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MARKTÜBERSICHT BODENFRÄSEN Schlaglöcher und Spurrillen adieu: Wegepflege-Maschinen im Überblick

Regelmäßige Wegepflege ist unerlässlich. Zumal in Kommunen sand- und wassergebundene Wald- und Feldwegedecken dominieren. Wird diese Aufgabe vernachlässigt, explodieren bei umfassenden Sanierungsmaßnahmen schnell die Kosten. In einer Marktübersicht rückt Bauhof-online.de daher Bodenfräsen in den Fokus, die in erster Linie zur Instandhaltung der Deck- bzw. Verschleißschicht Verwendung finden, teilweise aber auch für die Instandsetzung geeignet sind.

Lesedauer: min | Bildquelle: Hersteller
Von: Michael Loskarn

Lediglich ein trockener Weg ist ein guter Weg. Denn nur dieser ist tragfähig und resistent gegen Verformungen. Daher sind sich kommunale Profis bewusst: Wege-Instandhaltung bedeutet ständiger Kampf gegen das Wasser. Schließlich muss der Wasserabfluss sowohl in Quer- als auch in Längsrichtung gewährleistet sein, was die Uhrglas- oder Dachprofilbauweise sicherstellt. Für weitere Wasserabfuhr sorgen bergseitig angelegte Spitz- oder Trapezgräben. Selbst in ebenem Gelände gilt es, Form und Lage des Wegekörpers entsprechend zu gestalten, damit Niederschlagswasser nicht darauf stehenbleibt. Und auf dass das Wasser zügig von der Fahrbahn in den Graben fließt, werden die Schotterdecken mit einer Querneigung von nicht weniger als sechs, sieben Prozent von der Wegemitte hin zum Graben angelegt.

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Wichtig: Abflussgräben müssen frei sein

Insbesondere die heutzutage immer häufiger auftretenden Extrem-Niederschläge – wie beispielsweise bei Gewitterstürmen – setzen den Wegen massiv zu. Wichtig: Die Abflussgräben müssen dann frei von Erde, Ästen oder Laub sein. In diesem Zusammenhang rät die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF), die Seitengräben mindestens ein- bis zweimal im Jahrzehnt freizuräumen. Ebenfalls in diesem Turnus sei es notwendig, Lichtraumprofile über den Wegen freizuschneiden, und zwar in einer Breite und Höhe von etwa vier bis viereinhalb Metern. Hintergrund: Über die Schotterstraßen ragende Äste und Zweige beschatten entsprechend und verlangsamen den Trocknungsprozess.

Hohen Verschleiß gibt es dann beim Deckmaterial. Allein durch die Befahrung verlagert sich dieses an die Wegränder. Anstatt teuren neuen Schotter aufzubringen, gestaltet es sich sinnvoller, das verlagerte Material wieder nach innen zu schaffen – wofür es verschiedene Anbaugeräte gibt. Feines, nach außen getragenes Material wird bei der Deckschichtpflege mit Schildern auf den Wegekörper zurückgebracht. Dabei greift das Gerät nur wenige Zentimeter in den Wegekörper ein. In der Regel sollte die Verschleißschichtpflege in der Vegetationszeit zwischen April und September erfolgen, um Gras oder Moos zu entfernen, und auf jeder Schotterstraße drei- bis fünfmal jährlich erledigt werden

Grader-Führer muss über Erfahrung verfügen

Hat der Wegekörper jedoch bereits zu stark gelitten und Spurrillen oder Schlaglöcher erschweren das Befahren enorm, wird ein höherer Arbeits- und Materialauftrag nötig: also eine umfassende Wege-Instandsetzung. Dann kommen Steinzerkleinerungs-Maschinen, Motorgrader samt Rüttelplatten sowie adäquate Fräsen zum Einsatz. Letztlich entstehen hohe Kosten mit teilweise mäßigem Erfolg, da der Maschinenführer beim Profilieren mit dem Grader über ein sehr hohes Maß an Erfahrung verfügen muss.

Ergebnis: Eine konsequente Pflege der Wege-Deckschichten macht sich auf Dauer bezahlt. Beispielsweise haben Erhebungen der LWF anhand der Betriebsstatistiken der bayerischen Forstämter und Forstbetriebe gezeigt, dass sich bei laufender Instandhaltung „im langjährigen Mittel die Hälfte bis zwei Drittel“ der anfallenden Kosten im Vergleich zum Grader-Einsatz einsparen lassen.


Produkte der Hersteller im Überblick

Vier Arbeitsgänge vereinen die beiden Wegebau-Maschinen der HEN AG: WPF 100 sowie WPF 200, die sich lediglich in der Arbeitsbreite und dem nötigen Trägerfahrzeug unterscheiden. Fräsen, Mischen, Profilieren sowie Verdichten erledigen die Geräte bis zu einer Tiefe von zwölf cm, was für die Bearbeitung von Deckschichten völlig ausreicht.

Reine Boden- bzw. Ackerfräsen in den Arbeitsbreiten 125, 180 sowie 220 cm bietet die Jansen GmbH & Co. KG mit ihrer TBF-Reihe an. Bei maximal 16 cm liegt die Frästiefe. Zehnreihig angeordnete Fräsmesser sind auf einer stabilen Rotorwelle angebracht. Eine Heckschutzklappe samt Nivellierfedern beseitigt Unebenheiten des gefrästen Bodens.

Vier für den Wegebau interessante Geräte produziert die österreichische Firma PTH Products Maschinenbau GmbH – vom kleinflächigen MicroCrusher über den EcoCrusher für Forst- und Kommunalstraßen bis zum Crusher für den Profi-Einsatz im Hartgestein. Außerdem sollten Wegebauer auch die Bankettfräse genauer unter die Lupe nehmen.

Ob Midipierre dt, Midisoil dt, Multiforst, Starsoil oder Maxisoil: Der italienische Hersteller Seppi M. AG bietet Vielfalt in Sachen Wegpflege. Je nach Bedarf und vorhandenem Schlepper stehen diverse Anbaugeräte mit Arbeitsbreiten bis zu 3,50 Metern zur Verfügung, die bis zu 40 cm tief auffräsen – meistens als Steinbrecher und Forstfräse in einem.

Mit den Bodenfräsen der AT- sowie der MZ-Serie bietet die Stoll GmbH Maschinenbau mehrere für den Kommunalbereich interessante Anbaugeräte. Dabei punkten sie mit Arbeitsbreiten von gut einem bis zu 2,30 Metern, mit einstellbaren Arbeitstiefen zwischen zwölf und 18 cm sowie – je nach Ausführung – mit 24 bis zu 40 langlebigen Messern.

Ebenfalls ein umfangreiches Portfolio an Mulch- und Rodungsfräsen sowie Steinbrechern der Marke TMC, die im Wegebau eingesetzt werden können, bietet die Vogt GmbH & Co. KG. Das Chassis wird aus hochfestem FLEXI STEEL gefertigt und die Verschleißelemente aus Hardox. In doppelter Spiralanordnung ist der Rotor – samt Werkzeugen – platziert.

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