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Kommunalforum Alpenraum 2019: Fachkräftemangel trifft auch die Gemeinden

Im Lindner-Innovationszentrum in Kundl diskutierten Experten, wie sich die Gemeinden als attraktive Arbeitgeber positionieren können – Fachkräfte fehlen vor allem im Pflegebereich und in der Kinderbetreuung.

Fachkräfte dringend gesucht heißt es nicht nur in der heimischen Industrie, sondern auch bei vielen Gemeinden. „Man spürt den Mangel vor allem im Pflegebereich und bei der
Kinderbetreuung“, sagte Ernst Schöpf, Präsident des Tiroler Gemeindeverbandes, beim 7. Kommunalforum Alpenraum. Das ging im Lindner-Innovationszentrum in Kundl über die
Bühne. Darüber hinaus werde die Position des Amtsleiters immer anspruchsvoller. „Das ist mittlerweile eine richtige Managementaufgabe.“ Aber nicht nur der Amtsleiter sei geforderter
denn je. „Die Gemeinden haben sich zu vielfältigen Dienstleistern entwickelt. Der Bürgermeister ist heute Manager mit vielen Aufgaben. Das macht es oft nicht leicht, die
passenden Persönlichkeiten zu finden“, sagte Walter Leiss, Generalsekretär des Österreichischen Gemeindebundes.

BMW statt Gemeinde

Auch Andreas Schatzer, Präsident des Südtiroler Gemeindenverbandes, ortete Personalprobleme im Pflegebereich. „Vor fünf Jahren hatten wir 20 bis 30 Bewerbungen auf
eine Ausschreibung, heute bekommen wir manches Mal gar keine.“ In Bayern würden viele Gemeinden – vor allem im Großraum München – die großen Autobauer in der Region
spüren. „Es wird immer schwieriger für die Kommunen, technische Spezialisten zu finden, da es für viele spannender ist, z.B. bei BMW zu arbeiten. Darüber hinaus kann die Wirtschaft oft
besser bezahlen.“ Regina Norz, Obmann-Stellvertreterin Forum Land, sagte, dass der ländliche Raum durch die Digitalisierung an Attraktivität gewinnen könne. „Viele Mitarbeiter –
in der Wirtschaft und in der Gemeinde – können zukünftig viel ortsunabhängiger tätig sein. Gibt es flexiblere Modelle, wird auch der ländliche Raum attraktiver.“

Nicht eine Lösung, sondern viele Schrauben

Die Keynote beim Kommunalforum Alpenraum hielt Johannes Kopf, Vorstand des österreichischen Arbeitsmarktservices. „Gegen den Fachkräftemangel gibt es nicht eine
Lösung. Politik, Unternehmen und Gemeinden müssen an vielen Schrauben drehen“, betonte Kopf. Potenzial gebe es u.a. bei ausländischen Staatsangehörigen und arbeitslosen
Personen. Darüber hinaus müsse der Fokus auf die Lehrlingsausbildung, den späteren Pensionsantritt und die Beschäftigung der Frauen gelegt werden. Thoman Gaiswinkler von
LinkedIn zeigte auf, wie die Gemeinden sich auf der Plattform als attraktive Arbeitgeber positionieren können. Gaiswinkler: „Die Digitalisierung trifft alle. Die Gemeinden müssen
entscheiden, ob sie aktiv gestalten oder Passagiere sind.“

Über das Kommunalforum Alpenraum

Das Kommunalforum Alpenraum ist eine Initiative des Tiroler Fahrzeugherstellers Lindner. Premiumpartner ist das Tiroler Entsorgungsunternehmen DAKA. Kooperationspartner 2019
waren der Österreichische Gemeindebund, der Tiroler Gemeindeverband, der Bayerische Gemeindetag, der Südtiroler Gemeindenverband, Forum Land und Hasibeder
Personalservice. Das nächste Kommunalforum Alpenraum findet im Frühjahr 2020 statt.


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