Kommunen

Marktoberdorf kämpft gegen die Rattenplage

Bauzäune stören – schädliche Nager aber auch – Verantwortliche halten Kritikern entgegen: „Nur jetzt möglich“

„Längerfristig ist zu überlegen, die Pflanzrabatten auf dem Stadtplatz ganz zu entfernen.“ Der Leiter des Städtischen Bauhofs, Thomas Follner, sieht nur darin die Chance, die Ratten auf Dauer von diesem Bereich fernzuhalten: Denn in diesen Tagen deutet die Spurenlage erneut darauf hin, dass sich eine größere Zahl dieser lästigen Nager dort tummelt.

 

Am Dienstag fiel laut Follner im Zusammenarbeit mit dem Stadtbauamt der Entschluss, einzugreifen. Am Mittwoch wurden die Wirte am Stadtplatz informiert und kurz darauf Bauzäune rund um die Rabatten installiert. Sie sollen verhindern, dass Menschen, Hunde und Katzen an die mit wirkstoffhaltigem Schaum behandelten Rattenlöcher gelangen. Eine Spezialfirma brachte das Mittel gestern in den Rattengängen aus. „Weder Geruch noch sonst etwas von diesem Schaum gelangt in die Luft“, sagt Firmenchef Ulrich Fürst. Völlig bedenkenlos könne der Marktplatz also wie gewohnt genutzt werden.

Aus Gesundheitsvorsorge

Es gehe, so Bürgermeister Werner Himmer, um gesundheitliche Vorsorge. Die Stadt müsse handeln, so- bald sich – wie hier – eine Rattenplage abzeichne. Bis zum Staffelmixmarathon am 10. Juli, so hofft Follner, könnten die Zäune wieder abgebaut werden. Auch Fürst geht davon aus, dass die Ratten bis dahin verschwunden sein werden. Zu Wort meldete sich gestern bei der Allgäuer Zeitung ein Stammgast einer der Gaststätten am Marktplatz. Die Bauzäune seien sehr störend,meinte er. Man frage sich schon, ob die Bekämpfung gerade jetzt zur Freiluftsaison sein müsse und nicht zu einer Zeit gemacht werden könnte, wenn man nicht draußen sitzen könne. Dies, so Follner und Fürst übereinstimmend, gehe gerade nicht. Denn nur wenn es wärmer sei, kämen die Nager, die Krankheiten übertragen können, ans Licht. Gleichzeitig würden übers Jahr verteilt Ratten auch in der Kanalisation bekämpft. Auf jeden Fall müsse vorbeugend verhindert werden, dass Ratten in die Häuser eindringen. Immerhin befinden sich am Marktplatz etliche Betriebe, die mit Lebensmitteln handeln.

Interessen abwägen

Der Stammgast hat auf dem Stadtplatz oft auch Spitzmäuse beobachtet, um die er sich nun Sorgen macht. Ulrich Fürst meint dazu, dass es äußerst unwahrscheinlich sei, dass sich Mäuse in Rattengänge vortrauten. Genau dort aber sei der Wirkstoffschaum ausgebracht. Außerdem müssten Interessen abgewägt werden: Und die lägen in diesem Fall in erster Linie bei der Hygiene. Die Ratten, die sich in den Gängen bewegten, kommen mit dem Fell mit dem Schaum in Berührung. Wenn sie sich mit der Zunge putzen, nehmen sie den für sie tödlichen Wirkstoff oral auf. Fraßködern, so Fürst, seien auf diesem Areal eine weniger wirksame Alternative. Zu groß sei das übrige Nahrungsangebot für die Ratten dort: In der Kanalisation oder auch durch unachtsam auf die Straße geworfene Essensreste.

Info Rattenbekämpfung:

  • Zuletzt 2005 tauchten Ratten vermehrt am Stadtplatz auf und wurden mit gleicher Methode erfolgreich bekämpft.
  • Im öffentlichen Bereich ist laut dem geprüften Schädlingsbekämpfer Ulrich Fürst aus hygienischen Gründen ein Eingreifen unabdingbar, wenn – wie in Marktoberdorfs Zentrum – verstärkt Rattenspuren bemerkt werden. Ratten seien Krankheitsüberträger.
  • In regelmäßigen Abständen kontrolliert wird der Platz vom Städtischen Bauhof.
  • Um eine Rattenplage gar nicht erst aufkommen zu lassen – dafür können laut Fürst auch private Grundbesitzer etwas tun: Sie müssten sich – etwa in leerstehenden Gebäuden – ebenfalls stärker für die Rattenbekämpfung engagieren um ein Ausbreiten der Populatoinen zu verhindern.
  • Auch jeder andere Bürger kann dazu beitragen, dass Ratten keinen Lebensraum in der Stadt finden: Essensreste zum Beispiel dürften auf keinen Fall über das WC entsorgt werden: Sie landen im Kanal und dienen den Ratten dort als Nahrung.
  • Abfälle sollten nicht auf der Straße oder in den Pflanzrabatten landen – sondern nur im Abfalleimer.

 


Quelle: www.all-in.de

Nach oben
facebook youtube twitter Instagram rss