Für Kämmerer Horst Etzel war 2007 ein hervorragendes Jahr. Im Ergebnis das beste in der jüngeren Geschichte der Gemeinde Hemmingen. Mit einer Zuführungsrate von 5,2 Millionen Euro verbuchte er eine Rekordsumme. Außerdem wird die Kommune in ein paar Wochen schuldenfrei sein.
Goldesel ist und bleibt die Gewerbesteuer mit über zehn Millionen Euro. 400 000 Euro flossen mehr als im Etat angesetzt. Auch der Anteil an der Einkommenssteuer wuchs um 300 000 Euro auf fast 3,8 Millionen Euro.
Gleichzeitig fielen rund 185 000 Euro weniger Personalkosten an, wurde eine halbe Million weniger für Verwaltung und Betrieb ausgegeben. Unter dem Strich blieben im Verwaltungsetat – in dem das laufende „Geschäft“ verrechnet wird – mit 5,2 Millionen Überschuss 1,7 Millionen Euro mehr übrig als geplant. 4,8 Millionen davon wandern in die Rücklage, die auf 16,3 Millionen Euro anwächst. Die tragen Früchte: Jährlich fließen Zinsen von über 500 000 Euro. Zusätzlich „parken“ 2,2 Millionen Euro an Darlehen bei den Eigenbetrieben Wasser und Abwasser.
„Mit dem Rechnungsergebnis können wir nicht nur zufrieden sein, er muss uns sehr freuen“, strahlte Bürgermeister Werner Nafz. Der Finanzausgleich werde der Kommune deshalb in zwei Jahren einiges abverlangen, goss der Schultes aber gleich auch etwas Wasser in den Wein. Von der überragenden Gewerbesteuer blieben letztlich nur 25 bis 30 Prozent in der Gemeinde. „Aber wir haben uns von gut auf sehr gut entwickelt.“
Rolf Hack von der SPD bezeichnete das Zahlenwerk als „beeindruckend“. CDU-Mann Walter Bauer lobte: „Der Gemeinderat stellt damit unter Beweis, dass er verantwortlich mit dem Geld umgeht.“ Und Wolfgang Stehmer (SPD) freut sich, dass die Gemeinde bald ohne Darlehen dasteht.
Dagegen weist das Wasserwerk einen Verlust von 13 500 Euro aus. 57 000 weniger als geplant. 370 000 Kubikmeter Wasser wurden geliefert. 6,8 Prozent oder 25 000 Kubikmeter versickerten vor allem wegen Rohrbrüchen. 2008 wurde der Wasserpreis um zehn Cent auf 1,45 Euro gesenkt – obwohl die Gemeinde 1,59 Euro pro Kubikmeter verlangen dürfte, um kostendeckend zu wirtschaften.
Beim Abwasser dagegen wurde ein Gewinn von 24 000 Euro geschrieben. Im Wirtschaftsplan 2007 wurde mit einem Minus von 30 000 Euro gerechnet. Das Betriebsergebnis verbesserte sich vor allem, weil Kanalsanierungen günstiger ausfielen. Derzeit werden 2,03 Euro für den Kubikmeter Abwasser verlangt. 15 Cent weniger als zulässig.
Bei der Gemeindehalle ist ein Verlust von 226 000 Euro ausgewiesen. Die Einnahmen in Höhe von 35 000 Euro decken die Materialausgaben, nicht aber die Personalkosten von jährlich 13 000 Euro und andere Aufwendungen.
Quelle: ludwigsburger-kreiszeitung.de