News Traktoren/Geräteträger

Lindner will schneller rollen

Der Tiroler Landmaschi­nenhersteller spürt den Rückgang der Investi­tionen in Traktoren und will sich mit "Geotrac 124" steigern

Innsbruck - "Die Landwirte überlegen sehr genau, wie sie ihr Geld ausgeben", erklärte Geschäftsführer Hermann Lindner am am Donnerstag. Der neue Traktor "Geotrac 124" soll den Umsatz bis 2009 auf 70 Mio. Euro steigern. Der Markt sei im Jahr 2006 sehr stark gestiegen. Die Bauern hätten Vertrauen in die Entwicklung der Landwirtschaft gehabt und langfristig in Maschinen oder einen Ausbau investiert, schilderte Lindner. "2007 hat die Entwicklung leider nicht so angehalten. Wir liegen zwar auf dem guten Niveau des Vorjahres, aber eine leichte Zurückhaltung der Bauern ist zu spüren. Der Höhepunkt war schon erreicht. Die Bäume wachsen nicht in den Himmel", meinte er. Bei den Traktoren bis 100 PS seien die Investitionen um rund fünf Prozent zurück gegangen. Im Segment der 100 bis 130 PS lege der Markt aber relativ stark zu. 

Diesen Trend will Lindner mit dem neuen Geotrac 124 mit 126 PS nutzen. In 18 Monaten wurde "das leistungsstarke Modell" mit einer Investition von rund 3 Mio. Euro entwickelt. "Die Bauern wollen mehr elektronische Unterstützung, starke Motoren und mehr Geschwindigkeit", sagte Lindner. Betriebe würden immer größer, da kleine Bauern ihre Flächen verpachten oder verkaufen. Auch der überbetriebliche Einsatz nehme kontinuierlich zu. Diese Entwicklung sei im extremen Berggebiet schon stark zu spüren.

Gestiegenes Auslandsgeschäft

Im Jahre 2006/07 produzierte das Tiroler Familienunternehmen mit Sitz in Kundl 1.350 Traktoren und 180 Unitracs. Das Geschäftsjahr wurde mit einem Umsatz von 58 Mio. Euro abgeschlossen. Im Jahr 2005/06 verzeichnete die Firma einen Umsatz von 55 Mio. Euro. 2007/08 will Lindner mit seinen 200 Mitarbeitern die 60 Mio. Euro Umsatzgrenze überschreiten. "Da ist der Geotrac 124 noch nicht einberechnet", sagte er. Mit der Produktion werde erst im April 2008 begonnen. Bis Ende 2008 wird das Unternehmen insgesamt 7 Mio. Euro in die neue Maschine und den Bau eines Technologiezentrums investieren.

Auch das Auslandsgeschäft sei um 2 Prozent weiter gestiegen, schilderte Lindner. Inzwischen habe das Exportgeschäft 33 Prozent Anteil am Umsatz. Bei der Maschine Unitrac gebe es inzwischen Lieferzeiten: "Gott sei Dank." Hauptabsatzmärkte sind Österreichs Nachbarländer Deutschland, Schweiz, Frankreich, Südtirol und Slowenien. "Wir haben uns im Alpenbogen auf Grünlandbetriebe spezialisiert und sind inzwischen der einzige rein österreichische Traktorenhersteller", fasste Lindner zusammen.

Nach oben
facebook youtube twitter Instagram rss