerät in eine gute Lösung zum Glaseinbau.

Ähnliches hat die Uplifter GmbH und Co KG dabei. Mit dem Glassworker GW 625-2 bietet das Unternehmen eine ferngesteuerte Lösung, um Fenster schnell und einfach einzubauen. Die entsprechende Maschine kann 625 kg bis zu 3,10 Meter hochstemmen und ist mit einem schwenkbaren Kopf mit Vakuum-Saugern ausgestattet.

Im Außenbereich der Platformers' Days sticht sofort das charakteristische Grün der Greenmech-Geräte ins Auge. An seinem Stand hat der Hersteller aus dem nordrhein-westfälischen Olpe eine große Auswahl an Geräten parat. So auch den neuen Evo 205, ein neuer Allround-Hacker mit Dieselmotor. Mit der Maschine lässt sich Stammholz mit einem Durchmesser von bis zu 205 mm zerkleinern. Der Motor erfüllt die EU-Abgasstufe V, auch findet eine Abgasreinigung mittels Diesel-Oxidationskatalysator und Diesel-Partikel-Filter statt.

Vermietungssoftware und Versicherung

Gleich am Anfang der Eingangshalle ist die MCS Rental Software untergebracht. Firmenmitarbeiter Imre Kovats und Richard Roessler führen gut gelaunt durch das Sortiment, das zahlreiche digitale Lösungen für die Vermietungsbranche beinhaltet. So lassen sich z.B. Inventarkontrolle, Vertriebsmanagement-Software und Digitalisierungslösungen über das Unternehmen beziehen.

„Software as a service“ hat sich auch Trackunit auf die Fahne geschrieben. Mit ihren Produkten bietet die Firma die Möglichkeit, die Aufgaben der eigenen Maschinen und ihren Einsatz besser nachzuvollziehen. Durch die anfallenden Daten lassen sich Prozesse verbessern und Ausfallzeiten in der Werkstatt vermeiden. Sensoren wie der Trackunit Raw halten dabei die Maschinenfunktionen im Blick und unterstützen ein besseres Monitoring.

Ähnliche Leistungen umfasst die Produktpalette der Cognid Telematik GmbH. So ist es z.B. mit dem Sensor GloboTrack Machine (GTM 4) möglich, die Maschinendaten von Fahrzeugen über lange Distanzen zu überwachen. Maschineneinsatzzeiten, Nutzungszyklen und Füllstände sind einsehbar und können außerdem noch direkt in Tabellenkalkulationsprogramme wie Excel übertragen werden.

Am Triathlon-Stand dreht sich alles um Lithium-Ionen-Blockbatterien. Während die effektive Akkutechnologie in Handwerkzeugen schon bekannter Standard ist, kommen in Flurförderzeugen, Hubarbeitsbühnen und einigen anderen Elektrofahrzeugen Blei-Gel-Batterien zum Einsatz. Um diese zu ersetzen, hat das Unternehmen zahlreiche Lithium-Ionen-Alternativen parat. Diese sind zwischen- und schnellladefähig und können auch mit Gewichten aufgelastet werden, um sie für den Einsatz in verschiedensten Fahrzeugen anzupassen.

In einer Ecke zwischen den Freibereichen hat Lodax seinen Stand aufgebaut. Dort gibt es herstellertypisch eine große Auswahl an Fahrplatten, um selbst im unwegsamen Gelände einen sicheren Stand für den Schwerlastverkehr zu gewährleisten. Besonders prominent: die Lodax Cross Mat, mit der das Unternehmen zuletzt in den Bergen der Schweiz große Erfolge feierte. Durch ein besonderes Riffelmuster garantieren die 20 mm starken Platten Grip nach allen Seiten. Außerdem bietet das Unternehmen eine zehnjährige Bruch-Garantie. So sieht Vertrauen in das eigene Produkt aus.

Doch nicht nur Maschinenzubehör ist auf der Messe zu finden. Im Eingangsbereich hat sich die Morneweg Versicherungsmakler GmbH aufgestellt. Die Firma bietet alles zu den Themen Betriebs- und Produkthaftpflichtversicherungen für Vermieter und Händler. Aber auch Transport und Rechtsschutzversicherungen seien im Leistungsverzeichnis enthalten, wie Geschäftsführer Matthias Morneweg erklärt. Denn besondere Risiken brauchten mehr Sicherheit.