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„Man will die Bauern schützen“

„Aus der Sicht der Technik und auch vom Angebot her gibt es überhaupt kein Problem, Traktoren, Baumaschinen oder forstwirtschaftliche Fahrzeuge mit Dieselpartikelfilter auszustatten.“

So reagiert Reinhard Klammsteiner, Gebietsverkaufsleiter für Italien der Firma „GAT Katalysatoren GmbH“ mit Sitz in Gladbeck in Deutschland. Die Firmen-Gruppe GAT entwickelt, baut und vertreibt seit vielen Jahren Katalysatoren und Partikel­filter für mittlerweile nahezu alle Fahrzeugmodelle.


Das Problem mit den vielen stinkenden Traktoren und auch mit Baumaschinen und anderen Nutzfahrzeugen gibt es laut Klammsteiner in Deutschland ebenso wie in Südtirol, im restlichen Italien und in anderen Ländern: „Es besteht einfach keine Nachfrage nach Partikelfiltern für Traktoren.“ Warum nicht? „Es geht im Grunde darum, die Bauern zu schützen. Niemand will ihnen etwas vorschreiben, schon gar nicht, wenn dafür ein Beitrag aus der eigenen Brieftasche zu leisten ist.“


In Südtirol hat Klammsteiner schon mehrfach versucht, Partikelfiltermodelle für Traktoren bei verschiedenen Behörden vorzustellen, doch beim Amt für Luft und Lärm stieß er ebenso auf taube Ohren wie anderswo. Dabei gebe es Möglichkeiten genug, Traktoren nachzurüsten. Mit einem offenen Partikelfiltersystem zum Beispiel lassen sich bei einem Traktor mit einem Kostenaufwand von 800 bis 900 Euro rund 50 Prozent der Schadstoffe abfangen. Wird ein geschlossenes System eingebaut (2.500 bis 4.000 Euro) können die Emissionen bis zu 100 Prozent unterbunden werden.

Die Nachrüstung von Traktoren mit Partikelfiltern sollte laut Klammsteiner auch vom Gesetzgeber angekurbelt werden, etwa über ein Umweltförder­ungsgesetz. Diesbezüglich aber schaue es in Italien bislang noch sehr schlecht aus.
In Bozen hat Reinhard Klammsteiner übrigens im September einen SAD-Bus (Baujahr 1999) mit einem Partikelfilter nachgerüstet. Dieser Bus fährt jetzt auf Probe. Schadstoffe stößt er de facto keine mehr aus. Auch Private zeigen vereinzelt Interesse an Dieselpartikelfiltern. So fahren etwa ein LKW ­Actros sowie ein Hitachi-Bagger des Unternehmens Mair Josef schadstofffrei.

Anhand der Filter dieser zwei Fahrzeuge sollen laut Klammsteiner zudem Daten für die weitere Auswertung und Forschung erhoben werden. Abgasfrei verkehrt übrigens auch der Venieri-Bagger auf dem Fernheizwerkgelände in Schluderns. GAT ist der offizielle Partikelfilterausrüster für die Firma Venieri, die Baumaschinen für die Industrie und Landwirtschaft baut.


Im Gegensatz zu Italien geben sich in Deutschland seit einiger Zeit vor allem auch Gemeinden und andere öffentliche Körperschaften teils große Mühe, um die Schadstoffemissionen einzugrenzen. Für die Stadt Leer zum Beispiel hat GAT er­rechnet, dass sich die Abgasemissionen der insgesamt 80 unterschiedlichen Fahrzeuge, die zum Fuhrpark der Stadt gehören, bei entsprechender Nachrüstung mit Filtern von 53.815 auf 5.706 Kilogramm CO2 pro Jahr eindämmen lassen. Der Ausstoß von Partikeln könnte von 2.038 auf 721 Kilogramm pro Jahr verringert werden. Die Stadt Leer setzt das Programm Schritt für Schritt um.

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